Eingeleitet wird das Album durch ein düsteres Intro, welches mit Kesselpauken und Cello beginnt. Stück für Stück baut sich dann ein klassischer Streichersatz auf, bevor die Gitarren einsteigen und man sich im Handumdrehen mitten im ersten Stück des Albums „Sarggeburt“ befindet. Diese Herangehensweise macht insofern Sinn, da sich das Album thematisch mit dem mittelalterlichen Weltbild beschäftigt und man sich direkt in diese Zeit zurückversetzt fühlt. Auch die Tatsache, dass Abrogation das komplette Album in deutscher Sprache aufgenommen haben, bedarf wohl der Erwähnung.

Musikalisch haben wir es hier mit eher unkonventionellem düsteren Melodic Death Metal zu tun. Die Mischung aus Heavy Metal und düsteren mittelalterlichen Texten funktioniert aber durchaus sehr gut und gibt dem Album einen ganz eigenen Charakter. Der Growl-Gesang ist gut verständlich und die Gitarrenarbeit ist lobenswert. Tempo- und rhythmustechnisch wird allerdings nicht sehr viel variiert. Die Stücke sind überwiegend langsam bis mittelschnell. Eine willkommene Abwechslung hierzu bietet „Eine fürs Feuer“, wo es deutlich schneller zu Werke geht. Einen Ohrwurmcharakter mit deutlichem Wiedererkennungswert, kann hier dem Refrain zugeschrieben werden. Weitere Höhepunkte des Albums sind „Sündenbock“ und das leicht orientalisch klingende „Das Schwert des Prohepten“.

Alles in allem haben Abrogation hier eine sehr abwechslungsreiche Platte aufgenommen, mit der man sich wohl endgültig in der Melodic Death Metal-Szene etablieren wird. Diese Scheibe ist auf jeden Fall einer Anschaffung wert.

Tracklist:

  • 01. Sarggeburt
  • 02. Eisenketzer
  • 03. Sündenbock
  • 04. Das Schwert des Propheten
  • 05. Fegefeuer
  • 06. Wechselbalg
  • 07. Totensammler
  • 08. Seelenverkäufer
  • 09. Der Wurm des Zweifels
  • 10. Ich bin der Sieg
  • 11. Eine fürs Feuer
  • 12. Hans Eisenbeiss
  • 13. Bonustrack: Eisenmütze