Das Album-Cover ist schlicht gehalten: Ein schwarzer Hintergrund mit einem großen Auge, das den Betrachter direkt anblickt. Drunter eine einzelne rote Träne. Treffender konnte dieses Bild nicht gemacht worden sein. In acht Stücken steigert sich die Melancholie immer ein Stückchen mehr, die Texte funktionieren als Ventil für die leicht depressive Person, verkörpert von Asle Tostrup’s Stimme. Gefühlvoll, ruhig und fesselnd singt er sich von einem nahezu endlosen Lied zum nächsten. Dabei muss erwähnt werden, dass Airbag ihrem Stil gerecht werden und sowohl progressiv sind, viel Atmosphäre mit Hilfe von unterschiedlichen Mitteln, wie z.B. Streicher, Klavier, Uhrticken oder Synthesizer einbringen, und ab und an auch mal etwas Rockelemente einfließen lassen. Alles zusammen macht das Album unheimlich interessant, was beim ersten Hören eher abschreckend und schwer verdaulich wirkte. Ganz klar, machen Airbag keine Musik für die Hartgesottenen unter uns. Jemand, der sich gerne mal zurücklehnt, die Augen schließt und sich von langsamen und träumerischen Melodien leiten lässt, um für ein paar Minuten alles um sich herum zu vergessen, ist da besser beraten. Denn solche Stellen gibt es öfter auf „Identity“.

Leider nicht durchgehend. Zwischendurch stören die „atmosphärischen“ Elemente ein wenig, oder der Song wird irgendwann ideenlos und zieht sich nur noch hin. Absolute Highlights, die auch ihre acht Minuten durchhalten, sind „Colours“ und „Sounds That I Hear“. Wer die Musik von beispielsweise Anathema, Pink Floyd oder auch Porcupine Tree mag, kann sich mal Airbag vornehmen. Für ein Debut, klingt „Identity“ äußerst selbstständig und stark und verdient das Attribut „bemerkenswert gut“.