Schon beim Opener „Ready to Rock“ wird klar, dass Airbourne immer noch voll auf der Höhe sind. Nach einem kurzen Männerchor setzen die Gitarren und das Schlagzeug ein, und sofort bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sofort die Matte zu schütteln. Dazu der kreischende Gesang von Joel O’Keeffe – Großartig! Das Stück hat das Zeug zur nächsten Hymne, und steht in einer Linie mit Songs wie „Too much, too young, too fast“ und „No way but the hard way“. Nach diesem fulminanten Anfang geht es dann allerdings etwas ruhiger und grooviger zu. Mit „No one fits me (better than you)“ gelingt den Jungs ein interessanter, stilistischer Schlenker, der äußerst sexy rüberkommt. Hier spürt man etwas mehr Pop-Einfluss und eine gewisse Glätte, die den Song extrem eingängig macht und zum Mitsingen einlädt. In eine ähnliche Richtung geht auch „Firepower“, allerdings mit deutlich mehr Härte und Aggressivität. Danach widmet man sich wieder mehr den Airbourne-typischen Trademarks. „Live it up“ und „Woman like that“ sind straighte Hard Rock-Nummern mit typischer Lyrik und simpler Struktur. „Hungry“ hingegen ist ein klassischer Banger, der vor allem von seiner klaren Linie lebt. Der Song ist autobiografisch zu verstehen und beschreibt die Geschichte der Band. Mit seinem an frühe Metallica erinnernden Spirit zählt er wohl zu den härtesten auf dem ganzen Album. Einen würdigen Abschluss findet das Album dann mit dem Titeltrack „Black Dog Barking“. Dieser schon fast als düster zu bezeichnende Song strotzt nur so vor Wut, Angst und Aggression. Der schwarze Hund steht hier für ein geisterhaftes Wesen, das einem im Traum begegnet und als Zeichen des Todes gewertet wird.

Ganz besonders dieser Song unterstreicht die musikalische Zwitter-Stellung der Band. Längst sind sie aus dem Schatten ihrer großen Landsmänner AC/DC heraus getreten und haben ihren eigenen Sound kreiert. Hierbei vereint die Band die Fröhlichkeit des Rock’N’Roll, die Härte des Metal und auf gewisser Weise auch die Melodik des Pops miteinander.

Insgesamt kann man sagen, dass sich die Band logisch weiter entwickelt hat. Schlagzeug und Gitarren sind etwas ausgefeilter, und für das Songwriting scheint man sich mehr Zeit gelassen zu haben. Die Stücke wirken deutlich komplexer und umfassender als noch auf dem Vorgänger-Album. Eigentlich nur der Opener erinnert noch an die Unbeschwertheit und Lockerheit früherer Tage. Wer also auf lustige Party-Nummern der Marke „Girls in Black“ oder „Blackjack“ steht, der wird hier nur bedingt bedient. Dafür haben die Songs auf „Black dog barking“ mehr Tiefe. Und sicher haben Airbourne nicht ihren grinsenden Optimismus und die reißende Hard Rock-Attitüde verloren.

Tracklist:

  • 01. Ready to rock
  • 02. Animalize
  • 03. No one fits me (better than you)
  • 04. Back in the Game
  • 05. Firepower
  • 06. Live it up
  • 07. Woman like that
  • 08. Hungry
  • 09. Cradle to the grave
  • 10. Black dog barking