Album Review von Crematory – Klagebilder (2006)

Mein Freund meint sie sei „depri“, aber meinen Nerv trifft sie total. Das Quintett von Crematory liefert geile Soundwände die Erfahrungen aus dem Leben eines jeden Menschen verarbeiten, so die CD Info. Und es stimmt. Es sind Themen behandelt worden, die eigentlich jeder schon einmal erlebt hat. „Denk nicht immer mit dem Herz, denn um so größer wird der Schmerz“ eine Zeile aus Track 6 „Der Morgen Danach“ trifft es einfach 100% …

Crematory: keine Zeit für Emotionen

Crematory - Klagebilder (2006)
Crematory – Klagebilder (2006)

Felix, Matthias, Harald, Katrin und Markus, die ich übrigens dieses Jahr auf dem Römerstein Open Air schon live erleben durfte liefern eine ausgefeilte Gitarrenarbeit ab und die Keyboardklänge sind einfach geil. Die Ohrwurmdichte ist rekordverdächtig, dieser Eindruck wird wohl dadurch erweckt weil die angesprochenen Emotionen und Situationen so ziemlich jedem bekannt sein dürften. Track 1 „Klangbilder“ besteht als Intro aus einem schönen Keyboardteppich der in „Die Abrechnung“ durch ein hartes Drumming und krachenden Riffs abgelöst wird und sich eher im Hintergrund lang zieht.

Es gibt „keine Zeit für Emotionen, es gibt nur diesen einen Weg“, diese Aussage wird durch die Musik perfekt untermalt, in der Hookline wird der Sound etwas weniger brachial. In „Hoffnungen“ wird das ganze ruhiger angegangen aber die Hook ist wieder extrem eingängig und Hoffnungslosigkeit wird super verarbeitet. Schon der Anfang des Songs ist total hörenswert. Die cleanen Vocals von Gitarrist Matthias werden super eingesetzt. Und man merke „Niederlagen muss man akzeptieren“ und denke daran: „niemals kapitulieren“. Sehr treffend dieser Song!

Klagebilder: atmosphärische Klangteppiche

Weiter geht es dann mit weiteren klasse Songs die allesamt durch Produktion, Instrumentbeherrschung und Gesang brillieren. Die Texte bleiben anspruchsvoll und eingängig. In „Kaltes Feuer“ wird ein toller Melodiebogen geschlagen und die Hook so noch unvergesslicher gemacht. Besonders erwähnenswert sind meines Erachtens noch „Kein Liebeslied“ in dem Matthias’ Gesang wieder sehr gezielt eingesetzt wird. Dass Fronter Felix perfekt singen kann und die Lyrics überzeugend rüber bringt, muss ich wohl kaum noch erwähnen…

Eigentlich müsste ich jetzt noch alle anderen Songs der CD aufführen da ich sie alle total super finde, aber dann würde der Sinn des „Anspieltipps“ wegfallen also hier noch Tracks die ich neben „Hoffnungen“ und „Kein Liebeslied“ überragend finde: „Der Morgen Danach“ und „Nie Wieder“. Aber eigentlich sind alle Tracks prima und hörenswert.

Abschließend ist zu sagen, dass die Scheibe es in sich hat. Das Thema wird konsequent eingehalten und in musikalischer Hinsicht sehr überzeugend untermalt. Der Gesang wird super eingesetzt vor allem durch die reinen Vocals von Matthias wenn er die Hook singt. Felix’ Stimme setzt die eher trübe Stimmung der Scheibe gut um und passt so einfach gut. Katrin an den Keys schafft atmosphärische Klangteppiche und Markus an den Drums hat das Rumknüppeln echt drauf. Auch Harald am Bass zeigt was er kann. Und Matthias kann nicht nur singen sondern überzeugt auch an der Gitarre u.a. mit vielen brachialen Riffs.

Fazit Crematory – Klagebilder

Bei dieser Scheibe passt einfach alles zusammen, so dass ich guten Gewissens 5 Gitarren und damit Topscore vergeben kann und muss. Also nichts wie in den Plattenladen und die Scheibe kaufen!

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Autor: ArchiVader

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