Alestorm riefen zur Kaperfahrt und Adorned Brood, Heidevolk und Tyr folgten. Im Rahmen der „Black Sails over Europe“-Tour machten sie auch in Osnabrück Halt. Und für einen Dienstag Abend folgten auch verdammt viele Fans ihrem Ruf. Wenig erstaunlich, war dies doch seit langem mal wieder ein Konzert, bei dem die Bands stilistisch zusammenpassten.


Mit einer halben Stunde Verspätung fingen Adorned Brood um halb Acht an, und schon bei diesem Opener bildete sich eine große Meute vor der Bühne und in den ersten zwei, drei Reihen wurde kräftig mitgesungen und die Fäuste in die Höhe gereckt. Mit intonierten Volksliedern wie „Sieben Tage lang“ kochte die Stimmung jetzt schon und man fragte sich, wie wohl der Höhepunkt aussehen mag. Einziger Nachteil (wie leider so oft bei Konzerten): Der Sound war äußerst schlecht. Während bei Keyboard und Gesang alles seine Ordnung hatte, matschte die Gitarre den Sound zu einem Brei und es wurde unerträglich laut. Die Fans ließen sich davon wenig stören und feierten ihre Band frenetisch ab. Ein guter Anfang und die ideale Anheizung für das, was kommen sollte

Als nächstes folgten die Niederländer Heidevolk. Die Stimmung stieg anscheinend exponentiell, nun fanden sich schon sechs Reihen fäustereckender Wikinger. Der Sound wurde auch etwas besser (anscheinend schluckte die Masse vor der Bühne nun mehr), doch wenn beide Sänger gleichzeitig sangen, überlagerte es sich und man verstand im Endeffekt nichts. Ebenso war der Platz auf der Bühne doch etwas eng für die Band. Doch auch hier störten sich die Fans nicht daran und waren von Anfang bis Ende voll dabei. In der Zwischenzeit genehmigten sich die weniger Heidevolk-begeisterten einen Zwischenstopp draußen – im Club selber war es nämlich bereits sehr warm und stickig geworden. Und zur Freude aller standen die Jungs von Alestorm draußen und man konnte sich gepflegt unterhalten. Nette Kerle!

Nun betraten die Dänen Tyr von den Faröer Inseln die Bühne. Und noch mal stieg die Stimmung, der komplette Raum vor der Bühne war nun belegt. Und der Sound war auch… nein, im Gegensatz zu den beiden Vorgängern war der Sound sehr differenziert und klar. Die Band hatte eigens den bandeigenen Mischer mit, und das kam ihr sehr zu gute, da der Sound einfach zu der Musik passte. Dänische Volkslieder mit ordentlich Schunkelfaktor, das geht mit ein bisschen Bier intus direkt ins Blut. Dieser einfachen Logik folgend eroberten Tyr die Anwesenden mit ihren Hymnen wie „Hail to the Hammer“ oder „Hold the Heathen Hammer high“. Nach Tyr ging es an den Merchandisestand, und erfreulicherweise waren die Preise absolut human und teilweise sogar billiger, als wenn man einfach im Internet bestellt hätte (15 Euro für ein T-Shirt, 10 Euro für eine CD).

Es war Zeit, die schwarzen Segel für Alestorm zu setzen. Nahezu alle Anwesenden drängelten sich vor die Bühne, die Vorfreude war deutlich zu spüren. Unter lauten „Alestorm! Alestorm!“-Rufen betraten die vier endlich die Bühne und legten direkt los. Metallische Seemannshanties, spaßig intoniert, es herrschte eine Stimmung wie auf dem Oktoberfest. Mag mancher Alestorm musikalische Eintönigkeit vorwerfen. Doch mag auf CD das Konzept nach einiger Zeit auch langweilig werden, live sind Alestorm eine Partygarantie. Und Party gab es auch genug. In einer kurzen Spielpause wurde sogar eine kleine Wall of Death im noch kleineren Bastard Club gestartet. Der Sound… na ja. Direkt vor der Bühne hörte man nur die Monitorboxen, die laut Bandaussage extrem bescheiden abgemischt wurden, also bekamen die vorderen Reihen vom Gesang wenig bis gar nichts mit. Weiter hinten soll der Sound dagegen zumindest etwas besser gewesen sein. Alestorm spielten all ihre „Klassiker“ (die alle auch noch keine zwei Jahre alt sind), dazu zwei, drei Lieder vom neuen Album „Black Sails at Midnight“. Insgesamt einfach ein sehr spaßiger Auftritt.

Rückblickend betrachtet war das Konzert sicherlich ein Highlight für Osnabrück. Nicht nur, dass Veranstalter Carlo Korte es geschafft hat, 170 Besucher auf einen Dienstagabend zu locken, auch die Bands waren sämtlich routiniert und es gab keinerlei Totalausfälle. Und nicht zuletzt waren die Fans alle sehr nett, sodass auch das „Drumherum“ einfach passte. Wer mit Folk/Pagan/Pirate Metal etwas anfangen kann und nicht dort war, hat definitiv ein sehr gutes Konzert verpasst!

Setlist Heidevolk:

Krijgsvolk

Saksenland

Walhalla Wacht

Koning Radboud

Opstand Der Bataven

Het Wilde Heer

Het Bier Zal Weer Vloeien

Zwaard Geheven

Vulgaris Magistralis

Setlist Tyr:

Hold The Heathen Hammer High

Sinklars Visa

Tróndur I Gotu

Regin Smidur

Hail To The Hammer

Northern Gate

Lokka Táttur

Ólavur Riddararós

Ramund Hin Unge

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