Am vergangenen Samstag hat der Altmeister des Schockrock im Rahmen seiner „Welcome 2 My Nightmare-Tour“ in seine Welt der Albträume nach Bremen eingeladen. Den Support hat die noch junge, recht neue Band „The Treatment“ übernommen.


Pünktlich um 20 Uhr beginnen die fünf Jungs aus Cambridge mit ihrer Classic Hard Rock Show, die eine deutliche Färbung der 80er trägt. Die Briten mit den Haarmähnen, die jede Frau vor Neid erblassen lassen, machen mit ihrem erdigen und temporeichen Rock der Marke Airbourne ordentlich Druck – headbanging inklusive.

Dabei spielen sie vorallem Stücke aus ihrem Debütalbum „This Might Hurt“, das im Frühsommer diesen Jahres erschienen ist. Die Jungs, die im Rahmen der Tour mit Alice Cooper zum ersten Mal außerhalb des Königreiches spielen geben mächtig Gas, das Bremer Publikum von sich zu überzeugen. Sie spurten über die Bühne und halten den Kontakt zu den Gästen- mit Erfolg. Den Zuhörern ist für den Hauptact ordentlich eingeheizt. Dieser lässt aber etwas auf sich warten. Aber dem Sympathieträger Cooper verzeiht man gern seine Allüren. Etwas später als 21 Uhr ist es dann soweit. Der Vorhang hebt sich und Cooper wird auf einem meterhohen Gestell und unter viel Nebel und Getöse auf die Bühne gerollt. In ein Spinnenoutfit gekleidet, trägt er „Black Widow“ als ersten Song des Abends vor. Weiter geht es mit „Brutal Planet“. Mord und Totschlag herrschen vor in dieser, von Cooper gezeichneten, Version der Welt. Dazu passend wird der Song von düster bedrohlichen Riffs begleitet.

Bei „Billion Dollar Babies“ hat der Altmeister eigens gedruckte Dollarnoten aufgespießt, die er als Souvenirs für die Fans ins Publikum regnen lässt. Darauf, wie könnte es anders sein, prangt der Kopf des Schockrockers.

Zwischenzeitlich zieht sich Cooper zurück und überlässt die Bühne seinem Bassisten, der alles gibt, das Publikum zu animieren. Eine Aktion mit Seltenheitswert; das sieht man nicht alle Tage, bleiben doch grade die Bassisten einer Band eher im Hintergrund. Bei „It`s My Body“ erscheint Cooper mit einer besonderen Art des Schulterschmucks auf die Bühne: eine wirklich große und sehr lebendige Würgeschlange ist um seinen Hals gelegt.

Mit „I`ll Bite Your Face Off“trägt Cooper einen seiner neuen Songs vor. Dies kündigt er dann auch via seines T-shirtes an. „I`ll Bite Your Face Off“ ist absolut klassisch Cooper und wird vom Publikum begeistert aufgenommen. Es folgt ein Gitarrensolo von der attraktiven und äußerst talentierten Orianthi Panegaris, von den Zuhörern reichlich beklatscht.

Auch die kommenden Songs sind cineastisch theatralisch inszeniert. Bei der Ballade „Only Women Bleed“ hat Cooper die obligatorische Puppe mit auf der Bühne, die am Ende des Songs einem riesigen Frankensteinmonster weichen muss, das durchaus, gewollt oder nicht, eine gewisse Ähnlichkeit mit Zampano Cooper aufweist. „Feed My Frankenstein“ folgt.

Dann (endlich) folgt „Poison“, wie die hohe Mitsingrate deutlich macht, von Vielen sehnsüchtig erwartet. Der Song ist eindeutig Kult. Bei „Wicked Young Man“ muss Cooper erstmal einen aufdringlichen Fotografen, der sich auf die Bühne geschmuggelt hat, loswerden. Echt oder Inszenierung fragt sich der Zuschauer aber auch an dieser Stelle handelt es sich um Show. Als nächstes wird die Guillotine herein gerollt, von eingefleischten Fans bereits erwartet. Der Entertainer wird unter viel Gezeter darunter gezerrt und geköpft. Coopers vermeintlicher Kopf wird dann von einer düsteren Gestalt über die Bühne getragen.

Zum Abschluss des Konzertes erscheint Cooper in silber glänzendem Zylinder und passender Jacke auf der Bühne. Der zweite Kultsong des Abends folgt: „School`s Out“. Als besonderes Highlight untermauert Cooper seinen Song mit einer Pink Floyd Einlage von „The Wall“. Die prall gefüllte Halle reagiert begeistert. Es wird kräftig mitgesungen. Dazu fliegen riesige mit Konfetti gefüllte Ballons über die Bühne, die vom Altmeister mit dem Degen durchbohrt werden so dass sich das Konfetti über das Publikum ergießt.

Natürlich kann dieses Konzert nicht ohne Zugabe enden. Diese wird begleitet von einer Konfettikanone, die glitzernde Fäden ins Publikum schießt. Cooper präsentiert an dieser Stelle sein Outfit: ein Werder Bremen Trikot auf dem hinten groß „Cooper“ steht. Das Publikum jubelt. Nach 90 min. endet die perfekt inszenierte skurrile Show. Cooper hat eindrücklich unter Beweis gestellt, dass er auch mit seinen 63 Jahren noch ein großartiger Entertainer ist. Kein Albtraum sondern ein gelungener Abend mit großem Spaßfaktor für Jung und Alt.

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