Noch ziemlich neu, aber bereits sehr vielversprechend präsentiert sich der YouTube-Channel von Krempe aus dem Allgäu. Inspiriert von Ernie von Krachmucker TV bekam Krempe so richtig Bock, es mit einem eigenen Kanal zu versuchen. Zum einen findet er die Spezies Metal YouTuber in Deutschland untervertreten, und Inhalte, welche ihn interessieren, finden sich fast nur in englischer Sprache. Dafür kann er mit Konzertmitschnitten nicht so dienen, da das Allgäu nicht gerade das Mekka der Festivals und Metalkonzerte ist.

Krempe – ein „must watch“ für den Metal-Fan Ü30

Allgäu Doom - der YouTube-Channel von Krempe aus dem Allgäu

Allgäu Doom – der YouTube-Channel von Krempe aus dem Allgäu

Vor allem für den Ü30-Metal-Fan dürfte Krempe ein Highlight sein, da er sich als Jahrgang 1969 oftmals „back to the roots“ bewegt, und Motörhead, Judas Priest, Iron Maiden und viele mehr der Oldies but Goldies wiederbelebt. Krempe möchte auch einen Vergleich vom Metal der 80er zu heute ziehen, wie sich die Genres verändert haben etc.

Und genau da hakt er mit seinen ersten beiden Beiträgen auch ein, die handeln nämlich von den härtesten Songs der 60er Jahre. Und da hat er definitiv recht, dass es bei den deutschen Metal-YouTubern kaum „Zeitzeugen“ gibt, die einen guten Vergleich von Metal damals und heute abliefern können.

Während Goreminister und Co. gerne ihre „Pings“ zischen und zählen, setzt Krempe zwar auch auf eine Mass, allerdings feinste Allgäuer Kuhmilch. Kurzfristig etwas gewöhnungsbedürftig, nach längerem Betrachten beginnt man allerdings zu überlegen, ob man noch Milch im Kühlschrank hat und wann sie abläuft…. In späteren Folgen gibt es aber auch z.B. das schlechteste Bier Bayerns zu trinken etc.

Durch die Sendung wird Krempe begleitet von… nein, er hat noch keine Kuh unter Vertrag, aber „the evil ones“ sind drei Gartenzwerge, die ihm als Maskottchen abwechselnd beistehen. Herzerwärmend baumelt da beispielsweise der gelynchte „Happy Jack“ an seinem Strick.

Dann gehts gleich los mit harten Fakten – wer von euch hat gewusst, dass das Metal-Genre exakt am 13.02.1970 von Black Sabbath begründet wurde? Und welche Bands fallen in das Genre des Proto-Metal? Das lernt man alles in der ersten Folge „Die 20 härtesten Songs der 60er Jahre“.

Kanalintro | Allgäu Doom bei YOUTUBE ansehen:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=pjJg6eBFQhc

Super Perlen der Musikgeschichte und jede Menge Infos

Krempe präsentiert Raritäten auf Vinyl von Pink Floyd, Andromeda oder Bitter Creek und plaudert nebenbei über ein weiteres Stück Nostalgie: Das Tonbandgerät. Während für viele heutzutage Nostalgie eine Musikkassette bedeutet, kann er mit seinen Erinnerungen noch ein Stückchen weiter ausholen.

Ich persönlich finde, die beiden Folgen von „Die 20 härtesten Songs der 60er Jahre“ sind ein wirklich tolles Stück Musikgeschichte und fast eine Pflicht zum Anschauen, wenn man die Herkunft des Metal wirklich verstehen will. Auch Krempe findet immer mehr in seine Präsentation rein, was bei Videos von über einer halben Stunde auch wichtig ist, damit der Zuseher nicht am Rad dreht, wenn gestottert und gestammelt wird.

Unabhängig vom Bildungsauftrag gibts bei Allgäu Doom auch eine Menge Fun, zum Beispiel in der Folge, als sich Krempe aufmacht, um bei widrigsten Wetterbedingungen typische Allgäuer Biere zu erstehen und diese an den Goreminister zur Verkostung zu senden (ihr wisst schon, dass ist der mit dem Biercounter-PING).

Außerdem setzt Krempe bei seinem noch jungen Channel Allgäu Doom auf Plattentipps und die Präsentation von Kultalben.
Kurzum: Sehr sympathisch, fundiert, einfallsreich (man denke an das Intro von der Kirchenkanzel herab bei „Wir wollen nur deine Seele“) und der Content ist einfach ganz ein anderer, wie man ihn von Metal-YouTubern aus dem deutschsprachigen Raum gewohnt ist.

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Autorin: Doris


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