Mit „Marionette“ meldet sich die Band nicht nur mit dem angekündigten Album, sondern auch mit der neuen Frontfrau Britta Herzog zurück. Leider lässt das Cover durch seine schlechte Aufmachung einige Befürchtungen aufkommen. Dabei ist die Musik durchaus professionell gespielt und mit guten Ansätzen gespickt. Für erfahrene Musiker würde man allerdings erwarten, dass diese Ansätze ausgebaut werden. Stilistisch und soundtechnisch vergleichen sich Amartia mit The Gathering, was der ganzen Sache schon recht nahe kommt. Die Instrumentalisierung steckt auf diesem Album stark zurück und stellt in all der „progressiv-atmospherischen“ Gestaltung schnell die Geduld des Zuhörers auf die Probe. In der Info als Progressive Metal deklariert, würde ich allerdings nicht einmal großzügig die Bezeichnung „Rock“ gelten lassen, selbst wenn auf dem Album eine selten auftauchende E-Gitarre zeitweise etwas lauter gemischt ist.Insgesamt finden die Songs keine echten Höhepunkte und wirken eher wie Momentaufnahmen bestimmter Situationen .

Die Stimme der Frontfrau Britta Herzog ist dabei ein Lichtblick, wenn auch ohne einprägsame Linien oder große Möglichkeiten, sich optimal zu entfalten. Die Songtexte variieren dabei zwischen englischer, französischer und deutscher Sprache. Amartia präsentiert keinerlei Rockfaktor oder gar Highlights; vielmehr verstehe ich die Band mit einem künstlerischen Anspruch in Musik und Text, der sicherlich genauso gewollt ist, wie er auf „Marionette“ verewigt wurde. Es erfordert daher einen musikalischen und emotionalen Zugang zu dieser Scheibe. Ich persönlich kann sie in diesem Sinne leider nur echten Liebhabern weiterempfehlen.Anspieltipps: „Desert“, „NDE“

+ Bonustrack „Just Try“+ Multimedia – Track

Der General zieht seine Schlüsse: Die beigelegte Bandinfo hat einen geringen Gehalt, aber ein „Fretless Bass“ findet extra Erwähnung. Genau das ist leider in meinen Augen auch symptomatisch für die Musik der Band.