Beim Reinhören in das Debüt „River Of Tuori“ war die Vorahnung schon da: Hier will wieder einmal eine Band (bewusst oder unbewusst) klingen wie Nightwish. Im Vergleich zu dem gerade erschienen Album „The Clouds Of Northland Thunder“ weist das Erstlingswerk allerdings deutlich mehr Qualität auf als ihr Nachfolger. Sängerin Heidi Parviainen schafft es tatsächlich das ganze Album hindurch mit ungefähr denselben Noten auszukommen (die auch noch sehr hoch liegen). Ist ja im Prinzip nicht schlimm, wenn sich ihr Geträller nicht anhören würde, als singt sie sich gerade warm und dabei völlig vergisst, jegliche Emotionen in den Gesang einzubringen.

Mit jedem neuen Song der angespielt wird, kommt jedoch die Hoffnung auf, dass es besser wird (bis der Gesang anfängt), denn die Musik an sich klingt in Liedern wie „He Sleeps In A Grove“ oder „Lost Souls“ gar nicht mal so schlecht. Allerdings gehen die Melodien durch Heidis Aktivität unter. Von drei Gitarren in der Besetzung ist leider oft nur wenig bis nichts zu hören und wenn der Metal sich mal stellenweise durchsetzen kann, kommt die Band aus einem Standard-Speed-Power-Metal-Spiel nicht heraus.

Einen kleinen Lichtblick bietet die Ballade „Willow Of Tears“, die man schon fast als schön bezeichnen kann. Ruhigere Songs stehen der Sängerin eindeutig besser.

Zum Coverartwork und den Texten kann man nur sagen, dass es klischeehbelasteter kaum sein kann. Amberain Dawn erzählen von Geistern und Dämonen und verarbeiten existierende und erfundene Geschichten aus der ganzen Welt (laut Infoblatt des Labels). Naja, wer’s mag?!

Zum Support für Epica und Kamelot hat es schonmal gereicht. Mal sehen, wie weit Amberian Dawn noch kommen. Mit so einer Leistung nicht allzu weit, es sei denn es finden sich genug fanatische Nightwish-Fans, die mit jeder billigen Kopie zufrieden sind.