Wertung: 7 von 10

Es ist noch gar nicht lange her, genau gesagt etwas über vier Monate, da kamen Amplifier mit ihrem selbstbetitelten Debüt um die Ecke und erteilten Lektionen in Sachen epischen, sperrigen Rock-Brocken.


Mit der EP „The Astronaut Dismantles HAL“ verkürzen die Briten nun die Wartezeit auf das nächste Album. Obwohl bei knapp 35 Minuten reiner Spielzeit „EP“ irgendwie das falsche Wort zu sein scheint…

Aber das überrascht nicht wirklich, blieb doch auf dem Debüt auch nur ein Song unter fünf Minuten.

Der Opener „Continuum“ überzeugt in locker-flockigen neun Minuten und macht deutlich, dass der Drang zu größtmöglicher Dynamik im Songaufbau, das Prinzip „ruhige, filigrane Melodiebögen werden von wuchtiger, anschwellender Wall Of Sound erschlagen und feiern später Wiederauferstehung“ und der meist sphärische Gesang von Sel Balamir weiterhin die Charakteristika im Amplifier Kosmos bleiben.

Doch für mich macht noch etwas anderes die besondere Faszination dieser Band aus.

Die Atmosphäre.

Und die ist noch mal ein Stück weiter in den Vordergrund gerückt. Lässt man sich drauf ein, wird man von Amplifier’s Sound eingesogen und kann eine halbe Stunde abtauchen. Man wird selbst zum Astronauten, der in dunkler Schwerelosigkeit ins Ungewisse schwebt… Besonders das großartige „Live Human“ vermittelt einem das Gefühl einer Odyssee im Weltraum. Mein persönlicher Favorit.

Demgegenüber sucht man auf „The Astronaut Diamantles HAL“ krasse Ausbrüche wie bei „Motorhead“ und „Panzer“ vom Debüt leider vergebens, es geht etwas ruhiger zu, wie im groovigen „Into The Space Age“ und balladesken „For Marcia“.

Nichtsdestotrotz untermauern Amplifier mit dieser EP ihren Status als einer der innovativsten Rock-Formationen dieser Tage. Und mit „Everyday Combat“ haben sie sogar wieder einen potenziellen Hit-Kandidaten mit an Bord ihres Weltraumkreuzers.