Was Anathema hier abziehen, spottet jeder Beschreibung. Die „Musik“ ist genauso nichtssagend wie die dazugehörigen Promo-Fotos der Liverpooler. Damit kann man ganz sicher ordentlich Eindruck schinden bei Studentinnen der Sozialwissenschaften im zweiten Semester, aber mehr ist dann auch nicht mehr drin.

Anathema kommen aus dem Doom-Metal-Bereich und haben hier auch einige hochgepriesene Werke Ende der 90er abgeliefert. Davon ist nichts mehr zu erkennen: Jeder der neun Songs auf „Weather Systems“ beginnt mit Gitarren- oder Klaviergeklimper, was dann für 2-5 Minuten anhält und sich zum Ende in eine Art „Crescendo“ entlädt. Vincent Cavanagh versucht sich an etwas, was er wohl für eine radiotaugliche Singstimme hält und er kommt dieser Definition auch ziemlich nahe. Klingt schon so richtig schön nach Formatradio, sein Geknödel. Desweiteren kommen auch ganz, ganz viele synthetisch-klingende Chöre und Streicher zum Einsatz (ja genau: zum Ende eines jeden Songs) und versuchen das nicht vorhandene Songwriting zu überdecken.

Fazit: Ehemals angesehene Doom-Band hechelt irgendwelchen Trends hinterher und schafft sich damit selber ab. Muss man wollen, aber ganz sicher nicht haben.

Tracklist:

  • 01. Untouchable, Part 1
  • 02. Untouchable, Part 2
  • 03. The Gathering of the Clouds
  • 04. Lightning Song
  • 05. Sunlight
  • 06. The Storm Before the Calm
  • 07. The Beginning and the End
  • 08. The Lost Child
  • 09. Internal Landscapes