Denn Anders Manga – in persona Johan Edlund – hat die Bezeichnung Solokünstler mehr als verdient. Er komponiert die Songs, schreibt die Texte selbst, spielt Synths/Keyboard, Bass und Drums ein, und legt zum Schluss seine wunderbar, charismatische Stimme über das Ganze. Lediglich beim letzten Schliff lässt er sich helfen.

Das Resultat ist das sechste Studioalbum „Infinite Gaze To The Sun“ mit zehn Songs, die polarisieren. Entweder ist es ein Volltreffer oder ein klägliches Eigentor. Zum Glück überwiegen die Treffer. Absolut. Die ersten fünf Songs haben alles, was ein gutes düsteres gothiclastiges Dark Wave Lied ausmachen muss. Viel Bass, schräge Elektroeinlagen, Abwechslung und ganz wichtig, sie sind tanzbar. Zudem glänzen die Texte von Intelligenz und Tiefsinnigkeit, siehe „Catastrophe“ zu dem auch ein wunderbar gelungenes Video gemacht wurde, natürlich in schwarz-weiß Optik, was zu Anders Mangas stilvollem Image passt.

Mit Track Nummer sechs, wird eine Pause eingelegt. Ein dreiminütiges „Instrumental“-Stück (ob elektronisch erzeugte Laute, mit Instrumenten nun was zu tun haben oder nicht, sei mal dahin gestellt) beginnt schon nach einer Minute zu nerven, da immer dieselben Töne verwendet werden. „The Transit Begins“ ist ein ruhiger, schleppender, nachdenklicher Song, der ziemlich aus dem Rahmen fällt. Ein bisschen erinnert der Stil an dieser Stelle besonders an Paradise Lost zu Zeiten von „Symbol Of Life“.

Der nächste Song „Lead“ bewegt sich immer noch in den ruhigeren Gewässern und entpuppt sich als wahrer Gruselschocker-Song über einen „No-brainer Of A Fresh Kill“:

„Man or barbarian. A contradiction out of my hands, well help me try to make this transformation end… I spilled your blood and I’m sorry it’s just a curse and I’m so sorry you had to go“

Fazit: Anders Manga macht vielleicht keine abgefahrene, durchgedrehte Schwarze-Nacht Tanzmusik, wie es beispielsweise seine Landesgenossen Left Spine Down zu tun pflegen. Hier geht es abwechslungsreicher, besinnlicher und düsterer zu. „Gothotronic“ ist wohl das Wort, das seinen Stil beschreibt. Mit Ausnahme von drei Songs, die nun wirklich nicht zünden, ist das Album mehr als gelungen.

Anspieltipps sind „Infinite Gaze To The Sun“ und „Catastrophe“.

Hier noch das Video zum Song Catastrophe !

Tracklist:

  • 01. Murder In The Convent
  • 02. Catastrophe
  • 03. Fortress In My Heart
  • 04. Infinite Gaze To The Sun
  • 05. The Monster Demands A Mate
  • 06. Santa Sangre
  • 07. The Transit Begins
  • 08. Lead
  • 09. The Last Alarm
  • 10. Taste Of Blood (Theme From A Random 80’s Vampire Movie)