Wagt man sich ein erstes mal in die tiefen dieses Releases, fühlt man sich wie vor den Kopf gestoßen und meint ein wenig an der geistigen Verfassung der Bandmitglieder zu zweifeln. Erstaunliches jedoch erhebt sich bei mehrmaligem – ja ich kann mit Einschränkungen sagen – Genuss der CD. Plötzlich ergibt alles einen gewissen Sinn, die Unvereinbarkeit der einzelnen Stücke ergibt immer mehr eine in Beton gegossene Einheit. So paradox das auch klingen mag, probiert es selbst und ihr werdet staunen.

Da erwarten einen doomlastige Stücke, abgelöst von rasenden Krachern. Hier klingt Black Metal-Gekeife at it´s best, dort fühlt man sich im Strophengesang unweigerlich an Alice Cooper erinnert. Vielleicht kann man das ganze am Besten beschreiben, wenn man sich Secrets of the Moon auf haluzinogenen Drogen vorstellt. Trotzdem hat diese Scheibe was erotisches. Sie macht einen an. Durch die rebellische Nichteinhaltung jeglicher Konventionen verliert (im positiven Sinn) die Platte an Kälte und gewinnt an Einfühlungsvermögen in kranke Geister – was in meinen Augen verbindet, mit der Musik, mit den Musikern mit dem Leben und dem „Dahinter“.

„Sweet Poison“ ist kein Album für jeden Tag, da es den Geist und die Rationalität angreift und für sich einnimmt. Dennoch ein Album was spalten will und wird und diejenigen, die sich dafür entscheiden, unabdingbar in seinen Bann ziehen wird.

Aber Vorsicht: Suchtgefahr ohne Rückkehr!

Tracklist:

  • 01 Valium Holocaust
  • 02 Aerophobia
  • 03 Posttraumatic Stress Syndrome
  • 04 Dolcontine Blues
  • 05 Fucking Karma
  • 06 The U.F.O. is Leaving
  • 07 Rivotril Matja
  • 08 We Miss Them
  • 09 The Eyes Among Stars
  • 10 Sweet Poison