Wertung: 6 von 10

Das selbst veröffentlichte Album “Imago” der Osnabrücker Band Antipol ist eine Mixtur aus ruhigen, melodischen kurzen Zwischenparts und länger angelegten rockigen – teils Metal-lastigen Stücken.


“Imago” bedeutet in der Zoologie ein erwachsenes, geschlechtsreifes Insekt nach der Verpuppung. Dazu passend ist das Cover mit einem rangezoomten Insektenkopf verziert worden.

Der Stil des Albums ist eine Kombination aus komplexen Rhythmen sowie der ausdrucksstarken Stimme des Sängers. Das Album beinhaltet sowohl deutsche als auch englische Texte, die allerdings leider nicht bei allen Stücken gut herauszuhören sind. Ebenso vermisst der interessierte Hörer die Texte im Booklet, so können die Themen der Band nur erahnt werden.

Am Besten gefallen die kurzen Titel, die von einem zum anderen Stück leiten. Oft erzeugen sie eine sehr schöne Atmosphäre, wie beispielsweise das kirchlich angehauchte “Cathedrala” mit Streichersounds.

Von den längeren Stücken, überzeugt das “In Vein” am meisten, was durch ein druckvolles Schlagzeugintro eröffnet wird. Auch die melodischen Ideen des Gitarristen und Bassisten geben Schub. Für Tool-Fans dürfte das Basszwischenspiel ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Leider ist hier der Gesang sehr leise, so dass nicht genau nachvollziehen ist, worum es inhaltlich geht.

Warum das Album nach dem Titel “Imago” benannt wurde, ist etwas unklar, weil es nicht so überzeugen kann, wie der vorherige Track “In Vein”. Obwohl es gute Ideen gibt (schönes Bassoutro), zeigen sich hier noch Unsicherheiten im Zusammenspiel der Band. Auch der Gesang kann hier leider nicht punkten.

Dafür ist das folgende „Avolabimus“ ein sehr hörenswertes Instrumentalstück mit schöner Atmosphäre.

Das unbetitelte fünfte Stück ist auf deutsch gesungen. Es gibt ein paar schöne Textbilder, die naturbezogen sind, allerdings bleibt die Aussage des Stückes etwas im Dunkeln.

Insgesamt wird hier der Frontgesang einige Male schön in Szene gesetzt und auch das Outro mit Klavier und Gitarre ist gut gemacht.

Zum Hinhören ermutigt auch das Stück “Void”. Vom Stil ein bisschen mehr im klassischen Hard Rock (zumindest der Beginn) beginnt es schön druckvoll im ungeraden Takt. Auch der Tempowechsel innerhalb des Stückes und die Gitarrensoli sind gelungen. Textlich geht es um Leere und die Kernaussage des Stückes lautet “I want to be someone else”. Einziges Manko sind die gleichen Strophen und auch das rhythmisch interessante Ende könnte knackiger gespielt sein.

Das vorletzte Stück „Blind“ hat kirchliche Textbilder “Asche zu Asche” und beginnt mit dazu passendem lateinischen Gesang. Auch die Basslinie ist interessant, auch wenn sie etwas an “Bolero” erinnert. Stilistisch bewegen wir uns hier eher in Richtung Metal, was durch einen schönen Streicherteil durchbrochen wird.

Ebenso sphärisch wie das Album beginnt, endet es auch mit dem Titel “Transcendenz”.

Die Rechtschreibung dieses Stückes ist eine Mixtur aus dem englischen und deutschen Wort. Auch wenn die Schreibweise zufällig entstanden sein mag, spiegelt sie doch ganz schön die Kombination beider Sprachen in ihren Texten wider.

Fazit: Insgesamt ist zu sagen, dass gute Ideen auf viel Potential treffen, auch wenn die Qualität des Gesanges und des Zusammenspiels noch ausbaufähig sind.

Tracklist:

  • 01. Klangzeit
  • 02. In vein
  • 03. Imago
  • 04. Avolabimus
  • 05. –
  • 06. Void
  • 07. Catherdrala
  • 08. Blind
  • 09. Transcendenz
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