Jaja, der Sonntag.

Ein Tag der Familie, ein Tag, an dem man die Großeltern besucht, Zeit mit seinen Eltern verbringt und genau die Dinge tut, auf die man absolut keinen Bock hat.

Aber dieser Sonntag sollte anders sein als jeder andere, denn angekündigt hatten sich Hammerfall mit ihrer „Any Tour Necessary“ – Tour.


Mit neuem Album in der Tasche und den Vorbands Sabaton und Bullet gastierten sie in der Halle Gartlage im Herzen Osnabrücks, um das Publikum von sich einzunehmen.

Dieses umfasste altersmäßig eine breite Spanne: Sowohl die Metal-“Neulinge“, die eingesessenen Metaller als auch die Senioren der Metalszene fanden sich unversehends nebeneinander wieder.

Letztere dominierten die Szenerie von Anfang an, als die Hard-Rocker Bullet erschienen. Mit Motorraddröhnen verkündeten die Boxen den Beginn eines Auftrittes, der mit einem lauten Jubeln von Seiten des Publikums begrüßt wurde. Deutlich erkennbar war dabei die Anlehnung der Schweden an ihr australisches Vorbild AC/DC, wenngleich das Quintett ein wenig härter zur Sache ging. Schörkelloser, dreckiger Hard Rock über eine Zeitspanne von immerhin 40 Minuten, der nicht nur akustisch, sondern auch optisch zu überzeugen wusste. Weniger die Bullet-Leuchtreklame auf der Bühne als das ewiggestrige und darum überzeugende Outfit der fünf Musiker trugen dazu bei, die Menge vor der Bühne gut anzuheizen.

Generationenwechsel zugleich mit dem Bandwechsel: Nachdem sich die ältere Zunft zu dem klassischen Gitarrengehämmer verausgabt hatte, wurde sie passend zu Sabaton von der Generation 20+ abgelöst, die sich vor die Bühne drängte. Mit einem lauten “Hello Osnabrück – we are Sabaton … and this is „Ghost Division“ erschien das schwedische Panzerbataillon auf der Bühne, wobei Frontmann Joakim ganz unkriegerisch ein dickes Grinsen zur Schau trug.

Es folgte der Namensgeber des aktuellen Albums „The art of war“, der als perfekter Mitgröhlsong die Kehlen des Publikums vor der Bühne forderte. Wer auf dem Wacken Open Air 2009 dabei war, wird wissen, dass Joakim schon damals darauf bestand, dass die Menge nicht nach Sabaton riefe, sondern “noch ein Bier” zu fordern habe – eine schöne Sitte, die von dem Osnabrücker Publikum an diesem Sonntag auch ausgiebigst praktiziert wurde. Die Band quittierte das mit dem Satz “Germany is the only country where they do not ask for Sabaton, no, they ask for beer”, was ein lautes Gelächter beim Publikum hervorrief.

Die Kriegsmaschinerie lief mit dem Stück „Attero Dominatus“ weiter, bei dem die Menge einen ordentlichen Moshpit startete und ihr Gespringe bis zum Auftrittsende auch nicht mehr einstellte. Dieses fand statt mit dem Stück „Metal Machine“, auf der Setlist der Power Metaller humorvoll umbenannt in „Metal Dildo“.

Die Bühne wurde leer, die Halle wurde voll – das beliebte „Vorbands feiern“ außerhalb der Halle wurde aufgelöst, als sich der Headliner Hammerfall mit einem monsterhaften Intro ankündigte, das sich mit dem Stück „punish and enslave“ fortsetzte.

Das Publikum flippte angesichts des klischeemäßigen und damit altbewährten Auftretens, der entsprechenden Bühnendeko (mit Ruine und kleinem Wasserfall) und gelegentlicher Pyroeffekte schier aus.

Es ging weiter mit „Crimson Thunder“, wobei die Begeisterung der Meute vor der Bühne angesichts der klaren Falsett-Stimme des Fronters nicht enden wollte. Man sah durchgehend Haare flattern und die Menge freute sich über einen Hammerfall – typischen Gig.

Entsprechend war sie auch nicht mit nur einer Zugabe zufrieden. Nachdem die erste Zugabe nach dem Stück „Trailblazers“ das mitreissende „Let the hammer fall“ feilbot, wartete die zweite mit dem wahrscheinlich populärsten Stück von Hammerfall auf: „Hearts on fire“. Die Fans freuten sich, die Band ebenfalls, man hörte ein letztes Mal die gesamte Halle singen und moshte sich das Genick kaputt, bis der Auftritt dann endgültig vorbei war.

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