Zwei in Deutschland durchaus seltene Gäste gaben sich in Gestalt von Arkona und Heidevolk am 11. Juni im niederländischen Roermond an der deutsch/niederländischen Grenze die Ehre, wobei letztere mit der diesjährigen Heidenfest-Tour seit längerer Zeit auch endlich mal wieder Deutschland bereisen. Mit dabei hatten sie zwei einheimische Supportbands, Mondvolland und Grimm.


Den Anfang machten Mondvolland. Da wir leider erst spät in Richtung Roermond aufbrechen konnte, war mir nur der letzte Song der Band vergönnt, weswegen ich mir jede Bewertung der Band spare. Das Publikum konnten sie jedoch scheinbar nicht überzeugen, denn trotz vollem Haus war Bewegung in der Menge nicht zu finden.

Die Umbaupause bot dann Gelegenheit, sich einen Überblick über den Club zu verschaffen. Die Azijnfabriek ist ein mittelgroßes Jugendzentrum im Stadtzentrum von Roermond mit einem Fassungsvermögen für geschätzte 300 Besucher. An den Eingangsbereich schließt sich ein kleiner Barbereich an, in dem auch Platz für Merchandiseverkäufe ist, dahinter liegt dann der eigentliche Konzertraum.

Der Bierpreis ist mit 1,60€ für eine 0,25 Liter fassende Flasche lokales Bier recht gut bemessen, für den deutschen Gaumen, der überwiegend Pils gewöhnt ist, ist das sehr süße Bier aber gewöhnungsbedürftig, wenn auch sehr süffig.

Doch zurück zur Musik. Das Problem der mangelnden Bewegung innerhalb des Publikums änderte sich leider auch nicht, als Grimm die Bühne betraten. Diese beschallten das Publikum mit Black-Metal-lastigem Pagan Metal, was jedoch das Publikum bis zum Ende des Sets ziemlich kalt lies, erst da kam ein wenig Bewegung auf. Der Grund dafür dürfte in der mangelhaften Bühnenpräsentation bestehen. War die musikalische Darbietung souverän und ohne größere Patzer – das Stageacting müssen sie noch üben! Ein wenig steif in den Hüften und zeitweise ein wenig unmotiviert anmutend schafften sie es nicht, den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen.

Die dritte Band war dann auch schon das erste Highlight des Tages: Heidevolk. Und es wurde nicht nur eng im Publikum, sondern noch viel enger auf der Bühne. Diese war zwar für einen Club dieser Größe schon recht gut bemessen, aber der großen Besetzung von Heidevolk, bestehend aus sechs Personen, war sie nur teilweise gewachsen. Das tat dem Auftritt aber keinen Abbruch, Heidevolk gaben auf der Bühne trotzdem alles – und überzeugten! Schon beim ersten Ton war im Publikum kein Halten mehr.

Klassiker wie „Saksenland“ und der wunderbar harmonisch abgestimmte Gesang der beiden Leadsänger in Kombination mit der energetischen Bühnenshow sorgten sogar für erste zaghafte Moshpits. Der wirklich gute Sound, der allen Bands an diesem Abend zuteil wurde, tat sein Übriges, um den groovigen Pagan Metal und die immer wieder eingestreuten wuchtigen Blastbeatattacken richtig ‚rüberzubringen und für eine wirklich gute Party zu sorgen.

Fehlten nur die Headliner Arkona. Zwar haben sich die Reihen ein wenig gelichtet, die Stimmung war aber keineswegs schlechter, ganz im Gegenteil! Obwohl Heidevolk in Sachen Stimmung und Performance die Messlatte recht hoch angelegt hatten, legten Arkona in beidem noch einen drauf. Sie gingen auf der Bühne mit noch mehr Energie zu Werke. Besonders Sängerin Masha gab alles, um das Publikum zu Höchstleistungen zu animieren, was ihr prompt gelang. Musikalisch sind die Einflüsse ihrer slawischen Wurzeln nicht zu verkennen und so führten Arkona die Gäste auf eine Reise durch die slawische Geschichte. Zusammen mit der umfassenden, wenn auch nur durch digitale Einspieler zu realisierenden, Instrumentalisierung sorgte dies für eine einzigartig gute Stimmung im Publikum. Für dieses war es ein Auftritt, der sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Alles in allem war es ein wirklich gelungener Abend, der kaum Anlass zur Kritik lässt. Nur ein kleines Haar lässt sich in der Suppe dieses Abends finden: der Club könnte wirklich eine Lüftung vertragen, bei sommerlichen Temperaturen ist die Luft dort kaum zu ertragen.

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