Das Publikum heute Abend ist ein sehr gemischtes, kaum einzuordnendes, jedoch ist klar: es hat sich sehr viel verändert in der Szene über die Jahre hinweg. Typical HC- und Emo- Styles sind kaum zu sehen und das ist doch mal mehr als erfrischend.

Ziemlich pünktlich starten dann der Wiener Opener ihr Set. Warum allerdings ausgerechnet diese Band ausgewählt wurde um As friends rust auf ihren wenigen Europa Daten zu begleiten erschließt sich nicht auf Anhieb. Nothing cold can stay glänzen zwar mit brilliantem Sound, bieten aber in meinen Ohren eher beliebigen Oldschool Hardcore, welchen man gut bei New Yorker oder auch Bostoner Vorbildern abgeschaut hat, nicht mehr, nicht weniger. Erst der Dank an Defiance Records Chef Hoffi erklärt dann einiges. Da trink ich doch lieber noch ein Becks und rauch mir eine.

Nach einer relativ kurzen Umbau- Pause kommen dann As friends rust direkt mit ihrem (unter der Hand) Superhit We on some next level shit, den sicher jeder schonmal gehört hat, der zuweilen in den einschlägigen Indie- Diskos verkehrt, den aber vermutlich die wenigsten einzuordnen wissen. Leider ist der Sound im Vergleich zum Support eine mittlere Katastrophe und auch die auf Tonträger sehr melodisch gebannten Gesangsparts versacken komplett in unschönem, kehligen Gekrächze.

Fehlstart?

Den gut 150 Anwesenden scheint es erstmal egal zu sein, sie singen mit und reißen schön Finger und Fäuste in die Luft. Es folgen weitere Songs vom letzten Album vor dem Split „Won“, gemischt mit älteren Werken, von denen mir einige nicht wirklich geläufig sind. Und dann, ja was ist denn dann los? Der Sound hatte sich gerade etwas in Richtung erträglich eingeschaukelt und vor allem bei ihren älteren, hardcorigeren Nummern zeigten AFR etwas mehr von ihrem Können, als plötzlich Ruhe war im Stall. So richtig habe ich nicht mitbekommen was los war, es bleibt allerdings zu vermuten, dass sich das Basedrum- Fell oder ein ähnliches, auf die Schnelle, unersetzliches Teil verabschiedet hatte. Diese Panne hatte eine etwa 20- minütige Rauchpause zur Folge. Weiter ging es im Text mit dem zweiten (Szene) Hit und einer Art Label der Band Coffee Black. Begeistern konnten AFR mich allerdings nur noch mit Fist of time und vor allem mit einem meiner Alltime Lieblingssongs mit dem tollen Titel The First Song On The Tape You Make Her. Alles in allem wirkten As friends rust etwas lustlos, wie eine Zweckgemeinschaft oder, wenn man es positiv betrachten will, ein Haufen alter Freunde, die noch einmal einen kleinen Ausflug macht und nebenbei halt auch mal nen Konzert spielt. Nach, die Zwangspause nicht eingerechnet, guten 45 Minuten mit lediglich einer Zugabe war dann auch schon Schluss, für mich auch nicht zu früh. Good Bye As friends rust