Die Band ASP machte sich in der schwarzen Szene vor allem durch die musikalische Gothic Novel um den „Schwarzen Schmetterling“ und außergewöhnliche Veröffentlichungsformate wie Graphic-Novels und Comic-Album einen Namen. Die Musik der Band wird mit dem Begriff „Gothic Novel Rock“ gut umschrieben, wobei kein musikstilistischer Bezug zum Gothic Rock besteht.

Schauerliteratur in Veröffentlichungen von ASP

ASP - Neue Deutsche Härte und Gothic Novel Rock

ASP – Neue Deutsche Härte und Gothic Novel Rock

„Gothic Novel Rock“ bezieht sich vielmehr auf die Anlehnungen an die Schauerliteratur in Veröffentlichungen von ASP. Musikalisch bediente sich die Band in ihrer Anfangszeit an den typischen Stilelementen der sogenannten Neuen Deutsche Härte. Im Laufe der Jahre entwickelte ASP sich musikalisch weiter, Folkanklänge und Liedermacher-Elemente kamen zunehmend ins Spiel.

Gegründet wurde die Band 1999 in Frankfurt am Main von Alexander Spreng und dem Gitarristen Matthias Ambré. Der Spitzname von Sänger Alexander Spreng, Asp, wurde kurzerhand zum Bandnamen bestimmt, allerdings in Großbuchstaben geschrieben um zwischen Sänger und Band unterscheiden zu können. Das markante Bandlogo entwarf Alexander Speng bereits in dieser Gründungsphase. Nach Aufnahme einer ersten Demo-CD erhielt die die Band schließlich 2000 einen Plattenvertrag beim bekannten Szenelabel Trisol. Im November jenes Jahrs wurde das erste Album „Hast Du mich vermisst? (Der schwarze Schmetterling I)“ veröffentlicht. Die ursprüngliche Entscheidung, nicht live aufzutreten, verwarf ASP recht schnell nachdem einige Anfragen für Festivalauftritte an die Band herangetragen worden. Um als Band auch vor Publikum spielen zu können, wurden Schlagzeuger Oliver Himmighoffen und Bassist Andreas Gross als Bandmitglieder gewonnen.

Der erste Auftritt von ASP vor einem größeren Publikum fand 2001 beim Ostara-Festival statt. Im Oktober 2001 erschien bereits das zweite Album der Band, „Duett (Der schwarze Schmetterling II)“. Als Vorband von Umbra et Imago ging ASP 2002 das erste Mal auf Tournee. Die dritte Veröffentlichung der Band, „Zusammenkunft E.P.“ erschien im Juni 2002 und enthielt Remixe vom ASP-Stücken, Duette und Coverversionen. Das nächste Studioalbum „Weltunter (Der schwarze Schmetterling III)“ wurde erstmals in einem professionellen Tonstudio abgemixt und im August 2003 veröffentlicht.

Im Frühjahr 2003 supporteten ASP L’âme Immortelle und Unheilig, außerdem trat die Band bei verschiedene Festivals auf. Im Herbst ging ASP dann erstmals als Headliner auf Tour.

Im Jahr 2004 fanden die ersten Auftritte im Ausland statt und die Band spielte neben einigen anderen Festivals auch auf dem szenebekannten M’era Luna Festival. Von nun an kam es zu regelmäßigen Tourneen mit verschiedenen Vorbands. 2005 erschien das vierte Album aus dem Zyklus um den Schwarzen Schmetterling, „Aus der Tiefe“. Eigentlich sollte dies das letzte Album des Schmetterlingszyklus sein, doch das fünfte Album „Requiembryo “ führte ihn 2007 fort. Im Rahmen ihrer Alben schufen ASP verschiedene Charaktere wie die Figur Emma und das Varieté Obscur, auf die die Band auch später immer wieder zurückgriff. 2008 brachte ASP die Best-Of-Doppel-CD „Horror Vacui“ sowie ein gleichnamiges Buch mit Lied- und Begleittexten auf den Markt. Im gleichen Jahr erschien auch das Doppelalbum „Zaubererbruder – Der Krabat-Liederzyklus“, eine Interpretation des Krabat-Stoffes. Es erreichte eine Top 20-Platzierung in den deutschen Albumcharts. ASP absolvierte Tourneen und zahlreiche Festival-Auftritte, so dass in Folge zwei Live-Alben erschienen.

Auf Grund eines Burnout-Syndromes des Sängers musste die Band Auszeit einlegen. Es kam zu einigen Umbesetzungen und einer Neustrukturierung sämtlicher Bandaktivitäten. 2011 erschien das ASP-Album „fremd (fremder Zyklus Teil 1)“. Im März 2012 veröffentlichte ASP die Single „Eisige Wirklichkeit“, welche 13 Lieder enthält und in den deutschen Charts aufgrund dessen als Album geführt wurde.

[atkp_list id='55952′ limit='5′ template='bestseller‘][/atkp_list]

ASP – Fremd

ASP - Fremd

ASP – Fremd

Der Name dieser Band, die definitiv zu einen der Größen der deutschen Gothic Rock Szene zu zählen ist, wird den Wenigsten wirklich fremd sein und doch wird der geneigte Hörer auf dem neuen Album von ASP einiges als fremdartig empfinden. Mit dem siebten regulären Studioalbum erfindet die Band rund um Mastermind Alexander Frank Spreng weder das Rad, noch sich selbst völlig neu und dennoch ist mit dem Beginn des neuen „Fremder-Zyklus“ ein solider Grundstein gelegt worden für eine Zukunft, in der weder Fans noch Künstler selbst dem Schwarzen Schmetterling lange hinter her zu trauern haben.

Die Spuren des alten „Der Schwarze Schmetterling-Zyklus“ sind noch nicht vollkommen verwischt und so ziert das Cover des neuen „Fremd“-Albums ebenfalls ein Bild des schwarzen Wegbegleiters vergangener Tage. Auch musikalisch wurde die ein oder andere Brücke geschlagen, so findet man beispielsweise ein bereits bekannten Text in der Vorabsingle „Wechselbalg“ als Refrain wieder („Das Innerste veräußern und aufs Äußerste verinnerlicht.Ein Wechselbalg, die Welt getauscht. Wir werden sehn“), der bereits in dem Song „So viel tiefer“ als Intro Verwendung fand. Auch die Melodien der Stücke „Rücken an Rücken“ und „Schön, schön, schön“ lassen den Hörer an bereits Bekanntes denken, allerdings macht es diese Lieder deswegen nicht uninteressanter.

So gibt es auch deutliche Neuerungen, nicht zuletzt in der Besetzung, da Matthias Amré (Gitarrist und Produzent) nach zwölf Jahren gemeinsamen Musizierens die Band verlassen hat und von dem ehemaligen Umbra et Imago-Bassisten Lutz Demmler als festes Mitglied ersetzt wurde. Mit dem Abschluss der Metamorphose des alten Zyklus wurde darüber hinaus auch inhaltlich etwas neues begonnen: grundlegend ist der „(Song-)Schuster“ bei seinen Leisten geblieben und Themen der Aus- und Abgrenzung, das Fremd-Sein, der Umgang miteinander und das Anders-Sein finden auch in den aktuellen Texten ihren Raum – aber die Sichtweise hat sich dennoch auffällig verschoben von einem fortlaufenden Prozess hin zu einem starren Zustand des Seins.

Der Spagat zwischen der Weiterentwicklung der eigenen Musik, jedoch ohne dabei die eigenen Wurzeln völlig aus den Augen zu verlieren, gelingen ASP überaus erfolgreich. Man hat an der ein oder anderen Stelle experimentiert und gewagt neue Wege zu probieren auf einem Album, welches symbolisch für einen Neubeginn nicht nur eines Zyklus, sondern womöglich der Band selbst stehen könnte. Als Beispiel ist dabei der Titel „Eisige Wirklichkeit“ an zuführen, welcher mit seinen harten, durchgängigen Beats in den Strophen Anleihen von Industrialeinflüssen bekommt, bevor die Gitarre im Refrain zunächst wieder die Oberhand gewinnt. Einen Song später („The Mysterious Vanishing of the Foremar Family“)bekommt man dann eine Art gotisches Märchen erzählt, das musikalisch von Doom Metal-Klängen untermalt wird. Durch eine inhaltlich grausige Geschichte von dem unerklärlichen Verschwinden einer ganzen Familie wird dabei eine atmosphärische, düstere Stimmung erzeugt bei der die Band ihre Musik zu Recht als „Novel Rock“ bezeichnen kann.

Auch der mit 17:06 Minuten auffallend überlange Song „Angstkathedrale (Canterburry Version)“, der zunächst ruhig und etwas schwermütig beginnt, bevor er nach etwas mehr als der Hälfte deutlich an Geschwindigkeit gewinnt, beinhaltet Neues. So wird das Stück untermalt von einer Mischung aus Gitarre, Piano und einem Synthesizerklang, der stark an die 80er Jahre erinnert. Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten und musikalischen Variationen verliert man beim Hören des Stücks im Endeffekt, trotz seiner Überlänge, nicht das Interesse, was nahezu sinnbildlich für das komplette Album stehen kann.

Des Weiteren ist zu erwähnen, dass zwar gerade mal neun Stücke den Weg auf das Album geschafft haben, dieses aber mit einer Länge von 66:59 Minuten seine Grenzen beinahe völlig ausschöpft. Der Versuch, die enthaltenden Stücke zusammen zu fassen, stellt sich trotz geringer Anzahl als keine einfache Aufgabe heraus, was aber auf die gute Qualität des Gesamtproduktes zurück zu führen ist: Charakter und Stil heben sich besonders durch den Facettenreichtum der Platte hervor, sie ist abwechslungsreich und sehr ästhetisch gehalten; frei nach dem Motto: Qualität statt Quantität! Trotz einer durchweg melancholischen Grundstimmung gelingt es auf dieser CD, unterschiedlichste Wege aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, zu verbessern und durch unterschiedlichste Stilmittel ein abwechslungsreiches, interessantes Werk zu präsentieren, welches mal düster, melancholisch und beinahe depressiv daher kommt um dann im nächsten Moment bereits wieder tanzbar und nahezu fröhlich zu wirken. Dabei profitiert die Musik von ASP einmal mehr von der Leistung des Sängers und Songwriters Alexander Frank Spreng, welcher nicht nur durch seinen ausdrucksstarken und unverwechselbaren Gesang dem Album seinen Wert verleiht, sondern insbesondere auch durch seine Texte.

Diese erschweren zwar den direkten Zugang zum Album, aber gerade durch die Verpflichtung zu einem mehrmaligen, intensivem Hören bleibt auch das kleinste Detail nicht unentdeckt. Doch bleibt gerade bei ASP die beste Möglichkeit ihre Musik zu verfolgen, wenn die Herren selber auf der Bühne stehen. Das dies mittlerweile bereits einigen bekannt ist sorgte dafür, dass es bereits mehrere Zusatzkonzerte auf der letzten Tour zum „Fremd“-Album gegeben hat und für das Frühjahr bereits sechs weitere angekündigt wurden. Bis dahin bleibt nicht nur den Fans ein mehr als gelungenes musikalisches Produkt, das mit seinem Buchähnlichen Hardcover inklusive einem 28-seitigen Booklet seinen Kauf in jedem Fall wert ist.

Tracklist:
1. A Prayer For Sanctuary
2. Wechselbalg
3. Eisige Wirklichkeit
4. The Mysterious Vanishing Of The Foremar Family
5. Rücken An Rücken
6. Angstkathedrale (Canterbury Version)
7. Schön Schön Schön
8. FremdkörPerson Erstens
9. Unverwandt

———-

Label: Trisol / Gothic Novel Rock Records / Soulfood
Genre: Gothic Rock / „Novel Rock“
Releasedate: 2011-10-21
Web: http://www.aspswelten.de/
Punkte: 9

Autor: Manu

ASP – Aus der Tiefe

ASP - Aus der Tiefe

ASP – Aus der Tiefe

Gut 6 Jahre ist es her, da tauchten ASP zum ersten Mal mit ihrem Debüt „Hast du mich vermisst?“ auf.

Seit dieser Zeit haben sie nicht nur einen beständig größer werdenden Fankreis bekommen, sondern genießen bei vielen schon Kultstatus, und das nicht nur durch Hits wie „Ich will brennen“ oder „Und wir tanzten“, sondern auch durch die Geschichte die sie erzählen, die Geschichte vom Schwarzen Schmetterling, die auf ihrem neusten Longplayer „Aus der Tiefe“, in die vierte Runde geht.

Auch auf diesem Album bewiesen die Frankfurter, dass sie es verstehen, fesselnde und atmosphärische Musik zu erschaffen mit Texten, die nachdenklich stimmen aber auch einfach nur schöne Geschichten erzählen. Was mir beim neuen Machwerk gut gefällt sind die gesprochenen Passagen zwischen den einzelnen Songs, die alles zu einem Ganzen verknüpfen.

Musikalisch sehr anspruchsvoll und durchdacht kommen die Songs daher, so hört man z.B. bei „Aus der Tiefe“ das Leitmotiv des Songs „Me“ im Hintergrund und auch die Reprise von „Tiefenrausch“ passt sich perfekt ins Gesamtkonzept ein. Sehr cool vom textlichen her ist der Song „Panik“ bei dem in der Strophe das letzte Wort jeder Zeile identisch ist mit dem ersten der folgenden, jedoch nur einmal gesungen wird, so dass man richtig aufpassen muss um den Texte nachzuvollziehen! Wahnsinn!

Violine und Geige sind übrigens nicht per PC eingefügt sondern werden von Gastmusikern gespielt, was ebenfalls die Scheibe sehr authentisch macht.

Wer wieder mal einen Song mit Hitpotenzial erwartet wird bei „Schwarzes Blut“ fündig, der zumindest für mich neben „Werben“ das Highlight der CD ist, obwohl kein einziger Song es verdient hat, nicht gelobt zu werden.

Kleines Highlight ist dann auch noch die Geschichte in der Geschichte mit Namen „Spiegelauge“, die in den letzten vier Songs erzählt wird.

Alles in Allem ein absoluter Pflichtkauf für jeden, der auch nur annähernd Gothic-Rock mit elektronischen Einflüssen mag und auch für jene, die ASP noch nicht kennen und gerne mal kennen lernen wollen. Hier kann man nichts falsch machen!

Einfach nur geil diese Scheibe! Bestnote!!!

Anspieltipps:
– Beschwörung
– Schwarzes Blut
– Ballade von der Erweckung
– Werben

———-

Label: Trisol
Genre: Gothic
Releasedate: 2005-07-04
Web: http://www.schwarzer-schmetterling.de
Punkte: 10

Autor: Picco

ASP & Herzfeind in Osnabrück

Zum wiederholten Male machten am vergangenen Donnerstag die Musiker der „Gothic Novel Rock Band“ ASP während ihrer Maskenball-Tour halt in Osnabrück. Mit in die Halle Gartlage brachten sie nicht nur Stücke ihres neuen Albums „Maskenhaft„, sondern auch die Band Herzfeind, ein Nebenprojekt der zwei Dreadful Shadows-Mitglieder André Feller und Juliane Richter.

Pünktlich um acht ging es los mit dem zuvor recht unbekannten „Elektropunkmonster“ Herzfeind. Die Möglichkeit, dort ihr Können unter Beweis zu stellen, erhielten sie durch ein Online-Voting, bei dem die Fans für jedes der 19 Konzerte der aktuellen ASP-Tour andere Künstler als Vorband wählen konnten. Dementsprechend dankbar und motiviert nahmen Herzfeind diese Aufgabe auch wahr, das Publikum blieb dennoch eher statisch – zu Unrecht. Künstlerisch mal gewogener, mal härter, spielten sie sich professionell und gekonnt durch die 42 Minuten, die ihnen zur Verfügung standen. Mich persönlich erinnerten die beiden tonangebenden Menschen, André und Juliane, zeitweise entfernt an eine softe Gothic-Version von Atari Teenage Riot, was in erster Linie an den abwechselnd weiblichen und männlichen Gesangsparts gelegen haben mag. Für große Überraschung sorgte dann kurz vor Schluss die Ansage, dass ihr Gitarrist früh morgens krankheitsbedingt absagen musste und die Gitarrenriffs daher vom Laptop gekommen seien. Kannte man die Band vorher nicht, ist es nicht mal aufgefallen – was durchaus für die Klasse dieser Künstler spricht.

Nach kurzer Pause folgte dann der Auftritt, für den die meisten Zuschauer an diesem Abend die Halle Gartlage betreten haben: ASP. Der Unterschied war auch direkt spürbar, nicht nur musikalisch, sondern vor allem im Publikum. Blieb dieses vorher noch oft still verharrend vor der Bühne, kam jetzt deutlich mehr Bewegung ins Spiel, was nicht zuletzt auch an den bestechlichen Entertainmentkünsten des Sängers liegen mag. Eingestimmt wurde durch das Intro des neuen Albums, „Augenaufschlag“, bevor man über fast zwei Stunden verteilt eine bunte Mischung aus den Stücken des neuen Albums, wie auch bereits bekannten Klassikern der Band präsentierte. Aufällig war auch, dass diesmal deutlich weniger Publikum vor Ort war als man eigentlich von ASP-Konzerten gewohnt ist – sind es beim letzten Auftritt in Osnabrück noch gut 1500 verkaufte Tickets gewesen, gingen dieses Mal im Vorverkauf nur ca. 450 über die Theke. Der Stimmung auf und vor der Bühne tat das aber keinen Abbruch. Spätestens als die auch über die Szene hinaus bekannten Stücke „Krabat“, „Ungeschickte Liebesbriefe“ und „Ich will brennen“ aus den Boxen schallten, gab es kein Halten mehr. Gekonnt sympathisch ließ es sich Mastermind Alexander „ASP“ Speng auch nicht nehmen, das Publikum sowohl gesanglich, als auch körperlich mit einzubeziehen. Sogar so weit, dass er sich zwischenzeitlich dazu genötigt fühlte, augenzwinkernd etwas klarstellen zu müssen: man werde enttäuscht sein, wenn man denke, es käme jetzt der lustige Teil des Abends … immerhin sei man bei einer Gothic-Band.

Alles in allem ein gewohnt musikalisch eindrucksvoller Auftritt der Garanten für unterhaltsame Gruselgeschichten, der keinen der Fans enttäuscht zurückließ. ASP bleiben einfach immer eine Reise wert, und ihre Konzerte sind uneingeschränkt zu empfehlen, auch für eigentlich der Gothic-Szene nicht immer zugewandten Menschen.

—————————————

Location: Halle Gartlage
Datum: 2013-09-26
Autor: Manu

ASP, Mono Inc., Caputt

Bereits um 18:30, eine halbe Stunde vor dem offiziellen Einlass, zog sich eine Schlange von wartenden Besuchern von dem Eingang des altehrwürdigen Osnabrücker Hyde Parksy über den Parkplatz bis hin zur Straße. Nach gefühlt unzähligen Minuten in der Kälte öffnete sich jedoch schließlich die Tür und die Menge strömte in die Halle.

Die erste der Vorbands war Caputt, eine Industrial/Gothic-Formation aus Oberhausen. Das Trio konnte das Publikum sichtlich nicht so sehr mitreißen, wie es vermutlich erwünscht war, weder mit den Songs, noch mit der Performance. Es dauerte eine gewisse Zeit, bis das Licht optimal auf die Band eingestellt war, ebenso ließ die Akustik deutlich zu wünschen übrig.

Mit der zweiten Vorband war Mono Inc. spielte nachfolgend eine Gruppe auf, die mit ihrer fast zehnjährigen Bandgeschichte einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzen. Dunkler Synth-Rock im Stile von Depeche Mode oder den Sisters of Mercy heizte die Menge ein – und bei den Hamburgern stimmte alles, sowohl Musik als auch Lightshow und das Auftreten der Band. Die vier Musike schafften es, das Publikum zum Mitmachen und Abfeiern zu animieren. Dies lag vermutlich zu einem Großteil an Martin Engler, dem aufgedrehten Sänger der Band, der scheinbar pausenlos wie ein Flummi über die Bühne hüpfte.

Auch hier endete der Auftritt nach ca 5 Liedern und der Headliner des Abends trat auf.

Zum Intro von ASP wurde der Saal in einem stimmungsvoll-dunklen Blau beleuchtet, bereits der Einmarsch der Band wurde mit heftigem Applaus des Publikums quittiert, so dass scheinbar der Hyde Park bebte.

Die ersten Stücke des Intro-Medleys stammten erwartungsgemäß aus dem aktuellen Album „Zaubererbruder“ und bildeten den Übergang zu den bereits sehr alten, aber dennoch Stücken aus dem fünf Alben umfassenden “Schmetterlingszyklus”, der im Fanclub von ASP und in einschlägigen Discotheken bereits Kultstatus erreicht hat.

Nach einer ausgiebigen Begrüßung des Publikums ging es auch schon mit dem ASP-Klassiker „Ich bin ein wahrer Satan“ weiter, das jeder eingefleischte ASP-Fan natürlich lauthals mit“singen“ konnte. Die Stimmung war großartig und die Euphorie der Bandmitglieder sprang schnell auf das Publikum über.

Wie ASP es in seiner Ansage verlauten ließ, sollte das folgende Stück auf das Akustikkonzert des letztes Jahres anspielen. Das Lied hiess “nimm mich” und wurde in einer nur mit Gitarre begleiteten Akustikversion vorgetragen.

Neben altbekannten Stücken gab es auch einige komplett Neue. „Wer Sonst?/ Im Märchenland“ heisst die neue Single von ASP, deren titelgebende Stücke dem Osnabrücker Publikum präsentiert wurden.

Die Darbietung des ASP-Klassikers “Und wir tanzten” war unbeschreiblich. Sänger Alexander “ASP” Frank Spreng räkelte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Bühe, als sei dieses Stück erst gestern geschrieben worden und nicht vor mehr als zehn Jahren. Die Stimmung hatte wiedermal einen ihrer Höhepunkte erreicht und es war auch hier und da eine Träne im Publikum zu sehen.

Es folgten noch weitere großartige Stücke wie “Schwarzer Schmetterling” oder “Sing Child”.

Nach vier Zugaben brannte das Publikum buchstäblich bei dem bekanntesten Stück “Ich will brennen”. Zum Glück wurden in den vordersten Reihen Becher mit Wasser verteilt.

So ging ein wundervoller Abend zu Ende, den ASP und die beiden Vorbands in der Halle mit einer einer Autogramm- und Fotostunde mit den Fans beschlossen.

Playlist ASP
01 Intro
02 Verwandlungen
03 Weltunter
04 Ich bin ein wahrer Satan
05 So viel tiefer
06 Krabat
07 Im Märchenland
08 Schwarzer Schmetterling
08 Raserei
09 Kokon
10 Zaubererbruder
11 Nimm mich (akustisch)
12 Sanctus Benedictus
13 Demon Love
14 Me
15 Wer Sonst
16 Besessen
17 Und wir tanzten
18 Denn ich bin der Meister
19 Schwarzes Blut
20 Sing Child
21 Werben
22 Sage Nein
23 Ich will brennen
24 Abschied

—————————————

Location: Hyde Park, Osnabrück
Datum: 2009-10-04
Autor: Marianna Gelmann


Wie hat Dir der Artikel auf metaller.de gefallen?

ASP – Neue Deutsche Härte und Gothic Novel Rock: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne5,00von 5 Punkten, basieren auf 1abgegebenen Stimmen.
Loading...