Wertung: 6 von 10

Audiogen, ein Ingolstädter Trio (Sylvia Staas Gesang, Michael Irmler Gitarre und Chris Hofbauer Drums), ist eine deutschsprachige Band, die für sich den Anspruch erhebt, einen neuen Stil entwickelt zu haben, welcher Metal, Rock und auch E-Pop miteinander verbindet.


Diesen Stil veröffentlichte die Gruppe nun erstmals im Juli 2006 auf ihrem Debüt-Album „Raumhaft“. Vermerkt sei hier, dass die drei durchaus alle schon Erfahrung in ihrer Ursprungsband Meskalin sammeln konnten, die jedoch, mit einem einhergehenden Stil Wechsel verbunden, umbenannt worden ist. Seit Mai 2006 gilt nun also Audiogen als offizielle Bandbezeichnung. Etwas abgehoben klingen die Songs aus „Raumhaft“ tatsächlich. Staas ziemlich hohe Stimme trägt dazu ebenso bei, wie auch der Einsatz elektrisch generierter Geräusche, welcher die Tracks immer im Hintergrund ergänzt. Hofbauer und Irmler schaffen es, ihr Spiel manchmal lange zu synchronisieren. Diese Passagen, die oft viel Power in sich bergen, sind tragend für den Eindruck von Metal Elementen. Da aber die Lieder oft langsam vorgetragen werden und viel Melancholie zu Tage fördern, ist der Metal in der Minderheit. Außerdem gibt es nur wenige expressionsstarke Riffs, die, wenn sie denn mal auftreten, sehr schwach wirken. In Bezug auf die Texte verraten bereits die Titel, dass das Album tatsächlich Bezug auf die eigene Überschrift nimmt, also intergalaktische Themen verwendet. In Titel 3 („Mondbar“) geht es zum Beispiel um den Mond, und das die mit „Ich“ beschriebene Person mit jemandem (Geliebter oder Geliebte) dort sein möchte, um Distanz zur Erde zu gewinnen. Überhaupt scheint die Liebe eine wichtige Rolle für den Songwriter zu sein, denn auch in „Wars das?“ geht es um das Ende einer Beziehung. Für jemanden, der melancholisch emotionale Musik mag, für den dürfte „Raumhaft“ durchaus etwas wert sein, auch wenn die Inhalte nur begrenzt variieren. Das gilt natürlich nur, wenn die Person nichts dagegen hat, dass sich musikalisch ein neuer Horizont in Richtung elektrischer Variablen auftut. Mir persönlich hat das nicht ganz zugesagt, weswegen es insgesamt, inklusive Ausführung und sprachlicher Gestaltung 3 Gitarren gibt. Ohne eine besondere Begründung ist übrigens „Liebes Ding“ mein Lieblings Track.