OM: Hi Grailknights. Schön, dass ihr ein wenig Zeit für uns übrig habt. Kommen wir direkt zur ersten Frage. Wart ihr denn heute mit dem Osnabrücker Battle Choir zufrieden?

Sir Optimus Prime: Ja, natürlich. Wir hatten nur ein bisschen Bammel, weil der Battle Choir heute klein aber fein sein sollte. Das wussten wir schon im Vorfeld. Aber ich muss sagen, dass die Energie einfach großartig war. Mir hat es jedenfalls richtig Spaß gemacht.

Count Cranium: Ja, es kam richtig was geflogen. Es gab sogar einen Pit, das hatten wir auch lange nicht mehr. Dr. Skull ist sogar auf seinem Arsch gelandet. Das fand ich richtig gut, haha.

Sir Optimus Prime: Außerdem war der Battle Choir heute sehr textsicher. Und das obwohl auch sehr viele Neue dabei waren, die die Grailknights heute zum ersten Mal gesehen haben. Also wenn sie uns nicht die Hucke voll gelogen haben.

OM: Dann habt ihr also eure heutige Mission, den Gral zurückzuerobern erfolgreich abgeschlossen?

Sir Optimus Prime: Wo ist der Gral eigentlich? Haben wir den etwa schon wieder verloren?

Alle Grailknights: Ne, echt jetzt? Schon wieder? (allgmeines Stönen)

OM: Das führt mich ja gleich zur nächsten Frage. Warum verliert ihr den Gral eigentlich immer wieder?

Count Cranium: Wart mal, ich glaube das kann ich erklären. (Der Count lässt sich zwei Bierflaschen geben und klackert diese grinsend aneinander). Das wird wohl hauptsächlich mit unserem Bierkonsum zusammenhängen. Sovereign, solltest du dich nicht um den Gral kümmern?

Sovereign Storm: Nein, ich habe Stalldienst bei Zapfi, ich bin raus.

Sir Optimus Prime: Ihr seht, es fehlte mal wieder an klaren Zuständigkeiten. Das passiert uns ständig. Aber morgen in Köln holen wir uns das Ding dann wieder zurück.

OM: Kommen wir zu eurem neuen Album „Calling the Choir“. Wie sind da so die ersten Reaktionen?

Sir Optimus Prime: Positiv. Überwiegend positiv. Wir hören beispielsweise, dass das neue Album sehr vielfältig sei und dass wir uns weiterentwickelt haben. Natürlich gibt es auch immer diejenigen die sagen, dass wir uns nicht mehr so anhören wie früher. Und das stimmt auch. Aber innerhalb von sechs Jahren passiert halt auch so Einiges. Und dass sich da dann auch etwas verändern muss, finde ich ganz normal. Absoluten Stillstand finde ich schrecklich. Und wenn jetzt jemand kritisiert, dass ihm die Death Metal Anteile fehlen, dann kann ich dazu nur sagen, dass das auf dem nächsten Album schon wieder ganz anders aussehen kann. Songwriting ist bei uns zu einem großen Teil so ein Stimmungs-Ding. Wir machen ja keine Konzeptalben.

Earl Quake: Es sind die Dinge, die uns gerade einfallen oder sich über eine bestimmte Zeit hinweg entwickeln. Die Songs sind sozusagen eine Art Momentaufnahme und spiegeln das wieder, was uns gerade bewegt.

Sir Optimus Prime: Natürlich haben wir auch konkret am Album gearbeitet und darauf geachtet, dass bestimmte Grailknights Trademarks vorhanden sind. Wir wollen zum Beispiel diesen typischen epischen Grailknights-Sound unbedingt drin behalten.

Count Cranium: Wir probieren uns natürlich auch aus, wollen aber am Ende des Tages auch mit dem zufrieden sein, was wir da abliefern. Wie sollen wir Dr. Skull denn sonst vernünftig vertreiben können?

Sir Optimus Prime: Man darf auch nicht vergessen, dass wir als Band auch noch weiter zusammen wachsen müssen. Und das ist gar nicht so einfach mit einer mehr oder weniger komplett neuen Band. Da sind wir aber auch schon auf einem guten Weg. Und ich bin der festen Überzeugung, dass man das auch sehen kann. Von daher bin ich schon sehr gespannt auf das nächste Album, weil das noch mehr ein Abbild der neuen Grailknights sein wird.

OM: Wie läuft denn bei euch so ein Prozess ab? Wie geht ihr ans Songwriting ran? Wie laufen die Proben ab?

Sovereign Storm: Meistens läuft das so ab, dass jeder seine Ideen mit in den Proberaum bringt. Dann zocken wir ein bisschen drauf rum und versuchen daraus einen Song zu basteln.

Earl Quake: Wir verlassen uns natürlich auch immer auf unser Bier. Das spielt eine sehr große Rolle, wenn nicht sogar die größte.

Sir Optimus Prime: Ja, es ist wirklich sehr unterschiedlich wie die Songs entstehen. Bei „Absence of Gravity“ war der Song eigentlich schon zu Anfang fast fertig, und es musste nur noch ein bisschen Feinschliff daran gelegt werden. Manchmal sind es aber auch nur Fragmente, die wir dann zu einem Song zusammenbauen.

OM: Das neue Album klingt vom Sound her etwas nach „Mantel und Degen“ oder Seeräuber Thematik. War das bewusst so gewählt?

Sir Optimus Prime: Nicht unbedingt. Sicher versprühen Titel wie „Sea Song“ oder „Morning Dew“ diesen Seefahrer Sound. Man muss aber dazu sagen, dass diese Stücke bereits zwischen 2009 und 2010 entstanden sind und gar nicht unbedingt zu unseren neueren Stücken zählen. Ich stehe zwar auf diese Art von Musik aber es kann auch gut sein, dass auf dem nächsten Album überhaupt kein Seefahrer Song ist.

Earl Quake: Wir gehen ja nicht mit der Vorgabe an ein Album heran, dass es mindestens eine Ballade, zwei Seefahrer Songs, zwei Up-Tempo Nummern, usw. enthalten muss. Jeder bringt seine Ideen ein, die man dann noch mal durch den Filter von zwei, drei Leuten laufen lässt. Diese Idee ist dann die Seele des Stücks und daran wird weiter gearbeitet. Das kann dann in ganz verschiedene Richtungen gehen und ist letzten Endes eher ein Zufallsprodukt.

OM: Dann dehnt sich also der Entstehungsprozess von „Calling the Choir“ schon auf die letzten fünf bis sechs Jahre aus?

Sir Optimus Prime: Ja, aber der überwiegende Teil ist tatsächlich erst ca. eineinhalb Jahre alt. Also ungefähr so alt wie die aktuelle Besetzung. Es gab bereits drei ältere Songs, die zum Teil sogar noch aus der alten Besetzung stammten. Und dann gab es ja diese Pause und die neue Besetzung. Und als die neue Band dann endgültig stand, haben wir auch angefangen, die neuen Stücke zu schreiben. Deswegen ist auch der überwiegende Teil der Stücke wirklich neu.

OM: Dann wird es also bis zum nächsten Album keine sechs Jahre dauern?

Count Cranium: Hmmmmm (er verzieht schmerzerfüllt das Gesicht)

Sir Optimus Prime: Was soll das denn bitte. Kannst du dir jetzt endlich mal einen Schuss setzen, du bist heute einfach nicht zu ertragen. Aber Spaß beiseite. Nein, es wird ganz bestimmt keine sechs Jahre dauern. Mit den Jungs wird es auf jeden Fall schneller gehen.

OM: Wie muss ich mir die Grailknights denn vorstellen, wenn sie ihre Rüstungen mal aussziehen?

Alle Grailknights: Die ziehen wir nie aus. Riechst du das nicht?

Earl Quake: Wir schlafen damit, wir duschen damit, wir putzen unsere Fenster damit, wir machen einfach alles damit. Darum haben die Rüstungen auch diese praktischen Reißverschlüsse für unsere Notdurft.

OM: Also sind die Rüstungen für euch wie eine zweite Haut?

Sovereign Storm: Eher wie die erste Haut. Ich glaube die ist schon komplett verwachsen. Ich will lieber nicht darunter gucken.

OM: Wie seht ihr denn die Zukunft? Wie oft werdet ihr noch gegen Dr. Skull antreten müssen, bis ihr ihn endlich besiegt habt?

Count Cranium: Tja, wenn wir nicht so viel saufen würden, dann wären wir das sicherlich etwas erfolgreicher und schon etwas weiter.

Sir Optimus Prime: Also ich glaube, dass dieses Jahr das härteste der Bandgeschichte wird. Wir haben jetzt alleine schon 17 neue Gigs für die Wacken Roadshow. Dazu kommen dann noch ein paar Shows im Sommer, zum Beispiel auf dem Dong Open Air, dem Metal Frenzy und dem Metal Splash.

Earl Quake: Ja, wir haben dieses Jahr bereits rund dreißig Gigs. Und wir sind erst am Anfang des Jahres. Vielleicht kommt da ja noch was.

Sir Optimus Prime. Monsters of Rock, Donnington oder Rock in Rio wären geil.

Count Cranium: Oder das Kartoffelfest in Otze (schallendes Gelächter)

OM: Ok, damit wären wir auch schon am Ende des Interviews angekommen. Wollt ihr noch ein paar Worte an den Battle-Choir richten?

Sir Optimus Prime: Ja, sehr gerne. Zuerst einmal vielen Dank an Osnametal.de für den Support über die ganzen Jahre. Dann grüßen wir den Battle-Choir Osnabrück und bedanken uns, dass wir hier sein durften. Es hat richtig Bock gemacht. Und besucht unsere Shows auf der Tour, auf den Sommerfestivals und auf der Wacken Roadshow!

OM. Ok, danke für das Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft.

Grailknights: Danke.