Viel hat sich trotz Besetzungswechsel seit der Debüt-EP “Texas Bulldozer” musikalisch nicht getan, so viel sei vorab schon einmal verraten. Doch der Sound hat durch die Aufnahme und das Mastering im Dailyhero Studio (u.a. Drone und War From A Harlots Mouth) in Berlin eine gehörige Portion Wumms mehr erhalten. Modernes Gewemmse mit einer gewissen Abwechslung. Doch nun mal ins Detail:

Der Opener “The Cleansing Waters Of Acheron” ist ein kurzes instrumentales Intro, welches schwer groovend direkt in den ersten Song “Austin Tribe” übergeht. Ein gewisser Deathcore-Einfluss á la Suicide Silence ist bei den Vocals nicht von der Hand zu weisen, auch wenn der Gitarrensound weit weniger brutal daherkommt. Die fett produzierten Drums tun jedoch ihr übriges dazu, und so entsteht ein neumodischer Klumpen Death Metal, der bei Anhängern moderner Klänge durchaus Zuspruch finden wird. Ein gelungener Opener, der die Fahrtrichtung für das noch Folgende klar definiert. Weiter geht es mit dem Titel “Sheol”, welcher zunächst ruhig mit cleaner Gitarre und einem Hauch Southern Rock beginnt, aber nach knapp 30 Sekunden in den bekannten Austin Deathtrip-Sound wechselt. Die nächsten knapp drei Minuten frisst sich Double-Bass-Geballer und kantiges Riffing durch die Boxen und schieben den Song nach vorne. Langsamere Parts verleihen dem Song eine gewisse Abwechslung und über allem thront das grobe Gebölke von Fronter Buck Austin. “Specter In The Mirror” heißt das folgende Stück und bildet mit seinem treibenden Sound und einem gewissen Melodieanteil ein erstes Highlight auf “How I Spanked Your Mother”. Einige Tempiwechsel bringen diesen groovenden Klotz mehrmals von neuem in Fahrt. Der Mittelteil wird ordentlich wild, um dann wieder in zum Bangen einladende Nackenbrecher überzugehen. Ein wahrlich gelungener Song. Das Titelstück “How I Spanked Your Mother” geht dann nach einem kurzen Sample wieder in eine etwas geradlinigere Richtung, und das bedeutet bei den Kollegen von Austin Deathtrip geradewegs durch die Wand. Kurzes Midtempo bremst die Walze nur geringfügig und so ist auch dieser Song ein ordentliches Geballer. Mit “Shadow Archetype” wird dieser Kurs erst einmal beibehalten. Mit dem folgenden “Vermillion Downpour” begibt man sich wieder in Gefilde für geneigte Headbanger. Der Song knüppelt sich über seine gesamte Länge direkt in die hintere Halsmuskulatur und gehört ebenfalls zu den Höhepunkten der Platte. Auf die Zielgerade geht es mit “Six Levels Below”, und hier wird etwas rockiger gewerkelt. Lediglich die brutalen Vocals und das nahezu permanente Double-Bass-Drumming verraten einem, dass man es hier mit modernem Todesblei zu tun hat. Als Rausschmeisser dient das Stück “Demons Of Gadara“, welches ein letztes Mal in die Vollen geht. Hier fahren die Herren aus Oldenburg noch einmal alles auf: Von schnellen “In-your-Face-Parts” bis zum knallharten Breakdown. Ein wahres Fest für Deathcore-Anhänger.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist das Geballer vorbei und man kann ruhigen Gewissens festhalten, dass die Kollegen alles richtig gemacht haben. Die Platte weißt einen ordentlichen Sound vor und ist eine deutliche Steigerung zur Debüt-EP. Fans von modernem Sound sind durchaus gut beraten, ein Ohr zu riskieren. Besonders der eingangs erwähnte Drumsound und die Vocals sorgen für derbe Brutalität auf der Scheibe. Um schlussendlich auf der ganzen Linie zu überzeugen fehlt es mir ein wenig an Virtuosität am Sechsaiter, die man bei anderen Bands des Genres finden kann. Aber was nicht ist kann ja noch werden, und selbst ich als Metaller der eher altlastigen Klänge muss sagen, dass Austin Deathtrip einen durchaus beachtliche ersten Langspieler aus dem Ärmel geschüttelt haben.

Wer übrigens einen Blick auf das Treiben des Mannes hinter der Schießbude werfen möchte, kann dies beim Video zu “Austin Tribe” tun:

Tracklist

  • 01. The Cleansing Waters Of Acheron
  • 02. Austin Tribe
  • 03. Sheol
  • 04. Specter In The Mirror
  • 05. How I Spanked Your Mother
  • 06. Shadow Archetype
  • 07. Vermillion Downpour
  • 08. Six Levels Below
  • 09. Demon Of Gadara

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