Wertung: 8 von 10

Treffender als „Nightmare“ hätte der Name der neuen Scheibe von Avenged Sevenfold wohl kaum sein können. Wurden doch die schlimmsten Albträume der Band Wirklichkeit, als im vergangenen Dezember völlig unerwartet Drummer Jimmy „The Rev“ Sullivan starb.


Nicht nur, dass er als einer der talentiertesten Drummer der Szene galt. Er war auch ein wichtiger Bestandteil von Avenged Sevenfold und war maßgeblich am Songwriting beteiligt. Umso erstaunlicher ist es, dass wir uns nun über ein starkes Album freuen dürfen, welches sehr vielschichtig ist und auf beindruckende Weise darstellt, wie die verbliebenen Bandmitglieder von Avenged Sevenfold diesen Schicksalsschlag verarbeiten.

Musikalisch gesehen tischen uns die Jungs um Sänger M. Shadows ein abwechslungsreiches Mahl an metallischen Köstlichkeiten auf. Die meisten Stücke sind ruhig und balladesk gehalten. Aber auch Thrash Metal-Einflüsse in „Nightmare“ oder progressive Parts in „Save Me“ kommen vor. Der Gesang wechselt von cleanem Gesang über verzerrten Shouts à là James Hetfield bis hin zu kaum verständlichen Nuschel-Gesängen in „Fiction“.

Deutliche Akzente setzen die Gitarren. So viel Gefrickel, Soli, Leads und Fills ist man sonst nur von den Genre Größen aus dem Melodic Metal gewohnt. Auch das Schlagzeug, welches von Mike Portnoy eingetrommelt wurde, ist positiv hervorzuheben. Seine Interpretation der überaus anspruchsvollen originalen Drumtracks ist als Meisterleistung zu sehen. Seine präzise und ausdauernde Arbeitsweise half der Band schließlich Jimmy Sullivans Erbe eindrucksvoll auf CD zu bannen.

„Nightmare“ ist keinesfalls ein eingängiges Album und benötigt auf jeden Fall mehrere Durchläufe, um ins Ohr zu gehen. Ebenfalls lässt sich die düstere Gesamtstimmung erst nach mehrmaligem Hören erfassen. Hat man allerdings erst einmal einen Zugang zu diesem Album erlangt, so kann man sich auf einer musikalischen Reise durch Wahnsinn, Verzweiflung und Tod verlieren.

Ob dieses Album besser oder schlechter ist als die Vorgänger, vermag ich nicht zu beurteilen. Es stellt aber eine beindruckende musikalische Aufarbeitung eines tragischen Vorfalls und das Ende einer Ära für Avenged Sevenfold dar. Wie die Reise weitergehen wird, kann zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich noch niemand genau sagen.

Tracklist:

  • 01. Nightmare
  • 02. Welcome To The Familiy
  • 03. Danger Line
  • 04. Buried Alive
  • 05. Natural Born Killer
  • 06. So Far Away
  • 07. God Hates Us
  • 08. Victim
  • 09. Tonight The World Dies
  • 10. Fiction
  • 11. Save Me