Die Geschichte beginnt im Haus der Jugend zu Osnabrück, an einem ersten Freitag im Monat (Genauer gesagt: dem 06. März). Denn dann findet hier regelmäßig das Band Stand Meeting statt, bei dem Nachwuchsbands aus Osnabrück eine Auftrittsmöglichkeit gegeben werden soll – und nebenbei der musikinteressierte Hörer für günstige 3 Euro junger Rockmusik lauschen darf.


Der kleine, gemütliche Konzertraum an der Bocksmauer ist schon gut gefüllt, als wir eintreffen, und nur ein paar Minuten später geleiten uns die ersten Takte des Gitarrenintros vom programmatischen „Wake Up“ von Block in den Abend. „Tool!“, denke ich wie immer, wenn ich dieses Stück höre. Und ganz falsch ist die Assoziation wohl nicht; man gebe vielleicht noch eine gute Portion Kyuss und einen Schuss Incubus hinzu und hat dann die Zutaten, um den richtigen Cocktail für eine Block-Party zu mixen.

Während der nächsten Stücke gab es immer wieder fette Gitarrenriffs, einen groovenden Bass, Laut-Leise-Wechsel und dazu Gesang zwischen Melodie und new-metal-artigen Wutausbrüchen – also alles, was es für gute Rockmusik braucht!

So vergeht denn auch die erste Dreiviertelstunde sehr schnell, und es wird die Runde Zwei eingeläutet: Isoptera sind „eine staatenbildende, in warmen Erdregionen vorkommende Ordnung der Insekten und gehören zu den Fluginsekten (Pterygota)“, so sagt Wikipedia (und umschreibt damit Termiten).

Möglicherweise ist der Begriff aber auch doppelt belegt, denn in diesem Fall handelt es sich eindeutig um drei junge Brüder aus Melle, die seit 2007 ihre gemeinsame Vorliebe für klassischen Gitarrenrock ausleben. Ihr Set beginnt ruhiger und melodischer als das der Vorgänger: mehr Gesang und weniger Experimente scheinen hier gefragt zu sein. Dem Publikum gefällt’s: Der Sicherheitsabstand zur Bühne wird nach und nach aufgehoben. Musikalisch bewegen wir uns auf der Zeitachse zurück, der Zeiger bleibt irgendwo im Bereich der 70er stehen. Gute Gitarrenmusik im Geiste von Jimi Hendrix und anderer Gitarren- und Sangeskünstler vergangener Tage ist Programm des Trios.

Den dritten Teil des Abends bestreiten Antipol. Im Gegensatz zu den Vorgängern scheuen diese jungen Herren aus Osnabrück keine Experimente. Im Gegenteil, man widmet den erklärten Idolen von Tool mit „Schisms“ einen Coversong und schreckt auch sonst nicht vor komplexen Rhythmen und technischen Bassbegleitungen zurück, an denen auch ein gewisser Herr Claypool seine helle Freude gehabt hätte. Auch die Bühnenpräsenz ist deutlich lebhafter als die der vorigen Bands, was aber nicht unbedingt daran liegt, dass die Musiker von Antipol jünger sind als die der anderen Bands.

Mit dem letzten Song der Band geht ein interessanter und sehr abwechslungsreicher Konzertabend zu Ende. Das Haus der Jugend und das Musikbüro haben mal wieder im kleinen Rahmen ein feines Konzert mit heimischen Bands auf die Beine gestellt. Eigentlich schade, dass für die „Band Stand Meeting“-Reihe so wenig Werbung gemacht wird, denn für 3 Euro kann man eigentlich nur jedem (rock-) musikinteressierten Osnabrücker empfehlen, hier mal des Öfteren vorbeizuschauen.

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