Heavy Metal

Bekannte Subgenres im Heavy Metal: Thrash Metal, Speed Metal, Death Metal und Black Metal

Bekannte Subgenres im Heavy Metal: Thrash Metal, Speed Metal, Death Metal und Black Metal

Heavy Metal ist im engeren, aber auch gebräuchlicheren Sinne eine Stilrichtung der Rockmusik. Die Musik ist im Groben eine Weiterentwicklung des Hard Rock mit Elementen aus Blues, Jazz und Punk.

Heute wird zwischen mehreren Substilen unterschieden – beispielsweise Thrash Metal, Death Metal oder Black Metal. Der Ausdruck Heavy Metal benennt genau genommen eines dieser Subgenre, welches die vorherrschende Spielweise des der 1970er und 1980er umfasst; er wird aber in vielen Fällen synonym mit Metal als Oberbegriff angesehen. Die Heavy Metal benannte Subsparte trägt manchmal auch den Namen Classic Metal.

Einigen Menschen erscheint der Metal als primitiver Krach, während man die Musik in der Szene hingegen nicht selten als das non plus ultra ansieht; Insgesamt gibt es – wie in jeder Musikrichtung – auch hier zwar talentlose Musiker, aber auch einige der besten Sänger und Instrumentalisten der Welt, oder zumindest der Populärmusik. Im Grunde setzt die Metalszene sogar ein stärkeres Gewicht auf musikalischen Anspruch, als dies beispielsweise im Szenebewußtsein des Punkrocks oder Oi! aufzufinden ist – wenngleich Anspruch und Realität sich natürlich nicht zwingend decken müssen. Viele Kompositionen des Metal stehen in ihrer Ausgefeiltheit denen anderer Musikrichtungen aber dennoch nicht nach.

Während einige Metalbands große kommerzielle Erfolge verbuchen können, sah sich die Szene von der Öffentlichkeit früher – teilweise auch noch heute – mit Vorurteilen konfrontiert. Er wurde manchmal mit Begriffen wie Satanismus, Proletentum und Rechtsradikalismus in Verbindung gebracht und diffamiert, was für viele Szenegänger ein Problem darstellte, aber andererseits als Identitätsmerkmal zur Abgrenzung zum sog. Mainstream diente.

Doom Metal

Als die Erfinder des Doom Metal gelten Black Sabbath, deren Lieder wie beispielsweise Iron Man (aus der LP Paranoid von 1970) oder Sabbath, Bloody Sabbath (aus der gleichnamigen LP von 1973) als exemplarisch gelten können. Als erste Doom Metal Band überhaupt galt Tyrant, die späteren Saint Vitus, es folgten Trouble, Candlemass, Cathedral, Revelation und Pentagram.

In den späten 70er Jahren kam Doom völlig aus der Mode und wurde vom Punk überrollt. In den 80er setzten Bands wie Candlemass (Album ‚Epicus Doomicus Metallicus‘) und Saint Vitus die stampfende Zugmaschine Doom-Metal wieder in die Spur. Mittlerweile gibt es neben dem Standard noch einige neue Richtungen, die Spielarten Death Doom und Gothic Doom sowie den Stoner Metal, wobei sich der Death Doom durch seine Death-Metal-Grunts und der Gothic Doom zumeist durch eine romantischere Atmosphäre und Frauengesang auszeichnet.

Weitere Unterarten sind z.B. der Funeral Doom (langsamer, monotoner, Begräbnis-ähnliche Atmosphäre) oder der Drone Doom (nur noch verzerrtes Gitarren- und Bassgewaber). Wie allen Genres des Metal üblich, ist auch hier die Grenze zwischen den Stilen etwas verwischt.

Inhaltlich handeln die Texte meistens von Melancholie, Trauer, Endzeitstimmung, Sehnsucht, Verzweiflung und Tod. Doom Metal Stücke entfalten nach Auffassung der Fans ihre Wirkung nicht im bloßen Zuhören nebenbei, sondern man muss der Musik Zeit widmen, um sie genießen zu können.

Black Metal

Black Metal ist eine Subkultur des Heavy Metal, welche Ende der 1980er in Norwegen und Schweden entstand und sich rasch im nördlichen Europa ausbildete.

Die – im allgemeinen verschwommene – Bezeichnung wird für Bands verwendet, welche sich in ihren Texten und ihrem Auftreten mit satanistischem, heidnischem oder generell einer Art lebensfeindlichem Gedankengut beschäftigen. Im Untergrund findet heidnisches Gedankengut als lebensbejahend jedoch breite Ablehnung bis Verachtung.

Allerdings gibt es auch andere Definitionen, z.B. über die Musik. Der Gesang ist i.d.R eine Art Gekrächze oder Geschreie, während meistens primitive, monotone Gitarrenriffs gespielt werden – wenngleich manche Musiker auch komplexe und intensive Riffs bevorzugen, als Beispiel hier Emperor. Am Schlagzeug dominieren Double Bass und Blastbeats. In einigen Fällen werden auch Keyboards zum Aufbau eher orchestraler Momente verwendet, wenngleich jene im Untergrund verpönt sind.

Das kulturelle Zentrum der weltweiten Black Metal Szene stellen auch heute noch die Skandinavischen Länder und in ganz besonderem Maße Norwegen dar, wo die heutige Form der Stilrichtung ihren Ursprung fand, wenngleich auch in anderen Ländern derartige Szenen existieren. Die Wurzeln der Musik sowie der Name „Black Metal“ gehen auf die britische Thrash Metal Band Venom zurück, die eigentliche Ideologie basiert auf den Gedanken des Mayhem-Gitarristen Euronymous.

Black Metal gilt als die extremste Subszene des Heavy Metal, mit den stärksten Säkularisierungsbestrebungen in dieser Subkultur. Eine Schätzung geht von circa 8000 – überwiegend männlichen – Anhängern in der Bundesrepublik aus, die sich aktiv am Szeneleben beteiligen. Die Zahl der Mitläufer ist sicher weit aus höher.

Death Metal

Death Metal ist eine Variante des Heavy Metal und damit der Rockmusik. Typische Merkmale sind sehr tief gestimmte Instrumente und gutturaler Gesang, oftmals auch Double Bass Drumming und extrem schnelle so genannte Blastbeats. Die Texte behandeln meistens die Thematik des Todes und des Leidens, teilweise mit philosophischen (nihilistischen) oder auch satanistischen Anteilen.

Der Musikstil entstand Mitte der 1980er-Jahre aus dem Thrash Metal. Erst nach einiger Zeit entwickelte sich jedoch Bewußtsein für eine neue Musikrichtung und Metalszene; so lassen sich damals beispielsweise auch bei Destruction Riffs finden, welche ohne weiteres von einer Death Metal Band hätten stammen können.

Als erste Vorreiter gelten vor allem die Bands Possessed, Slaughter, Hellhammer/Celtic Frost und Morbid Angel (von der Musikzeitschrift Rock Hard als die ersten Superstars des Death Metal bezeichnet) sowie Death, deren Kopf Chuck Schuldiner als „Godfather of Death Metal“ verehrt wurde. Erwähnenswert als eine der ersten Death Metal Bands sind ebenfalls Master.

Am einflussreichsten waren in den USA Bands aus Tampa, Florida (z.B. Death, Morbid Angel, Obituary, Deicide,) dem Umfeld New Yorks und Marylands (Suffocation, Cannibal Corpse, Malevolent Creation, Dying Fetus), sowie zu einem großen Maße auch Autopsy.

Parallel zum Death Metal entstand eine ähnliche, jedoch mehr der Punk-Bewegung zuzuschreibende Musikrichtung namens Grindcore. Diese war besonders zu Beginn der 1980er in Großbritannien von Bedeutung und brachte richtungsweisende Bands wie Napalm Death, Bolt Thrower oder Carcass hervor, die den US-Death Metal entscheidend prägten.

Thrash Metal

Thrash Metal entstand Anfang der 1980er Jahre als schnellere und extreme Spielart des Heavy Metal. Oftmals wird der Thrash als eine Verschmelzung der Energie und Geschwindigkeit des Hardcore-Punk und den Techniken des New Wave Of British Heavy Metal bezeichnet. Beim Thrash-Metal sollen die Gitarren brutal klingen und werden daher speziell darauf abgemischt oder herunter gestimmt. Der ursprüngliche Thrash Metal zeichnet sich vor allem durch schnelles und präzises Riffing aus. Oftmals wurde nur die offene E-Saite in Verbindung mit Power-Chords verwendet. Ein weiteres Kennzeichen ist konsequentes Double-Bass-Drumming. Thrash Metal wird allgemein als Ausgangspunkt für die extremen Metalstile, besonders Death Metal, angesehen.

Die Geschichte des Thrash reicht in die späten 70er Jahre zurück. Besonders zwei Bands werden allgemein als größte Einflüsse betrachtet, nämlich Venom und Motörhead. Manchmal werden diese Bands schon als Thrash bezeichnet, manchmal liest man auch „Proto-Thrash“.

Allgemein gilt aber „Kill ‚Em All“ von Metallica aus dem Jahr 1983 als erstes Thrash Album. Neben Metallica stammen auch viele andere wichtige Thrash-Bands aus der San Francisco Bay Area, darunter Exodus, Testament und Death Angel. Grob lässt sich sagen, dass Bands wie Exodus, Slayer, Dark Angel einen eher brachialeren und weniger melodiösen Stil verfolgten, während Bands wie Metallica, Megadeth oder Death Angel vielfältiger, melodiöser und etwas experimentierfreudiger waren. Wegen der hohen Geschwindigkeit und des technischen Anspruchs wurden verschiedene Thrash-Richtungen bald sehr technisch. Manchmal spricht man nach der 2nd Wave Of Thrash auch von Technical-Thrash oder Progressive-Thrash. Der Höhepunkt der Thrash Metal Bewegung war zweifellos zwischen 1986 und 1988 erreicht. Manchmal wird von 1988 oder 1989 zumindest bezüglich Bay Area Thrash als Thrash Metal Depression gesprochen, da der Enthusiasmus in der Szene damals etwas abflaute. Die Bands Anthrax, Megadeth, Metallica und Slayer werden als „Big Four“ des Thrash bezeichnet.

Eine weitere blühende Szene bildete sich in Deutschland mit Gruppen wie Destruction, Kreator, Tankard und Sodom. In neuerer Zeit auch mehrere jüngere Bands, bspw. Desaster, Blizzard, Witchburner, Epidemic Disease und Genetic Disorder.

Industrial Metal

Industrial Metal ist eine im Europa der frühen 1990er Jahre verbreitete Bezeichnung für eine ursprünglich in den USA entstandene musikalische Verschmelzung von Industrial und verschiedenen Varianten des Heavy Metal, wobei die Öffnung aus beiden Stilen erfolgen kann. Häufig wird der Begriff generell für elektronisch angehauchten Metal oder gar Rock verwendet und etablierte sich Mitte der 1990er neben der Sammelbezeichnung Crossover.

Beim ursprünglichen Industrial Metal werden oft Samples ähnlich dem frühen britischen Industrial (Cabaret Voltaire) verwendet. Der Gesang ist zumeist elektronisch verzerrt, Schlagzeuger werden partiell durch Drumcomputer ersetzt. Als Begründer dieses Stils gelten Ministry, welche Ende der 1980er Jahre ihre Elektronik mit harten Rhythmusgitarren kreuzten. 1991 veröffentlichten O.L.D. das Album „Lo Flux Tube“ und hämmerten sich mit ihrer Mixtur aus Metal-Gitarren, Computersounds und einem dem Thrash- und Black Metal nicht unähnlichen Kreisch-Gesang durch die frühen 1990er. Der große Durchbruch des Industrial Metal gelang jedoch erst mit Ministry’s zweitem Anlauf „Psalm 69“. Dieser Longplayer war wegweisend für viele nachfolgende Projekte aus dem Metal-, Industrial- und Electronic Body Music-Umfeld. Pouppée Fabrikk aus Schweden verabschiedeten sich 1993 von ihren EBM-Wurzeln und fanden produktionstechnische Unterstützung bei Tomas Skogsberg, der sich u.a. für die Alben der Death Metal-Acts Dismember und Entombed verantwortlich zeichnet. Die Krupps aus Deutschland beschritten einen ähnlichen Weg und veröffentlichten im selben Jahr „II“ (The Final Option). Front Line Assembly folgten 1994 mit „Millennium“, das bis dato beste und dichteste Werk des Zweimannprojektes. Der Einfluss Rhys Fulbers, jahrelanges Mitglied von Front Line Assembly, machte sich Mitte der 1990er u.a. auch bei Fear Factory bemerkbar, deren Album „Demanufacture“ er produzierte.

In einem anderem Zusammenhang verweist Industrial Metal auf Vermengung von Death Metal, Thrash Metal, Nu Metal und Metalcore, welche durch elektronische Einlagen bereichert werden. Die Vocals bestehen meistens aus elektronisch verzerrtem Geschrei oder Death-Growls, jedoch kommt sehr häufig auch cleaner, melodischer, sehr gekonnter Gesang zu Einsatz.

Als Ikonen dieses Stils gelten die ehemaligen Death Metaller Fear Factory, welche in ihre musikalischen Wurzeln nicht nur mit Elektronik einbauten, sondern zu einem großen Anteil auch das vorweggriffen, was Jahre später als Metalcore einen Hype erleben sollte. Während dieser Stil in Europa mit Darkane und Mnemic Anhängerschaft finden sollte, erlebte er in Verbindung mit dem Nu Metal durch Static-X in den USA kommerzielle Erfolge.


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