Wertung: 6 von 10

Mit ihrem siebten Album knüpfen Betontod an alte Erfolge an und leben den Punk, der noch lange nicht tot ist.


Punk ist ein Genre, um das es stiller geworden ist. Tot ist er jedoch noch lange nicht – und wird es vielleicht auch nie sein. In ihrer zwanzigjährigen Bandgeschichte haben Betontod eine kleine musikalische Reise hinter sich, von zart bis hart. Schließlich blieben sie aber beim Punk und reihten sich damit in die Liste deutscher Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte ein. Während die letztgenannten Formationen älter, reifer und ruhiger geworden sind, kann man bei Betontod aus Rheinberg diese Entwicklung nicht sehen. Ihre Texte sind gleich anprangernd geblieben und sie legen immer noch ihre Finger in die gesellschaftlichen Wunden, untermalt von harter Punkmusik.

Der Titelsong des neuen Albums „Entschuldigung für Nichts“ ist ein gutes Beispiel: „Ich bin so, wie ich bin“, heißt es dort und genau das ist es, was viele gar nicht mehr ausleben. Doch gerade die Anpassung und das Zurückstecken sind zwei wichtige Punkte, die der Band auf den Keks gehen. Einmal mehr machen sie deutlich, dass es auch anders geht und man sich durchaus erheben und etwas ändern muss. Ihr Album klingt nach einer gelungenen Mischung aus den Hosen, Ärzten und sogar Onkelz oder den Altmeistern Wizo. Der raue Gesang brüllt Verachtung und Aufbruch ins Mikro, die Melodien sind meist schnell, rockig und sehr gitarrenlastig. „In Sekunden“ ist beinahe ein Ausflug ins Metal-Genre, zumindest der Anfang ist entsprechend gestaltet. Gemeinschaftsgefühl kommt bei „Egal wohin es geht“ auf und dieser könnte damit auch ein neuer Lieblingssong der Fans werden, bei denen Zusammenhalt großgeschrieben wird. „Im Himmel“ und „Dagegenstehen“ sind balladesk gehalten, was den Longplayer gekonnt abrundet.

Auf dem Cover gibt es viel zu entdecken: Einen Totenkopf, verschiedene Köpfe oder Menschen, die mit roten Klecksen versehen sind, die wohl Blut darstellen sollen. Es ist kein herausragendes Bild, aber es wird deutlich, was die Formation sagen und anprangern möchte.

Gesamt gesehen ist „Entschuldigung für Nichts“ ein gutes Album. Betontod haben alles richtig gemacht, reißen aber nur Genreliebhaber vom Hocker. Vielleicht werden sich auch neue Fans angesprochen fühlen, die einen Auftritt der Band auf Wacken, dem Rockharz oder anderen Festivals gesehen haben. Im Januar 2013 geht es auf „Hören, Fühlen, Brennen“-Tour durch Deutschland.

Tracklist:

  • 01. El Inicio De Todo
  • 02. Alles
  • 03. Entschuldigung für Nichts
  • 04. Virus
  • 05. In Sekunden
  • 06. Egal wohin es geht
  • 07. Halt mich
  • 08. Im Himmel
  • 09. Gute Reise
  • 10. Im Land der Wölfe
  • 11. Hömmasammawommanomma
  • 12. Weltverbesserer
  • 13. Dagegenstehen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen