Ebenfalls in den 80er Jahren ist der Black Metal entstanden, maßgeblich aus dem Speed Metal heraus. Der Ursprung des Black Metal liegt in Norwegen und in Schweden. Von dort aus breitete er sich schnell in ganz Nord- und Mitteleuropa aus. Leicht zu erkennen ist der Black-Metal-Stil an dem krächzenden und lauten „Gekreische“ und an der dunklen und drückenden Stimmung, die vor allem durch die morbid-atmosphärischen Keybordklänge und die gewollten Dissonanzen in der Musik hervorgerufen wird. Ebenso wie die Atmosphäre ist auch der Text sehr düster und oft von Hass geprägt.

Thematisiert werden vorwiegend okkultistische, satanistische und misanthropische Sachverhalte. Es geht dabei um Depressives, um düstere Rituale und Zeremonien; oft ist die Rede von der Apokalypse, von Friedhöfen und unterirdischen Katakomben. Auch anti-christliche und heidnische Elemente finden sich oft in den Texten des Black Metal. Häufig werden den Black-Metal-Bands Rechtsradikalismus und Rassismus vorgeworfen, was in der Regel nicht der Fall ist. Das negative Bild und die Vorurteile dem Black Metal gegenüber entstanden zudem durch Vorfälle in Norwegen, bei denen es zu Brandanschlägen auf diverse Kirchen kam. Im Laufe der Zeit entstanden immer neue Subgenres des Black Metal. In den 90er Jahren war dies der Symphonic Black Metal (mit den Bands Cradle of Filth und Dimmu Borgir), der Atmosphere Black Metal (mit den Bands Vinterland und Summoning) sowie der Unblack Metal (mit den Gruppen Lengsel und Horde). Ende der 90er Jahre kam der Stil des Depressive Black Metal (Funeral Mourning, Abyssmal Sorrow) sowie des Ambient Black Metal (Nortt, Profanum) hinzu.

Ikonen des Black Metals

Black Metal - okkultistische, satanistische und misanthropische Sachverhalte

Black Metal – okkultistische, satanistische und misanthropische Sachverhalte

Als eine der Ikonen des Black Metals, die norwegische Band Mayhem, im Jahre 1994 ihr offizielles erstes Album „De Mysteriis Dom Sathanas“ veröffentlichten, hatte sich bereits eine stringente, aus dem Heavy- und Death Metal abgespaltene, Subkultur entwickelt, die auf eine gesamte Dekade musikalischen Outputs zurückblicken konnte. Das Genre Black Metal verdankt seinen Namen wohlweislich den Metalveteranen Venom, deren gleichnamiges 1982er Album als Inspiration und gleichzeitig Initiierung gilt.

Und so dunkel wie der Name erscheint auch die Musik. Insbesondere Schlagzeug und Gitarre vollführen Hochgeschwindigkeitskünste, die nur in vereinzelten langsamen Stücken zurückgenommener auftreten. Im Gegensatz zum Death Metal, deren Riffs ebenso simpel daherkommen, sind die Gitarren im Black Metal zwar auch verzerrt, jedoch nicht tiefer gestimmt. Die dadurch erzeugten, monoton-düster klingenden Melodien und die einzelnen harmonischen Brechungen, vermitteln eine hypnotische Wirkung, die durch die ständige Wiederholung noch um einiges intensiver wirkt. Zusammen mit dem schreiend-krächzendem Gesang, der im Gegensatz zu den tiefen Growls im Death Metal, nicht immer nur unverständliche und undefinierbare Verse hervorzaubert, entsteht so beim Zuhörer eine Sogwirkung, die ekstatische Ausmaße annehmen kann.

Diese Ekstase lässt sich sehr gut auf die mystisch angehauchten Texte übertragen. Deren Inhalte speisen sich – insbesondere bei den aus der skandinavischen Region stammenden Vorreitern und Hauptvertretern des Genre (wie Bathory, Immortal oder Darkthrone) – aus heidnischen, natur-philosophischen, misanthropisch-weltabgewandten oder der Romantik entlehnten Themen. Dies zeigt sich auch an der Covergestaltung einiger Bands (z.B. bei Burzum oder Carpathian Forest), die derlei Elemente visuell aufgreifen. Neben diesen Charakteristika wird dem Black Metal aber auch eine antichristliche und vor allem satanische Haltung zugeschrieben, was gerade durch die in der Vergangenheit öffentliche, häufig negativ konnotierte Darstellung einzelner, bekannter Personen aus der Black Metal Szene vermittelt wurde.

Unterstützt wird diese vorherrschende Meinung durch das genreübliche Auftreten und Erscheinungsbild. Schwarz ist natürlich die einzig tragbare Kleidungsfarbe, da sie angestrebte Assoziationen zu Tod, antichristliches und satanisches Gebaren und Mystik herstellt. Kombiniert wird dies mit martialischen, mittelalterlichen Waffen und dem Tragen von Patronengurten auf der blutbefleckten und bemalten Haut. Die Bühnenpräsenz (wenn denn überhaupt vorhanden) passt sich dem an und verwendet alle symbolischen Merkmale in Gesamtheit. „Blood Fire Death“ ist demnach nicht nur ein genretypisches Album von Bathory, sondern gleichzeitig auch die Quintessenz öffentlicher Performance im Black Metal. Der elitäre, antikommerzielle Grundton des Genres ist dabei gleichzeitig Fluch und Segen.

Black Metal gilt als relativ abgeschlossenes, von anderen Metalgenres los gelöstes Gebilde, das keine äußeren Einflüsse akzeptiert. Diese angestrebte Authentizität hebt die besondere Stellung der Black Metaller (sowohl Hörer, als auch Protagonisten) hervor. Ein solcher Elitarismus führte teilweise auch zur Ablehnung und Abwendung von früheren Größen des Black Metal (zu nennen sind hier vor allem die kommerziell erfolgreichen Bands Dimmu Borgir und Cradle of Filth). Dennoch verschließen sich Teile der Szene nicht anderen Einflüssen und kombinieren Elemente verschiedenster Richtungen. So entwickelten sich Subgenres wie Pagan- und Vikingmetal, die rein heidnische Aspekte thematisieren und in Bands wie die Norweger Enslaved oder auch deutschen Kombos (z.B. Menhir oder Falkenbach) typische Vertreter haben.

Auch wenn der reine Black Metal weiterhin existiert, ist seine Relevanz gerade ab Mitte der 1990er Jahre und spätestens nach Veröffentlichung des eingangs genannten Mayhem-Werkes, stark gesunken. Gründe dafür sind zum einen die Auflösung vieler Bands der ersten Stunde. Aber auch die erwähnte Öffnung gegenüber externen Einflüssen und die damit einhergehende Abkopplung vom elitären Kern forcierte diese Tendenzen.

Agrypnie – F51.4

Vor mir liegt das erste Full-length Album von Agrypnie. Hierbei handelt es sich um das Solo Projekt von Torsten Hirsch (auch bekannt als „Torsten, der Unhold“ / Sänger bei Nocte Obducta).

Dieses Album hört auf den etwas merkwürdigen Namen F51.4. Was sich dahinter verbirgt, ist mir unklar, aber die Qualität der CD spricht für sich.

Empfangen wird man hier von einem sehr ruhig und atmosphärisch gehaltenen Intro, welches vom Klang her unwillkürlich sofort an Nocte Obducta erinnert, was aber auch nicht weiter verwunderlich erscheint. Beginnend mit ruhigem Gitarrengeplänkel und endend mit einem Part donnernder Doublebass wird man auf dieses Album ehrwürdig eingestimmt. Nahtlos geht es mit „Und führet mich nicht in Versuchung“ weiter. Von den schnell aber doch sehr drückend gespielten Drums wird man hier gnadenlos an die Wand genagelt. Allerdings ist hier zu bemerken, dass es sich auf dem ganzen Album um einen Drumcomputer handelt, der manchmal doch sehr steril erscheint.

Nichtsdestotrotz schafft es Thorsten hier, dass Gerät so zu programmieren, dass das Geballer zumindest in diesem Stück sehr treibend rüberkommt und zum Ende hin einen sehr schönen Mosh-Part fabriziert. Stimmlich bewegt sich hier der Meister zwischen Melancholie und purem Hass, was man pauschal auf jegliches Lied auf diesem Silberling übertragen kann. Das erinnert auch verdammt stark an Nocte Obducta. Langsamerer Natur folgt der Track „Auf den nackten Korridoren“. Eingeleitet wird hier mit einem wundervollen Akustik-Part, der mit Beginn des Gesanges eisern verzerrt wird. So wird der ganze Song gehalten, bis kurz vor Schluss, in den man mit blastenden Drums und sägenden Gitarren entlassen wird. Die Spielweise passt hier sehr gut zum Titel. Man befindet sich gedanklich existent in den nackten und endlosen Korridoren. Eine gewisse Kälte umgibt den Hörer.Mit stampfenden Drums und sehr hoch reissenden Gitarren wird man ins nächste Stück „Cogito ergo sum“ entführt. Trotzdem mutet dieses sehr melancholisch an, fast schon eine Gänsehaut verursachend. Ab der Mitte des Songs wird wieder eine Partie astreinen Haarkreiselspielstils eingebaut. Was der Titel mit den Lyrics gemeinsam hat, ist mir noch etwas schleierhaft geblieben, denn diese drehen sich um die Ignoranz mancher Leute gegenüber einem selbst. Beim nächsten Stück „Kerkerseele“ fragt man sich, wo denn in 7:10 Minuten der wenige Text bleiben soll, aber diese Frage wird nach einem 3:30 andauernden Intro, bestehend aus einem ruhigen Teil unterlegt mit akustischer Gitarre und träumerisch anmutenden Synthie-Einlagen und einem satten Brett, wo man Lust bekommt voller Verzückung gegen die Schranktür zu bangen und welches einen Melodielauf besitzt, der sich auf Lebenszeit im Hirn festbrennt, dann doch beantwortet.

Im weiteren Verlauf dominieren geschickt eingesetzte Synthesizer und gelegentlich akustisch gespielte Gitarren die Szenerie. Eine Szenerie, welche durchaus zum Namen passt, sehr dumpf und finster, gleich einem Kerker. Dieser Track ist nebenbei auch mein persönlicher Anspieltip.

Kaum wurde man aus dem Kerker entlassen, bekommt man in „Spiegel?“ von Anfang an dermaßen aufs Fressbrett, dass einem die Lichter ausgehen. Das spiegelt sich auch in den letzten Zeilen des Stückes wieder (Spieglein, Spieglein an der Wand, wohin das Licht im ganzen Land…?). Ein Song voller Hass, existentielle Fragen aufwerfend. Auch hier wird wieder sehr stilvoll der Synthie eingesetzt. Allerdings ist das Lied durchweg ein Schlag in die Fresse, roh und aggressiv.Mit Trommelfell zerreißenden Gitarren geht es in „Masken“ weiter, unterlegt mit fast schon hüpfenden Drums. Ansonsten ist der Song eher im Midtempo Bereich angesiedelt. Die Melodien suchen sich auch in diesem Track einen netten Platz zum Einnisten im Hirn. Lyrisch wird hier die sich immer mehr verbreitende Oberflächlichkeit der menschlichen Rasse angeprangert. Dieses Lied kann ich, wie auch „Kerkerseelenwanderung“ ohne schlechtes gewissen zum Endlosschleife hören empfehlen.Sehr schleppend gestaltet sich die erste Hälfte des Songs „Glas“ um dann mit erbarmungslosem Geblaste fortzufahren. Getragen wird er durchweg von Gitarren, die sich wie eine Motorsäge den Weg aus den Boxen bahnen. Der Gesang bewegt sich durchgehend im tief hasserfüllten Bereich.

Verabschiedet wird man letztendlich mit einem sehr langen Outro, welches als reines Instrumental daherkommt. Hier werden auch die Ohren wieder etwas geschont. Gitarren zum dahin schwelgen unterlegt mit sehr ruhig gespielten Drums. Ein tiefes Brummen aus dem Subwoofer ist dann auch der letzte Ton, den dieses Album zu bieten hat.Nocte Obducta Mastermind Marcel, welcher die Texte verfasst hat).Die Produktion ist sehr sauber (Mix und Mastering von Vagelis Maranis, der auch Nocte Obducta produziert) und sehr angenehm für die Ohren.Ich kann diese Scheibe jedem, der ein offenes Ohr für avantgardistischen (ich möchte es an dieser Stelle mal als solchen bezeichnen) Black Metal hat, nur empfehlen. Einzig der Drumcomputer nervt nach einiger Zeit ein bisschen, da er sehr steril rüberkommt, aber sonst ist an dieser Scheibe nichts auszusetzen. Deswegen bekommt sie von mir auch 4,5 von 5 Punkten.

Agrypnie – 16[485]

Die deutsche Band Agrypnie (gr.-lat. Schlaflosigkeit) besteht seit 2004. Sie spielen eigenwilligen Black Metal mit symphonischen und Ambient artigen Einflüssen. 16(485) ist ihr drittes und wiederum sehr interessantes und stimmiges Album.

Das neue Album mit dem kryptischen Titel wurde bereits im August 2009 aufgenommen und Teile der neuen Songs schon auf dem Summer Breeze-Festival 2009 präsentiert. Die Veröffentlichung, die zunächst für November geplant war, musste dann doch auf Januar diesen Jahres verschoben werden. An diesem Album haben nicht nur die Stammmitglieder der Band Torsten Hirsch (Gesang, Gitarre, Keyboards, Songtexte) und René Schott (Drums) mitgewirkt, sondern auch Alboin, Bassist und Kopf der deutschen Black Metal-Band Geist und der Ambient-Musiker Mathias Grassow.

Alboin hat den Text zu „16(485)/Brücke aus Glas“ verfasst, sowie einen Teil der Vocals übernommen. Die Dark Ambient-Stücke Track eins und zehn aus der Hand von Mathias Grassow rahmen das Album ein und runden es sehr gekonnt und stimmungsvoll ab.

Dieses abwechslungsreiche Album enthält härtere, aggressive Black Metal-Riffs, ruhige Gitarren oder Synthiepassagen, Black Metal Kreischgesang, ruhigen Sprechgesang, langsames fast schon Doom Metal artiges Tempo und schnelles, treibendes Black Metal Tempo. So fällt es mir schwer Anspielempfehlungen zu geben, da jeder Track für sich spricht und eine eigene Stimmung transportiert. Wer härteren Black Metal bevorzugt, wird vielleicht die Tracks zwei und neun besonders schätzen, wer eher auf Midtempo-Doom steht, vielleicht die Tracks vier und fünf.

Schon beim ersten Hören hat mich das Album in den Bann gezogen und meine Aufmerksamkeit über die gesamte Albumlänge gefesselt. So ist die Scheibe düster, schwer … mit melancholischer Stimmung, die von trotzigem Zorn dann weggewischt wird …

Ein wirklich gelungenes, sehr eigenständiges Album, das nicht nur für Black Metal-Fans zu empfehlen ist.

Tracklist:
01. Figur 109-3
02. Der Tote Trakt
03. Kadavergehorsam
04. Verfall
05. Schlaf
06. Zorn
07. F15.2
08. Morgen
09. 16[485]/Brücke aus Glas
10. Figur 109-1

Blut Aus Nord – The Mystical Beast Of Rebellion

Nachdem Blut Aus Nord mit dem 2009 veröffentlichten zweiten Teil von „Memoria Vertusta“ viele, der durch die überaus eigenwilligen Werke „MoRT“ (2006) und „Odinist“ (2007) abgeschreckten Hörer, zurückgewinnen konnten, veröffentlichen sie nun eine Neuauflage ihres dritten Albums „The Mystical Beast Of Rebellion“ über Debemur Morti Productions.

Mit einem neuen Coverartwork ausgestattet hebt sich dieses Rerelease vor allem durch eine Bonusscheibe positiv vom Gros anderer Wiederveröffentlichungen ab. Anstatt lediglich eine remasterte Version des Albums mit überflüssigen Gimmicks auf den Markt zu schmeißen, kredenzen Blut Aus Nord eine zusätzliche CD mit drei neuen Songs, die es auf eine Spielzeit von über 37 Minuten bringen.

Die sechs schlicht „The Fall Chapter I bis VI“ betitelten Tracks der Ursprungsversion sind auch heute noch ein Musterstück hypnotischen Black Metals. Dissonante Gitarren, sich ständig wiederholende, minimalistische Riffs, Großteils fieses Schlagzeuggeholze und gequältes Gekeife erschaffen eine bedrückende und verstörende Atmosphäre, wie sie nur wenige Bands heraufzubeschwören wissen. Dieses Album zieht den Hörer, sofern er denn bereit ist, sich auf diese Art Musik einzulassen, in einen hypnotischen Bann.

Eine herbe Enttäuschung erfahren zunächst sicherlich diejenigen, die auf der zweiten CD eine Fortführung im Stile des ursprünglichen Materials erhofft hatten, denn hier wird es zäh und Blut Aus Nord hauen schon allein tempomäßig in eine vollkommen andere Kerbe. Wilde Raserei weicht doomigem Black Metal und die Franzosen konzentrieren sich fast ausschließlich auf die verstörende Komponente ihrer Musik. Die drei Songs tragen alle den Titel „Chapter 7“ und klingen wie die vertonte Hoffnungslosigkeit. Monoton und finster kriechen die Songs aus den Lautsprechern. Große Variationen sucht man vergebens. Blut Aus Nord treiben es für meinen Geschmack jedoch ein bisschen zu weit. Die drei Stücke ähneln sich einfach zu sehr und das Ganze gipfelt schließlich im mehr als 19 Minuten langen, das Album abschließenden, Song. Der eine oder andere Tempoausbruch oder zumindest ein paar Variationen hätten sicherlich nicht geschadet und für mich eine nahezu perfekte Wiederveröffentlichung bedeutet.

Wer „The Mystical Beast Of Rebellion“ noch nicht sein Eigen nennt und grundsätzlich etwas mit außergewöhnlichem Black Metal anzufangen weiß, hat nun die Gelegenheit dieses, seit geraumer Zeit vergriffene, Ausnahmewerk zu erstehen. Die drei neuen Songs sind dabei mehr als nur nettes Beiwerk, auch wenn sie recht stark vom Stil des ursprünglichen Materials abweichen und rechtfertigen sicherlich auch für den einen oder anderen Besitzer der 2001er Variante einen erneuten Kauf.

Tracklist:

CD 1:
01. Chapter I
02. Chapter II
03. Chapter III
04. Chapter IV
05. Chapter V
06. Chapter VI

CD 2:
01. Chapter 7
02. Chapter 7
03. Chapter 7

Blut Aus Nord – 777 – Desanctification

„777 – Desactification“ ist nach „777 – Sect(s)“ der Trilogie zweiter Teil und tauchte bereits in nicht wenigen, kultivierten Jahresbestenlisten auf. Kein Grund nicht erneut auf diese lohnenswerte Veröffentlichung hinzuweisen.

Man muss sich schon einlassen auf diese Schwarze Messe im eiskalten Maschinenkeller, wo ein Grüppchen Kreaturen in Kapuzenkutten, knöchelhoch im Hochwasserrestmorast, gekappte, unter Spannung stehende Stromkabel gefährlich nah über dem feuchten Boden schwenkt. Man hört Gitarren die tranceartig rädernden Apparaturgetriebe ergänzen. Wirres Grummeln aus verschleierten Mündern unterlegt die bruchlose Szene.

Die 7 (was sonst) Kapitel – von Songs kann nicht die Rede sein – führen geradewegs in eine Möglichkeit bietende Leere. Blast ade. In quälendem Tempo, abschweifungsfreier Versenkung, prägen eine schwarze Gitarrenreduktion (zerfetzter, rekonstruierter Black Metal), Industrial und mantrische Electronica die ambiente Stimmung.

Die Track-Einheit will als solche gehört werden. Aus meiner Sicht knickt das Werk am Ende leicht ein. „Epitome XII“ ist nicht allzu weit entfernt von einem Scorpions-Remix. Der vorläufig letzte Abschnitt („Epitome XIII“) führt die Andacht umso eindrucksvoller in die Essenz.

Ungeduldige und Traditionsbewusste können gleich einpacken. Besserwissende hoffentlich schon bald die komplette 777-Trilogie auf den Plattenteller legen.

Tracklist:
01. Epitome VII
02. Epitome VIII
03. Epitome IX
04. Epitome X
05. Epitome XI
06. Epitome XII
07. Epitome XIII

Darkthrone – The cult is alive

Darkthrone sind zurück! Und sie haben mal wieder ein sehr starkes Album im Gepäck. Gleich der erste Track, „The cult of Goliath“, gibt die aktuelle Marschrichtung vor: Midtempolastiges Material, old school as fuck! Kompromisslos wie eh und je schrabbeln und keifen sich Darkthrone durch ein Album, welches deutlich die oft zitierten Hellhammer-, bzw. Celtic-Frost-Wurzeln anklingen lässt, sich „neuen“ Einflüssen jedoch nicht völlig verschließt.

So zeigt sich der zweite, schon von der gleichnamigen EP bekannte, Song „Too old, too cold“ deutlich vom Punk Rock beeinflusst. Ähnlich wie das, ebenfalls auf der EP vertretene, „Graveyard sut“ (hier von Fenriz gesungen) und „Shut up“.

Die elitären Black-Metal-Pandas unter der Hörerschaft mag das vielleicht abschrecken, ich finde jedoch, dass diese leichte stilistische Auffrischung der Band sehr gut zu Gesicht steht. Denn trotz allem klingt das Endprodukt immer noch unverkennbar nach Darkthrone. Der Rest des Materials hätte ebenso gut auf einem der beiden Vorgängeralben stehen können und ist als durchweg gelungen zu bezeichnen. Es ist schwierig hier einen besonderen Anspieltipp zu geben. Die drei oben genannten, punkigeren Stücke gehören sicherlich in diese Kategorie, ebenso wie „Underdogs and overlords“ oder auch „Whiskey funeral“. Der Sound ist gewohnt roh gehalten, knallt aber vorzüglich. Fenriz zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite. Punktgenaues Drumming, OHNE Trigger-Einsatz. Bravo! Davon könnte sich so manch anderer Metal-Schlagzeuger eine Scheibe abschneiden. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll, dass es auf dieser Scheibe, das erste mal seit knapp 10 Jahren, wieder Soli von Nocturno Culto zu hören gibt. Kurze zwar, aber von erster Güte!

Alles in Allem ein hervorragendes Stück Underground-Metal.

Den halben Punkt Abzug gibt es wegen des nicht ganz an das restliche Material heranreichende „Atomic coming“ (welches übrigens dem verstorbenen Voivod-Gitarristen Piggy gewidmet ist) und dem nicht wirklich überzeugenden Cover. Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich mich schon auf das nächste, in der Entstehung befindliche, neue Album freue: „Fuck off an die!“

Man darf gespannt sein!

Dimmu Borgir – In Sorte Diaboli

Ich glaube es gab bisher kein Album von Dimmu Borgir dem man mehr entgegensehnte, als das jetzt erscheinende „In Sorte Diaboli“.

Und ich möchte schon vorweg sagen, es hat sich gelohnt. Jedoch braucht es dieses mal ein wenig mehr Zeit, um sich mit dem neuen Gesicht dieser Platte so richtig anzufreunden, so zumindest meine gerade gemachte Erfahrung. Es ist definitiv nicht so, dass mir „In Sorte Diaboli“ zuerst nicht gefallen hätte, jedoch musste ich die ein oder andere Stelle erst öfter hören, bis diese in das ganze Konzept des Albums passte. Wer Dimmu Borgir schon länger hört und auch die meisten vorangegangen Veröffentlichungen der Norweger kennt wird schon nach „World Misanthropy“ (VÖ 2002) einen Sprung in der Aufmachung der Dimmu Borgir Songs bemerkt haben. Nicht nur, dass alles qualitativ hochwertiger aufgenommen ist und der absoluten Perfektion einer Album Produktion sehr nahe kommt, sondern auch die Art und Weise der Songs hat sich meiner Ansicht nach gewendet.

Die „Death Cult Armageddon“ (VÖ 2003), welche zusammen mit einem ganzen Orchester eingespielt wurde ist bis jetzt der absolute Höhepunkt in der Discographie Dimmu Borgirs. Mit „In Sorte Diaboli“, so will ich behaupten, haben Dimmu Borgir ein nahezu gleichwertiges Werk geschaffen, obwohl es abermals von allen bisherigen Alben abweicht.Der Opener beginnt mit dem Intro welches auch schon Mitte Februar auf einer extra für das Album Release erstellten Website zu hören war. Gleich danach beginnt „The Serpentine Offering“, welches ich durchaus mit „Progenies of the Great Apocalypse“ der „Death Cult Armageddon“ gleichsetzen würde. Genau so schlagfertig, vielleicht hier und da noch ein Stück weit interessanter zu hören, und auf jeden Fall ein gelungener Einstieg in das neue Album. Wie auch in den folgenden Songs halten sich die Synths von Mustis eher bedeckt und beschränken sich auf fast durchgängige Streichensembles mit ein paar weiteren synthetischen Effekten. „The Serpentine Offering“ an sich ist hingegen sehr abwechslungsreich und man wird bereits hier mit einer cleanen Vocals Einlage von ICS Vortex belohnt, die es wirklich in sich hat.

“The Chosen Legacy“, der zweite Track ist in einem ähnlichen Stil gehalten, jedoch sticht hier erstmals ein wenig mehr das Drumming von Hellhammer (Mayhem, Troll, uvm …) heraus, ebenso treten die Gitarren um Galder (Old Mans Child) und Silenoz wesentlich mehr in den Vordergrund.Der dritte und vierte Song, „The Conspiracy Unfolds“ und „The Sacrilegious Scorn“, sind mit stellenweisen Ausnahmen ein wenig schleppender gehalten und weichen meiner Ansicht nach auch von dem bisherigen Dimmu-Sound ab. Genau diese beiden Tracks sind solche oben angesprochenen, in die man sich vielleicht erst eine Weile reinhören muss. Gut gelungen finde ich den gezielten Einsatz von mehrstimmigen Chören, die den Songs noch genau den Touch Atmosphäre verpassen, den man erwartet. „The Fallen Arises“ ist komplett synthetisch gemacht und leitet scheinbar eine Wende des Albums ein. Gleiches gibt es schon auf der „Death Cult Armageddon“, wo „Unorthodox Manifesto“ quasi einen Schnitt in dem Album macht um danach umso härter zuzuschlagen. „The Sinister Awakening“, der sechste Song, ist genau das. Mit wirklich sehr abwechslungsreichen und ausgefeilten Gitarren Riffs und einem allgemein schnelleren Tempo ist dies der dritte Song, in dem man das wirkliche Dimmu Borgir-Gesicht erkennen kann. Hier tritt Mustis auch erstmals mit stellenweise eingesetztem Piano auf, welches dem Song seinen passenden Abschluss bringt.Ohne den folgenden und den letzten Song, „The Fundamental Alienation“ und „The Foreshadowing Furnace“ über einen Kamm scheren zu wollen denke ich, dass diese mit dem sechsten Song „The Fallen Arises“ annähernd gleichzusetzen sind, da beide die gleiche Schlagfertigkeit und den gleichen Druck machen. Diese Tracks gehen einfach nur ab und sind es wirklich wert, laut und vor allem oft gehört zu werden.

Ähnlich jedoch nicht gleich ist „The Invaluable Darkness“. In seiner Gesamtheit ist auch dieser Song durchaus genial, allerdings setzt mittendrin ICS Vortexs cleanen Gesang ein, den ich ehrlich gesagt an dieser Stelle vollkommen unpassend finde. Ganz abgesehen davon, dass man den Herren Vortex nie zuvor in einer derart hohen Stimme hat singen hören sondern auch die Melodie ist hier wahrhaft fehl am Platz. Abschließend kann ich sagen, dass mich „In Sorte Diaboli“ wirklich positiv überrascht hat. Nachdem „In Sorte Diaboli“ immer wieder und wirklich überall sowohl von Dimmu Borgir selber als auch von Nuclear Blast als „Meisterwerk“ verkauft wurde hatte ich echte Zweifel, ob es diesem Ruf nachkommen kann. Aber ich würde sagen, ja, es kann… Auch wenn es hier und da ein paar Abzüge in der B-Note gibt, ist das Album in seiner Gesamtheit wirklich zu empfehlen. Im Vergleich zu früheren Dimmu Borgir Alben mag vielleicht dem ein oder anderen das Blastbeatgeballer von ex Drummer Nicholas Barker fehlen, jedoch werden auch diese Personen an diesem Album noch Gefallen finden.

Horna – Ääniä Yössä

Da war ich ja mal gespannt, was Horna nach ihrem dreizehnjährigen Bestehen auf den Markt werfen. Nach mehrmaligem Hören muss ich sagen, dass dieses Album so dermaßen polarisiert wie kaum ein anderes, welches ich je in die Finger bekommen habe.

Die große Mehrheit wird sich denken: „Was ist denn das Überflüssiges?!“ Allerdings gibt es auch eine Minderheit, die sagen wird: „Absolut genial! Das ist Kult!“ Auch ich befinde mich auf einer Gratwanderung, was diese Aussagen anbetrifft. Warum das so ist, lässt sich ganz einfach erklären. Von der technischen Seite her ist es so simpel gehalten, wie das Bohren eines Loches durch eine morsche Wand. Die Songs bestehen jeweils aus 3-4 Riffs, die ein wenig variiert werden und die ein Gitarrenschüler nach der zweiten Unterrichtsstunde problemlos nachspielen kann. Zudem ist es mir ein Rätsel, wofür in dieser Band zwei Gitarristen anwesend sind. Die Drums sind durchweg im Midtempo-Bereich gehalten. Taktwechsel sucht man fast vergeblich. Nur in Track Nr. 3 „Mustan Surman Rukous“ kann man gelegentliche Breaks ausmachen. Im Track „Ääni Yössä“, der übrigens ganze 21 Minuten einnimmt und ein ausschlaggebender Grund dafür ist, warum diese 4 Songs umfassende CD 44 Minuten dauert,

erscheinen die Drums wie einmal kurz eingespielt und dann auf Endlosloop gestellt. Gleiches gilt für die Gitarrenarbeit. Dazu muss man allerdings sagen, dass genau diese Monotonie eine derart klirrend kalte und zugleich beklemmende Atmosphäre schafft, dass man mit Gänsehaut diesen Klängen lauscht. Nicht ganz unschuldig daran ist Sänger Corvus, dessen Gesang sich zwischen fiesestem Gekeife und Heulkrämpfen im Stil von Silencer bewegt. Dieser Gesang ist so dermaßen abstoßend hässlich, dass er schon wieder gut ist und auf eine gewisse Weise bestialisch den Gehörgang kitzelt. Ein Hörer, der mit dem Genre True Black Metal (welches öfter mal zu Recht ins Lächerliche gezogen wird) nichts am Hut hat, wird dieses Gefühl nie erleben. Personen, die sich dem Genre zugetan fühlen, werden allerdings in den Genuss eines eben solchen kommen.Konzeptionell befassen sich Horna auf diesem Silberling mit dem Thema Pest, was auch das Cover gut wiederspiegelt, auf dem ein nacktes weibliches Wesen sich inmitten einer Schar von Ratten wiederfindet (die Ratten erklären sich von selbst, was das Mädel dort zu suchen hat ist mir schleierhaft).

Es ist sehr düster und eher farblos gehalten, was auch die Atmosphäre des ganzen Albums wiederspiegelt. Gestaltet wurde es übrigens von Aran (seines Zeichens Gitarrist und Sänger bei Lunar Aurora ). Produktionstechnisch hört sich dieses Album an, als wäre es in einer Blechmülltonne aufgenommen worden und erinnert etwas an Darkthrone´s „Transilvanian hunger“. Auch wenn dieses für das Genre des True Black Metal schon irgendwie typisch ist, hätte man sich doch etwas mehr Mühe geben können. Außerdem hätten sich Horna im Laufe ihres dreizehnjährigen Bestehens durchaus weiterentwickeln können, egal, wie Trve man sein möchte und egal, wie sehr man gegen Kommerz ist. Dieses zwanghafte Festhalten an dem so bitterbösen Image erscheint schon etwas lachhaft.Als Fazit bleibt mir zu sagen, dass ich diese Scheibe wirklich nur verdammt hartgesottenen Anhängern des rauhen und simplen Black Metals empfehlen kann. Allen anderen Menschen muss ich vom Kauf dieses Werkes dringend abraten. Sie hätten absolut keine Freude daran.

Marduk – Rom 5:12

Mit Rom 5:12 bringen die Jungs um Morgan Steinmeyer Håkansson eine Scheibe auf den Markt, die nach den letzten Alben, welche leider ein wenig enttäuschend waren, es nun wieder so richtig in sich hat und die Zweifler erstmal ruhig stimmen sollte.

Und das nicht nur, weil sie sich noch Unterstützung in Form von Ex-Member Joakim Göthberg und Primordial's Allan Averill ins Boot geholt haben. Nein, auch Mortuus weiss stimmlich auf ganzer Linie zu überzeugen. Einmal mehr beweist er, dass er Legion in Nichts nachsteht. Gekonnt wird fieses Geknurre mit für ihn eher untypisch hohem Gekeife variiert. Ohne Rücksicht auf Verluste rotzt er dem Hörer den puren Hass ins Gesicht. Teilweise versucht er sich sogar an einigen Cleanparts, was er aber besser anderen Leuten überlassen sollte.

An der Gitarrenarbeit hat sich nicht wirklich viel verändert, wie man im hymnisch angehauchten, aber doch schnellen Song „Cold Mouth Prayer (für den man sich Ex-Member Joakim Göthberg mit ans Mikro geholt hat) erkennen kann. Schon ab den ersten paar Sekunden wird Kennern der Band klar, mit eben welcher wir es hier zu tun haben. Verdammt schnell und fies aber dennoch mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks sägen sich die Riffs von Meister Håkansson in die Gehörgänge.Natürlich ist Schnelligkeit nicht alles. Das dachten sich anscheinend auch die schwedischen Black Metal Götter und packten kurzerhand auch ungewohnt langsame Stücke mit auf die Platte. „Accuser/Opposer“ ist so einer dieser Tracks. Mit einer fetten Priese Doom walzt er alles nieder, was sich im näheren Umfeld befindet. Stimmliche Unterstützung bekommt Mortuus hier von Primordial's Allan Averill. Dieser trägt mit seinem fast schon leidend anmutenden Gesang eine ganze Menge zur bleischweren Atmosphäre des Liedes bei. Am Rande sei erwähnt, dass der Titel sehr gut zum Inhalt des Selbigen passt. Etwas nervig gestaltet sich allerdings das Ende des Songs, welches aus einem zweiminütigen kirchlichen Singsang besteht. Das hätte man kürzer gestalten können.Sehr beklemmend und düster mutet auch „Imago Mortis“ an, da eher langsam gehalten. Kaum hat man sich damit abgefunden, dass es Marduk auch gemächlicher angehen lassen können, da ist es auch schon wieder vorbei mit Entspannung.

Nach einem kurzen ins Mikro gegurgelten Klagelaut blasten die Schweden los, als gäbe es kein Morgen mehr. Da fällt es wirklich schwer, den Schädel ruhig zu halten. Der bewegt sich schon fast wie von alleine. Selbiges widerfährt einem auch im folgenden Song „Womb Of Perishableness“, der wieder mit einigen Doom-Elementen aufwartet und die Matte immer wieder kreisen lässt.Gänzlich aus dem Rahmen fällt der Titel „1651“, der mit Arditi (einer Industrial-Combo) aufgenommen wurde. Ohne jegliche Gitarre und Bass aufgenommen und nur mit Trommeln, vergleichbar mit Kriegsgetrommel, zaubert das Resultat eine gewisse Gänsehaut auf den Rücken.Alles in allem ist Marduk mit diesem Album im Gegensatz zu den vorhergehenden ein absoluter Kracher gelungen. Die Produktion ist sehr sauber und die einzelnen Instrumente sind perfekt abgemischt. Selbst der Bass ist noch sehr gut zu vernehmen und geht nicht im Hintergrund unter.Die Songs variieren bezüglich Schnelligkeit und Atmosphäre durchweg sehr gut. So finden sich die üblichen Knüppelsongs auf dieser Scheibe wieder, wie auch die erwähnten langsamen Tracks. Auch wenn die letzten Alben etwas enttäuschend waren, dieser Silberling verpflichtet zum Kauf.

Nattefrost – Terrorist

Endlich ist es soweit! Der Nachfolger zum äußerst gelungenen „Blood & Vomit“ ist da! Und geändert hat sich, wie zu erwarten war, nur wenig.

Nach wie vor betreibt „Hellcommander“ Nattefrost seinen „True primitive narrow-minded elite Black Metal“ ohne Kompromisse und ohne Rücksicht auf Verluste.

Songtitel wie „Satan is endless, Satan is timeless“ oder „Preteen Deathfuck“ (Hit!), sowie das äußerst geschmackvolle Booklet sprechen für sich. Im Gegensatz zum Vorgänger haben wir es hier glücklicherweise mit einem menschlichen Drummer, namentlich Aggressor von Aura Noir, nur einer unter diversen Gastmusikern, zu tun, was dem unverändert rauen Material sehr gut zu Gesicht steht.

Musikalisch hat sich, wie oben erwähnt, wenig geändert. Ein bisschen punkiger brettert das ganze durch die Gegend, bleibt aber nach wie vor true as fuck. Der Sound ist rotzig aber nicht grottig, was ja in dieser Musikrichtung ja schon was heißen will! Textlich bewegt man sich wie gehabt in einer Schnittmenge aus Satanismus, sadomasochistischen Anleihen und einer guten Portion Schwachsinn. Sollten diese Ergüsse tatsächlich in irgendeiner Form ernst gemeint sein, würde ich dem werten Herrn Nattefrost umgehend zu einer ausgedehnten Therapie raten.

Einziger Kritikpunkt ist die etwas kurze Spielzeit, die durch Unsinnigkeiten wie z.B. „Eine kleine Arschmuzick“ oder den ziemlich überflüssigen Bonustrack künstlich gestreckt wird. Ansonsten ein durchweg gelungenes Primitiv-Black-Metal Album, welches dem Erstlingswerk in nichts nachsteht!

Ach ja, ein Nachfolger ist auch schon in Planung. Titel: „Untergang – Nekronaut Pt. II“. Man darf gespannt sein…

Taake – Noregs Vaapen

Die Waffen Norwegens sind schwer zu ergreifen. Der Nebel erinnert sich im Nynorsk der Nationalromantik und Dichtsprache. Die Musik allerdings ist mit leisester Innovation und aufmerkenden Klängen durchtrieben.

So zeigen gleich die ersten Songs „Fra vadested til vaandesmed“ und „Orkan“ sowie auch die folgenden Tracks, dass Taake schwarz und kalt geblieben sind. „Du ville ville Vestland“ jedoch lässt im letzten Drittel Raum für Einflüsse und Zeit zum Träumen und Treiben. Besonders markant hierbei ist das Gitarrensolo. Geprügel und Geflehe gibt es dann wieder in „Myr“. Bis dann ein Banjo Abwechslung und Überraschung bietet, fremdartig und fehl im Stücke klingt. Hüpfende Klänge und die Novemberstimme des Herbstes vermengen sich zu einer Symbiose. Ein Aufmerken im sonst klanglich traditionellen Treiben. „Dei vil alltid klaga og kyta“ kommt dann einfach ein bisschen zu plötzlich als letzter Track des Albums. Sind die letzten Töne erstmal verraucht, so bleibt entsetzliche Stille.

Vielleicht mag der Tod ein wenig im Klischee daher kommen, jedoch lohnt sich der Blick in die Lyrics, ist man denn des Norwegischen mächtig.

Taake sind der allesumhüllende Nebel, den man als Hörer des wahren Schwarzmetall braucht. Da darf „Noregs Vaapen“ in der Sammlung nicht fehlen.

Tracklist:
1. Fra vadested til vaandesmed
2. Orkan
3. Nordbundet
4. Du ville ville Vestland
5. Myr
6. Helvetesmakt
7. Dei vil alltid klaga og kyta

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Autor: ARCHIVader


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