Blackjack ist manchen vielleicht als australische Heavy Metal Band der späten 1970er Jahre bekannt. Es ist aber in erster Linie ein Kartenspiel, das in Casinos und Spielbanken auf der ganzen Welt gespielt wird. Und vor allem über das Internet sogar von zu Hause aus gespielt werden kann.

Blackjack und Mathematik

Blackjack und Mathematik

Allerdings sollte man hier extrem vorsichtig sein! Denn das Internet ist voll mit falschen Informationen über Blackjack. Diese werden von Online-Casinos und ihren Werbeagenturen bewusst gestreut um ein Bild von Blackjack zu vermitteln, das nicht der Wahrheit entspricht.

Mit dazu beigetragen haben auch amerikanische Filmen und Serien, wie Rain Man oder Hangover in denen das Spiel selbst eine Rolle spielt.

Der Journalist und Blackjack-Experte Radek Vegas betreibt die einzige redaktionelle und Casino-Unabhängige Webseite in Deutschland. In diesem Artikel erklärt er, wie man beim Blackjack wirklich gewinnen kann.

Blackjack und Mathematik

Die Faszination von Blackjack ist, dass es im Vergleich zu anderen Casinospielen wie Roulette oder Spielautomaten nicht rein vom Zufall abhängig ist. Der Spieler kann mit eigenen Entscheidungen seinem Glück auf die Sprünge helfen.

Der Mathematiker Edward Thorp hat in den 1960er Jahren – also lange vor der Metalband Blackjack – das Spiel analysiert. Im ersten Schritt entwickelte er eine auf Wahrscheinlichkeiten beruhende Strategie, mit der man in jeder Situation die optimale Entscheidung trifft. So gelang das Casino, das in jedem Spiel einen sogenannten regelbedingten Hausvorteil hat, zu besiegen. Durch die Anwendung der perfekten Blackjack-Strategie konnte Thorp einen langfristigen Vorteil von weniger als einem Prozent erlangen. Was sich wenig anhört, wird mit der höhe der Einsätze zu einem stattlichen Gewinn. Und das in einem Casino ganz ohne Glück!

Das rief zahlreiche weitere Mathematiker auf den Plan, die Thorpes Theorie weiter entwickelten. Sie fanden heraus, dass sich die Gewinnchancen während einer Runde mit jeder gezogenen Karte laufend ändern. Mit einem System konnte man jetzt die vorteilhaften Situationen erkennen und in diesen Fällen mit hohen Einsätzen mehr gewinnen. Das Kartenzählen war geboren!

Mit Kartenzählen beim Blackjack gewinnen

Wenn man von Blackjack liest oder Filme darüber sieht, geht es in den meisten Fällen um das Kartenzählen. Ein vereinfachtes System um mathematische Wahrscheinlichkeiten direkt während des Spiels am Blackjack-Tisch zu berechnen.
Im Film “Rain Man” kann sich die von Oscargewinner Dustin Hoffman verkörperte autistische Hauptfigur alle Karten merken und weiß genau, welche Karte noch kommen wird. So genau funktioniert das Kartenzählen in der Realität allerdings nicht.

Es geht darum das Verhältnis der wichtigsten Karten abzuschätzen. Das gelingt relativ genau mit einer einfachen Plus-Minus-Rechnung. Vorteilhafte Karten sind die hohen Karten, mit denen der Spieler den namensgebenden “Blackjack” erhalten kann.

Das ist eine Kartenkombination bestehend aus zwei Karten mit den Werten Ass und Zehn. Wobei auch Buben (Jacks), Damen (Queens) und Könige (Kings) mit zehn gezählt werden. Erhält ein Spieler einen “Blackjack” bekommt er für seinen Einsatz 150% Rendite. Wer 10 Euro gesetzt hat bekommt 25 Euro zurück. Bei jeder anderen gewonnenen Kartenkombination beträgt der Gewinn “nur” 100%. Also genau soviel wie man gesetzt hat.

Deswegen ist es besonders interessant diese hohen Karten wie Asse und Zehner zu erhalten, damit man damit einen größeren Gewinn bekommen kann. In dem man alle ausgespielten Asse verfolgt, kann man im Umkehrschluss ausrechnen, wie viele Asse noch im Spiel sind. Sind noch viele Asse im Spiel ist die Wahrscheinlichkeit für einen “Blackjack” entsprechend höher, als wenn schon viele Asse in den vorhergegangenen Runde ausgespielt wurden.

Nun verfolgt man beim Kartenzählen allerdings nicht nur Asse, sondern noch einige weitere Karten, die einen signifikanten Unterschied in der Gewinnerwartung (EV = expected Value) machen. So erkennen Kartenzähler Situationen, in denen sie dann mehr Geld riskieren. Wir sprechen immer noch von einem geringen Vorteil von 1 bis 3%. Große Gewinne in kurzer Zeit, wie es in Filmen wie Rainman oder “Hanover” dargestellt wird, sind beim Kartenzählen nur mit einer positiven Schwankung (Glückssträhne) und sehr hohen Einsätzen möglich.

In der Realität ist die Wahl des richtigen Einsatz aber das Wichtigste. Um als Gewinner aus dem Casino zu gehen darf man nicht zu hohe Einsätze bringen sondern muss den Einsatz immer an den eigenen Kontostand bzw. die Anzahl der Jeton (Chips) und an die Höhe des Vorteils in der jeweiligen Situation anpassen. Gemäß der Faustregel: Setze viel, wenn du im Vorteil bist!

Ein All-In wie beim Poker ist dabei allerdings keine gute Idee! Immerhin betragen selbst in den besten Situationen die Gewinnchancen gerade mal 55%. Nicht gerade eine totsichere Sache auf die man Haus und Hof setzen sollte. Wenn man allerdings in diesen Situationen immer die gleiche, richtige Entscheidung trifft, macht man langfristig einen schönen Gewinn.

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Autor: Radek Vegas


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