Wertung: 4 von 10

Blaze Of Perdition – Near Death RevelationsDas wird nicht leicht jetzt. Denn dass BLAZE OF PERDITION jemals wieder ein Album herausbringen, war nach dem schrecklichen Autounfall im November 2013 auf dem Heimweg von einer Show in Österreich mehr als fraglich. Damals kam der Bassist ums Leben, weitere Bandmitglieder wurden schwer verletzt.

Nun liegt dieses dritte Album also vor und ich befinde mich in der unglücklichen Situation zu versuchen, einen Verriss aufzusetzen, ohne hinterher als pietätsloses Arschloch dastehen zu müssen. Doch letztlich steht das Verfassen eines solchen Reviews unter dem Auftrag, die Musik des Albums, nicht den Werdegang oder das Schicksal einer Band zu bewerten.

Was man BLAZE OF PERDITION sicher nicht abstreiten kann ist, dass sie ihre Arbeit sehr bemüht und mit viel handwerklichem Können erledigen. Geboten wird komplex-orthodoxer Black Metal der Marke Deathspell Omega. Die Produktion stimmt und insbesondere der Opener „Królestwo niczyje” hat durchaus seine Momente. Das große Problem ist, dass es kaum etwas gibt, woran man sich orientieren kann. Das Gesamtbild verwischt zu einem lichtundurchlässigen Brei, und die Neigung der Gitarristen zu immer gleich klingenden, zerlegten disharmonischen Läufen bringt mich beim längeren Zuhören irgendwie zum Wahnsinn. Leider nicht im positiven Sinne. Den rituellen Charakter von „Near Death Revelations“ zu ergründen, kommt in etwa einer einstündigen Beobachtung eines meditierenden buddhistischen Mönches gleich. Außerdem scheint es bei jüngeren Black/Death Metal Bands so zu sein, dass sie es einfach nicht schaffen, nicht irgendwann mal wie Behemoth zu klingen. Zäh und verschlossen quoll das Werk bereits drei Mal durch meine Boxen. Diesen vierten Durchgang werde ich jetzt aber bei der Hälfte abbrechen, erleichtert durchatmen und mich zu leichterer Kost (etwa „Terrorfront“ von Infernal war) wieder mit dem polnischen Black/Death Metal versöhnen.

Tracklist:
1. Królestwo niczyje
2. Into the void again
3. When mirrors shatter
4. Dreams shall flesh
5. Cold morning fears
6. The tunnel
7. Of no light

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