Es braucht keine riesige Magazinwerbung oder eine andere aufdringliche Form der Promotion um dem geneigten Metaller zu einem Event zu locken auf dem er und seinesgleichen rundum glücklich werden können. Eine funktionierende Mund-zu-Mund Propaganda, reges Flyerverteilen reichen manchmal schon aus. Schließlich hat das “früher” ja auch geklappt. Dies beweisen in der lokalen Szene neben den Machern vom Noctura, dem Whores Of Metal, dem Live Undead oder der Headbanger’s Night auch die Organisatoren des Drum Hard. Es stand mal wieder ein Gig in den ehemaligen Geschäftsräumen einer Bielefelder Logistikfirma an. Lautes und Rotziges wurde versprochen und auch gehalten, denn die deutschlandweit bekannten Untergrundknüppler und Speedfreaks Blizzard waren zu Gast. Mit lokalem Support in Form der neuformierten Wifebeater und den bereits länger aktiven Bowling Club sollte dies also ein krachender und lärmender Abend werden. Mit der obligatorischen „Verspätung“ von knapp einer Stunde eröffnete das Trio Wifebeater den Abend mit ihrem äußert rohen Scumfuck-Rock’n’Roll Lärm. Freunde der berühmt-berüchtigten 90er Jahre Punk “Ikone” GG Allin kamen voll und ganz auf ihre Kosten und bekamen eine schwere Breitseite punklastigen Rock in den Gehörgang. Der Sound war entsprechend räudig, unterstrich aber das Gesamtbild des in Feinripp-Muskelshirts auftretenen Dreiergespanns. Erhobene Mittelfinger, wildes Gegröle und eine gehörige Portion Eier waren bei dem knapp 45-minütigen Auftritt die Attribute, die die Gäste auf das noch kommende einstimmten.

Nach einer kurzen Umbaupause betrat das Bielefelder Quartett Bowling Club die Europaletten, um den inzwischen zahlenmäßig gut gefüllten Räumlichkeiten weiter einzuheizen. Ein stilistischer Querschnitt aus diversen Genres wurde zum Besten gegeben und Frontmann Olli hat mit seinem Organ für eine massive Wand gesorgt. Ein spaßiger Hybrid aus Doom, Stoner und Rock verpackt in kräftige Songs haben den ein oder anderen Nacken in exzessive Bewegung gebracht und den Bierdurst weiter angespornt. Es wurden Songs aus den bisherigen zwei Alben präsentiert, die trotz der kleinen Bühne und der kleinen PA schwer hämmernd aus den Boxen knallten.

Nun wurde es Zeit für den Headliner des Abends. Der Raum war voll, das Bier floß, und die Motivation war äußerst hoch. Die ursprünglich 1998 gegründeten, nach knapp 7 jähriger Pause 2008 wiedervereinten Speed-/ Thrash Metaller Blizzard gaben von Anfang an Vollgas und hatten direkt die Meute auf ihrer Seite. Ein Mix aus allen bislang erschienen Platten wurde abgefeiert. Die Fäuste wurden in die Luft gereckt und die Texte mitgegrölt. Ein wahres Fest, so wie man sich das vorstellt. Mal pfeilschnell, mal rotzig-rockig: Blizzard wussten zu begeistern und so war es auch nicht verwunderlich, dass das Trio aus Nürtingen in Baden-Württemberg erst nach gefühlten drölf Zugaben von der Bühne gelassen wurde. Mit Songs wie “666 Angry Barbarians”,“Roaring Tanks Of Armageddon”, dem ordentlich sägenden “Posercrusher” oder dem zum Trinken animierenden “No Beer Until Metal” war es ein Abend, der jedem Anwesenden ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht gemeißelt haben sollte… Wer hier nicht glücklich wurde, der hatte sich wohl die falsche Veranstaltung ausgesucht. Hier wurde metallischer Untergrund in bester klischeemanier abgefeiert und so gehört sich das… Weiter so…

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen