Unwirklich, atmosphärisch begeisternd, ja geradezu abgehoben kommen diese recht avantgardistisch wirkenden Black Metal Kompositionen daher. Neben der temporeichen Schlacht an den eiskalt eingestellten Gitarren und dem schon relativ schwer hör- und erkennbaren Gesang sind es vor allem diese irrsinnigen Melodien, durch starke Auslastung der Effekte größtenteils im Hall-Bereich akribisch optimiert, die den besonderen Reiz von „Memoria Vetusta II: Dialogue with the stars“ ausmachen. Das Land von Milchkaffee und Baguette war ja eh und jeh für Bands mit „besonderer“ Begabung – vor allem im abgedrehten Bereich – bekannt. Mit diesem Release von Blut aus Nord geht man in meinen Augen aber noch einen Schritt weiter. Gewaltig, ja hymnenhaft – mir fallen nicht einmal annähernd genug Adjektive ein, um dieses dunkelschöne Kunstwerk gerecht zu beschreiben – schafft jedes einzelne Stück seine ganz eigenen Visionen im Kopf des Hörers.

Diese CD ist keine für nebenbei. Aufmerksames genießen und in sich gehen sind Vorraussetzung, um die „andere Ebene“ hinter diesen Kompositionen zu erleben. Die Ebene der Kunst, diesem musikalischen Hörgenuss gleich mehrere Dimensionen zusätzlich mitzugeben. Schlicht und ergreifend ein Erlebnis.