OsnaMetal hatte zu einem Abend geladen, der ganz im Zeichen des klassischen Metals stehen sollte, und ca. 50 Headbanger aller Altersgruppen hatten sich aufgemacht, um die Winterkälte aus ihrem Leib zu bangen.


Den Anfang machte die Osnabrücker Gruppe Xiron. Die Band hat sich einem Iced Earth nicht unähnlichem Stil verschrieben, woran nicht zuletzt Sänger Michael Seifert (auch bei Rebellion tätig) einiges beiträgt. Leider fehlte Gitarrist Christian Nülle aus familiären Gründen, weswegen dem Sound trotz der guten Arbeit des Soundmannes einiges an Druck fehlte. Geboten wurden Songs aus allen Schaffensphasen der Band, wobei der Schwerpunkt des 60-minütigen Auftritts auf dem aktuellen Album „A Matter Of Gray“ lag. Zwar war das Stageacting sehr hölzern, doch das machte Sänger Michael mit seinem Charisma wieder wett. Dem Mann merkt man seine Professionalität einfach an.

Die Publikumsreaktionen wurden von Song zu Song besser und die ersten Haare flogen. Mit diesem Auftritt hat die Band sich sicherlich einige neue Fans erspielt.

Weiter ging es mit Enforcer. Die Schweden sahen zwar im Schnitt locker 15 Jahre jünger aus als Xiron, wirkten aber, als ob sie ebenso lange zusammen auf den Bühnen dieser Welt herumturnen würden. Eine großartig aufeinander eingespielte Instrumentalfraktion gepaart mit einem Sänger der, trotz Krankheit, einen Vince Neil selbst zu seinen besten Zeiten hätte alt aussehen lassen – die perfekte Band, um die glorreichen 80er wieder aufleben zu lassen.

Diese Zutaten verwandelten den für Osnabrücker Verhältnisse vollen Bastard Club in ein Meer aus fliegenden Haaren und gereckten „Pommesgabeln“. Leider war der Gesang über weite Strecken nicht zu vernehmen, was aber weniger am Soundmann als an Sänger Olof Wikstrand lag, da der Gute das Mikro viel zu weit weg von sich hielt. Auch optisch fühlte man sich, viel Stretch und Spandex sei es gedankt, in die 80er zurückversetzt.

Die nun folgenden Portrait konnten da in Hinblick auf die Stimmung nicht so ganz mithalten, was auch am, im Vergleich zu den Vorgängern, komplexeren Songmaterial lag. Außerdem hatte ein Teil des Publikums angesichts des nächsten Arbeitstages den Bastard Club schon wieder verlassen. Schade, denn diejenigen verpassten Einiges! Die Band bot Metal im Stil von Mercyful Fate inklusive eines Sängers, der King Diamond verdächtig nahe kam. Mit einem Wort: großartig, wenn auch wenn die Band nicht in Top-Form war. Sänger Per Karlsson verließ während des Auftrittes mehrmals die Bühne, um seinen offenbar angeschlagenen Magen zu entleeren, was seine Bandkollegen mit verlängerten Instrumentalpassagen überbrückten.

Fazit: Ein guter Abend, mit drei wirklich guten Bands bei gutem Sound, wobei Enforcer für mich eindeutig die Besten waren. Wären Portrait gesundheitlich auf dem Damm gewesen, wäre es vermutlich ein Unentschieden gewesen.

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