Schon das Cover lässt erahnen, in welche Richtung es in der kommenden knappen halben Stunde geht: Drei langhaarige (Lipper)Kuttenträger rasen im aufgemotzten Kettenfahrzeug auf ein vatikanisches Gebäude zu und walzen alles nieder, was sich im Weg befindet. Ein perfektes Abbild des Sounds des Trios aus dem östlichen Ostwestfalen-Lippe, dass sich wohl am besten mit dem Satz „F**** dich, wir machen was wir wollen“ beschreiben lässt. Absolut aufrichtige Musik mit einer gehörigen Portion Eiern in der Hose. Es fehlt zwar an einer üppigen Produktion und auch technisch ist man nicht in den höchsten Sphären unterwegs, allerdings ist das auch gar nicht beabsichtigt. Vielmehr steht der Spaß an altlastigem Metall und Biergenuss mit Gleichgesinnten im Vordergrund. Doch nun zum eigentlichen Kern des Ganzen: Der Musik.

„Bulldozing The Vatican“ beginnt mit einem knappen Intro in Spoken (oder besser Shouting) Word-Form, und dann rollt der Bulldozer direkt auf Angriff getrimmt drauf los. Sägende Gitarren und treibendes Geprügel bringen Bewegung in den Nacken und der keifende, rotzige Gesang tut sein übriges. Ein solider Auftakt. Wirklich Abwechslung kommt mit „Street Metal Death Squad“ und „Chainsaw Inquisition“ nicht auf, allerdings bieten die Herren durchaus mitgrölbare Titel, die live mit Sicherheit Wirkung zeigen werden. Mit „Go Fuck Yourself“ gibt es das erste Highlight des Albums auf die Mütze. Der Motörhead-Einfluss lässt sich in seiner ganzen Pracht abfeiern. Ein Stück mit durchaus Ohrwurmqualität und Nackenstimulation, gefolgt von „Bastard Metal“, welches sich ebenfalls nach reichlich Bierkonsum noch bestens mitschreien lässt. So halten Bulldozing Bastard das Tempo weiterhin aufrecht und prügeln sich durch die Songs. Mit „Beer Hammers“ gibt es eine derbe Ode an einen in Detmold ansässigen Metal-Fanclub. Das folgende „Black Leather Uniform“ stellt das nächste Highlight der Platte da, und auch hier ist wieder ordentlich Rock’n’Roll angesagt, der sich direkt durchs Großhirn in die Nackenmuskulatur frisst und für ein schweres Headbangbedürfnis sorgt. Mit „Woman Get Me Off“ legen Bulldozing Bastard noch einmal eine Schüppe Geschwindigkeit drauf und das finale „Metal Avenger“ bietet einen würdigen, ausklingenden Abschluss der Platte.

Alles in allem stellt „Bulldozing The Vatican“ meiner Meinung nach ein gelungenes erstes Album dar, das ohne Frage Spaß macht und auch mit Sicherheit auf der Bühne für ordentlich Stimmung sorgt. Wenn man meckern möchte, dann kann man sagen, dass es vielleicht an Abwechslung fehlt und dass alles irgendwie zu stumpf und voller Klischees sei. Ich halte einfach dagegen: Völlig egal! So soll sich ein rotziger „Underground Rock’n’Roll und Metal Bastard“ anhören und nicht anders!

Tracklist

  • 01. Bulldozing The Vatican
  • 02. Street Metal Death Squad
  • 03. Chainsaw Inquisition
  • 04. Nothing In Common
  • 05. Go Fuck Yourself
  • 06. Bastard Metal
  • 07. Beer Hammers
  • 08. Black Leather Uniform
  • 09. Woman Get Me Off (The Restriction Order)
  • 10. Metal Avenger