Und ich war doch ziemlich überfahren von diesem imaginären Gefährt. Es klang wie eine Reunion von ACDC, die da, textlich mit allen Klischees des eigentlich ausgestorben geglaubten Rockers beladen, vorbeirauschte und deren Abgase den wohltuenden Geruch längst verloren geglaubter Platten aufwirbelte.

Dies geschieht auf elf Tracks mit Old School – Attitüde, von denen jeder einzelne sowohl gesanglich als auch instrumental deutlich die Vorbildfunktion von ACDC für Bullet bestätigt. Schremmelgitarren und vor allem Gitarrensoli, die so Hard Rock klingen, wie es nur möglich ist, brachten die (zumindest vorgestellten) Abgasschwaden im Raum zum Beben und mich dazu, die Lautstärke erst einmal bis zum Anschlag aufzudrehen. Dazu ein deutlich vorantreibendes Schlagzeug und eine Stimme von Sänger Hell Hofer, als wäre Bon Scott wieder lebendig geworden.

Zwar klingt das alles etwas klischeebeladen. Eigenständigkeit, die beständig von jeder Band gefordert wird, die etwas auf sich hält, ist sicherlich etwas Anderes. Statt dessen scheint das Quintett aus Schweden es nicht mehr geschafft zu haben, die 80er rechtzeitig zu verlassen. Aber, hey – was soll’s?

Die Musik ist mehr als ordentlich, und man kann wohl ohne Übertreibung sagen, dass hier Freunde von ACDC, Judas Priest und deren Nachkommen mehr als nur auf ihre Kosten kommen, wenn sie einfach nur „easy listening“ betreiben wollen. Freunde neuer, innovativer Hörerlebnisse werden dagegen wohl eher enttäuscht sein. Daher kann es leider auch keine Höchstpunktzahl geben.

Zu guten vier von fünf Punkten reicht es aber allemal!

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