carn düm 2015Als ich das Album „Carn Dûm“ zum ersten Mal in den Händen hielt, dachte ich wegen des Covers und des Bandnamens erst einmal an eine weitere unselige Summoning-Kopie (nichts gegen Summoning, aber deren Nachahmer sind meiner Meinung nach nahezu alle unbrauchbar gewesen). Aber ich lag weit daneben, denn das einzige, was CARN DÛM mit den Österreichern gemeinsam haben, ist der lyrische Bezug zu J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“.

Musikalisch beschreiten die Saarländer auf ihrem Debutalbum einen anderen Weg, der mich eher an die Pagan Metal-Bewegung der frühen 2000er Jahre erinnert. Glücklicherweise spart man sich aber das Keyboard- und Folkgedudel und besinnt sich auf die traditionelle schwermetallische Instrumentenbesetzung. Im Song „Wandelnd im Dämmerlicht“ tauchen Keyboard und Akustikgitarre zwar auf, werden aber sehr pointiert eingesetzt und bereichern somit das Klangbild enorm – lediglich der klare Gesang klingt nicht so ganz gerade, was aber die Qualität des Songs gar nicht schmälert. Obwohl gelegentlich auch mal flotter geprügelt wird, verlaufen die Titel meist im Midtempobereich und werden, umrahmt von einem angenehm-schummrigen Kellersound (der mich an Suidakras „Auld Lang Syne“ erinnert), auf fast schon gemütliche Weise vorgetragen.

Viel Bedeutung wurde den in deutscher Sprache verfassten Texten beigemessen, die von einem Sänger dargeboten werden, dessen Stimme wie auf einer Gruft zu tönen scheint. Leider sind nicht alle Texte abgedruckt und somit muss ich mich bei meinen Favoriten (dem bereits erwähnten „Wandeln im Dämmerlicht“ und dem darauf folgendem, herrlich trabenden „Eine neue Macht erhebt sich…“) auf mein geschundenes Gehör verlassen. Lediglich der Titel „Marsch auf Fornost“ scheint nicht recht ins Gesamtgefüge passen zu wollen und klingt eher wie ein merkwürdiger Bastard aus Varg und Eisregen …

„Carn Dûm“ ist zwar noch alles andere als perfekt, doch ist gerade die Naivität dieses Debuts überaus reizvoll und interessanter als manches ausgereifte Spätwerk einiger etablierter Acts. Daumen hoch und weiter so!

 

Tracklist:

1. Duath
2. Burz
3. Und es ward Winter…
4. Morgul – Metamorphose des Seins
5. Wandelnd im Dämmerlicht
6. Eine neue Macht erhebt sich…
7. Marsch auf Fornost
8. Begraben in Dunkelheit
9. Dämmerung
10. Nacht

 

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