Gerade im Falle von Catamenia macht diese Vorgehensweise aber auch Sinn, gab es doch seit der Gründung etliche Line-up Wechsel und von der ursprünglichen Besetzung ist nur noch Sänger Riku Hopeakoski mit dabei. Insofern hätte der Album Titel „The Rewritten Chapters“ auch nicht passender gewählt werden können.

„The Rewritten Chapters“ kann im Großen und Ganzen als Bestandsaufnahme des bisher entstandenen musikalischen Materials gesehen werden. Auf dem gut einstündigen Best-Of finden sich Stücke von ziemlich allen Alben. Selbst das 1998 erschienene Debut „Halls of Frozen North“ ist mit einer aufgefrischten Version von „Pimeae Yoe“ vertreten. Lediglich die ganz frühen Demo Aufnahmen wurden nicht berücksichtigt. Dies ist allerdings auch bestimmt der Tatsache geschuldet, dass die stark Black-Metal- lastigen Stücke nicht mehr unbedingt zum aktuellen Stil passen. Der Schwerpunkt des Albums liegt eben klar auf der jüngeren Vergangenheit. Das 2010er Album „Cavalcade“ ist beispielsweise mit gleich drei Songs vertreten. Außerdem bleiben sich die Finnen insofern treu, dass mit dem eher unbekannteren Bon Jovi Song „Born to be my Baby“, wie auch auf den Vorgängeralben wieder eine Coverversion auf dem Album vertreten ist.

Es wird deutlich, dass sich Catamenia stilistisch immer mehr zum Melodic Death entwickeln. Hinzu kommt eine prise Bombast Metal der dem Ganzen eine beeindruckende Tiefe gibt. Der Gesang ist kraftvoll und meistens krächzend-grunzend. Aber auch cleane Gesangsparts und Unterstützung durch weibliche Stimmen finden sich in den Stücken. Die meist sehr melodisch gespielten Gitarren stehen mehr oder weniger gleichberechtigt neben dem Gesang und das vereinzelt eingesetzte Keyboard sorgt für willkommene Abwechslung. Die Band ist bemüht, das Album möglichst homogen erscheinen zu lassen. Das ist für den Zuhörer sicherlich auf eine Art gut, da er sich ein gutes Bild davon machen kann, wo die Band gerade steht. Allerdings hat das auch zur Folge, dass die Eigenwilligkeit und Aggressivität gerade der älteren Stücke dieser Vereinheitlichung zum Opfer fällt. Neben dem bereits erwähnten „Pimeae Yoe“ fällt das auch bei „Morning Crimson“ und „Lost in Bitterness“ auf. Irgendwie wirken die neuen Version doch stark glattbebügelt und in ein Korsett gequetscht. Aber das liegt ja auch im Ohr des Hörers und gehört zur künstlerischen Freiheit des Interpreten.

Demnach kann „The Rewritten Chapters“ weniger als Übersicht über das bisherige Schaffen gewertet werden, sondern eher als Startpunkt für eine neue Ära. Catamenia befinden sich derzeit auf einem hohen musikalischen Niveau und gelten sicherlich als eine der unterbewertesten Bands dieses Genres. Hundertprozentig kann mich das aktuelle Album zwar nicht überzeugen kann aber als solides Lebenszeichen der Band gewertet werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Band weiterentwickelt und wie stabil das aktuelle Line-up ist.

Tracklist:

  • 1.Hollow out – Chaos born
  • 2.Blackmension
  • 3.Alive… Cold… Dead!
  • 4.Cavalcade
  • 5.Passing Moment of Twilight Time
  • 6.The day when the sun faded away
  • 7.My Bloodstained path
  • 8.Post Mortem
  • 9.Morning Crimson
  • 10.Eskhata
  • 11.Coldbound
  • 12.Lost in Bitterness
  • 13.Pimeae Yoe
  • 14.Kuolon Tanssi
  • 15.Born to be my Baby (Bon Jovi Cover)

Und hier Catamenia`s version von „Born to be my baby“