Wertung: 6 von 10

Die Cavalera Conspiracy um die beiden Sepultura-Gründungsmitglieder Max und Iggor Cavalera bringen knapp drei Jahre nach dem äußerst erfolgreichen Debut “Inflikted” ihr zweites Studio-Album namens “Blunt Force Trauma” auf den Markt. Viele Fans und Kritiker waren nach dem ersten gemeinsamen musikalischen Werk der Brüder seit dem 96er “Roots” so begeistert, dass die bisher so sehnlichst erwartete Sepultura-Reunion als überflüssig abgestempelt wurde. Ob “Blunt Force Trauma” diesem Erwartungsdruck standhalten kann erfahrt ihr in diesem Review!


Um es kurz zu machen: Nein, “Blunt Force Trauma” kann dieser Erwartungshaltung nicht gerecht werden! Und der Grund dafür liegt eindeutig in der Gleichförmigkeit der Lieder zu Veröffentlichungen von Maxens Hauptband Soulfly. So verwundert es nicht, dass Max in einem Interview äußerte, dass er zu Beginn des Songschreibens nie wüsste zu welcher Band das jeweilige Lied passen könnte. Zitat: “I write riffs all the time and when I´m writing I don´t know if they´re going to be for Soulfly or for Cavalera, to tell you the truth. I just write them and put them on CD.”

Da verwundert es auch nicht, dass der Opener “Warlord” vor Soulfly-Attitüde nur so strotz. Dieser Song beinhaltet alle Trademarks, die auch Soulfly auszeichnen ohne sich musikalisch von diesen abzugrenzen. Auch das Gedrumme von Iggor kann keine neuen Aspekte hinzufügen, denn der werte Herr liefert zwar eine wirklich gute Leistung ab, aber bleibt in seinem Tun stets klassisch. Warum Max das Zusammenarbeiten mit seinem Bruder als so etwas unglaublich Inspirierendes empfindet, wird nicht deutlich. Da kann höchstens auf emotionaler Ebene eine “besondere” Magie entstanden sein, denn in der Musik zeigt sich dies nicht. Dabei steht “Warlord” stellvertretend für die ganze Scheibe.

Max und Iggor werden an der Gitarre von Frickel- und Flamengo-König Marc Rizzo unterstützt, der mit seinem variablen Spiel die Cavalera Conspiracy vor völliger Belanglosigkeit bewahrt. Aber auch an der Gitarrenfront wird im Vergleich zu Soulfly nichts wirklich Neues geboten. Man hat stets das Gefühl solche Gitarrenpassagen schon auf etlichen Veröffentlichungen der Seelenflieger gehört zu haben. Man höre sich dazu mal die Solo-Passagen vom Titeltrack an.

Wer Soulfly kennt wird vermuten können, dass auch die Cavalera Conspiracy nicht ohne Gastmusiker auskommen kann. So wird Max bei “Lynchmob” gesanglich durch Roger Miret von Agnostic Front unterstützt. Dieser Song ist für mich einer der Besten des Albums, da er trotzt fehlender Innovativität einfach ein wirklich cooles Stück Musik geworden ist, dass in dieser einfachen aber wirkungsvollen Weise nur von Monsieur Max geschrieben werden kann.

Hervorzuheben ist noch “I Speak Hate”, der mit seinem vom Schlagzeugspiel geprägten, abgehackten Refrain aufhorchen lässt. “Burn Waco”, geiler Songtitel, stellt zusammen mit “Thrasher” ein sauschnelles Duo dar. Dem erstgenannten Lied kann Marc Rizzo seinen Stempel aufdrücken, da er es mit einem unglaublich lässigen, sehr smoothen Riff geschafft hat, ein Ausrufezeichen zu setzen.

Fazit:

Was bleibt nun abschließend zu dem Zweitwerk der Cavalera Conspiracy zu sagen? “Blunt Force Trauma” ist ein klassisches, gutes Max-Metal Album geworden, welches nur sehr begrenzt in den genannten Passagen Hervorstechendes zu bieten hat. Fast zu 95% haben wir es hier mit einem Soulfly-Album zu tun, was für mich ein eindeutiger Kritikpunkt ist. Ich hätte mir deutlich mehr Eigenständigkeit erhofft und so wirkt die CC anno 2011 doch stark berechenbar. Im Vergleich zum Erstling “Inflikted” der einfach bessere Songs enthalten hat, stellt “Blunt Force Trauma” einen Rückschritt dar. Mir erschließt sich nicht, warum ein potenzieller Käufer, der höchstwahrscheinlich auch Soulfly hören wird, sich diese Platte kaufen sollen muss. Natürlich befindet sich das Album qualitativ auf grundsätzlich gutem, typischem Soulfly-Niveau und so kann man es ohne zu Murren hören. Wenn man es allerdings nicht gehört haben sollte, hat man ebenfalls nichts verpasst. Ich finde einfach, dass “BFT” in dem Album-Katalog von Soulfly und der Cavalera Conspiracy untergeht.

Tracklist:

  • 01. Warlord
  • 02. Torture
  • 03. Lynchmob
  • 04. Killing Inside
  • 05. Thrasher
  • 06. I Speak Hate
  • 07. Target
  • 08. Genghis Khan
  • 09. Burn Waco
  • 10. Rasputin
  • 11. Blunt Force Trauma
Dieser Metaller.de Artikel wurde heute bereits 1x gelesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen