Celle Rock City Festival-WarmUp im Osnabrücker Bastard Club

Es betraten statt der ursprünglich geplanten vier Bands nur noch drei Gruppen die Bar Stage im Osnabrücker Bastard Club zum Celle Rock City Festival-WarmUp.

Celle Rock City Festival-WarmUp mit Smilodon, Damnation Defaced und Mourning Caress

Celle Rock City Festival-WarmUp
Celle Rock City Festival-WarmUp

Den Anfang machte hierbei die Melodic Death Metal-Truppe Smilodon aus dem Kreis Heidelberg. Der junge Fünfer fuhr ein recht amtliches Brett auf, bei dem vor allem Frontfrau Luzy mit ihren Growls mehr als überzeugen konnte. Neben dieser Dame hätte selbst Angela Gossow (Arch Enemy) wie ein Schulmädchen gewirkt.

Zu den fiesen Vocals gesellten sich treibende Drums und melodisch-harte Riffs und jede Menge Spielfreude. Man heizte der Menge ordentlich ein, so dass es einfach Spaß machte, dieser Band zuzusehen. Weiter so!

Als nächste stürmten Damnation Defaced aus Celle auf die Bretter und ballerten mit progressivem Death Metal gleich drauflos, als würde es kein Morgen geben. Doch auch für ruhigere Parts mit cleanen Gitarren war Zeit. Die überlangen Songs wären mir andernfalls auf die Nerven gegangen, da die meisten der härteren Riffs doch recht abgenutzt waren. So aber headbangte das Publikum und auch die Band hatte ihren Spaß.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es mit Mourning Carress aus Münster weiter. Die Band sah In Flames nicht nur ähnlich, sondern klang auch so.

Ob dies jetzt gut oder schlecht ist, bleibt der Entscheidung jedes Einzelnen überlassen. Tatsache ist jedoch, dass die Musik dem Publikum gefiel und auch verdammt gut gemacht war: Die Jungs scheinen ihr Handwerk zu verstehen. Legte das Quintett mehr Wert auf Eigenständigkeit und betonte vor allem den Metalfaktor stärker, könnten die Jungs vermutlich eine der Speerspitzen der deutsche Melodic Death Metal-Szene werden. Aber genug des „wenn“ und „aber“, eine Party veranstalteten die Jungs auf jeden Fall. Auch die Coverversion des Judas Priest-Gassenhauers „Breaking The Law“ kam bei den ca. 50 Anwesenden super an.

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Fazit

Ein gelungener Konzertabend für einen fairen Preis, super!

Setlist Smilodon:
n/a

Setlist Damnation Defaced
01 Intro
02 Fields Of The Unknown
03 The Grief Of Cold Dead Eyes
04 Blade Upon Your Throat
05 In The Absence Of Light
06 Rest In Pieces
07 Death Will Rise
Zugabe: Havoc

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Setlist Mourning Carress
01 Enter Today
02 Of Fortune
03 Follow The Rain
04 As Long
05 Pessimist
06 Nothing
07 Sorrows
08 Feed My Dreams
09 Falling
10 Corroded
11 Breakig The Law Priest Cover
12 Creating

Damnation Defaced – Beyond The Pale

Damnation Defaced - Beyond The Pale
Damnation Defaced – Beyond The Pale

Ein anderer Schreiberling zückte das Resultat „Teilweise hörbar“, was auch meiner Meinung relativ gut entspricht. Die Tatsache, dass ich diese Scheibe so oft gehört habe, entspringt aus mehreren Ursachen. Zunächst einmal sind die Songs sehr viel weniger eingängig als auf den ersten beiden Demos. Das liegt an den komplexen Songstrukturen und den ausladenden Instrumentalteilen. Hier zeigen gerade die Gitarristen Lutz und Ulf, sowie Drummer Lucas, was sie können und erinnern schwer an Opeth und ähnliche Konsorten, machen aber auch zugleich die Songs sehr langatmig. Das verdaut sich schlecht mit dem matschigen Sound der Platte und dem Stil der Musik, der wohl zwischen Death, Doom und Progressive anzusiedeln ist. Dafür können aber wiederrum bei jedem neuen Durchlauf Details gefunden werden, was die Songs spannend macht. Ein Detail, was im Gegensatz zu „Resurection Stillborn – The Blackest Halo“ geändert wurde ist die Stimme von Sänger Philipp. War sie früher recht eindimensional, klingt sie heute in verschiedensten Klangfarben.

Von heiserem Schreien zu tiefem Growlen und thrash- artigen Attacken. Aus all diesen Gründen, ist die Platte nicht beim ersten und auch nicht bei den ersten fünf Durchläufen zu greifen. Als Anspielttipp könnte man aber trotzdem eher die ersten Songs der Scheibe, wie das starke „Despised Angel“ oder das ebenfalls exquisite „Saintanist“ vorschlagen, da die letzteren Stücke doch eher die schwächeren sind.

Fazit:

Eine Scheibe mit langen Songs, die nicht sofort ins Ohr gehen, aber viele Entdeckungsmöglichkeiten offen lassen.

Trackliste:
01. The Beast Must Die
02. Despised Angel
03. Saintanist
04. Dawn
05. Dead Emotion
06. Serpent’s Seal
07. Beyond The Pale
08. Disgraced
09. King Of Greed
10. Dream Shifter
11. They Sow The Wind And Reap The Storm

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Smilodon – Murder Of Crows

Smilodon - Murder Of Crows
Smilodon – Murder Of Crows

Welch passender Name für eine Todestruppe. Wenn man dann das Bandfoto betrachtet und sich auch noch über die zierliche Luzy wundert, fragt man sich wo der Name die Berechtigung findet. Tja, lasst Taten sprechen. Rein in den CD- Player und ihr wisst wo der Papst boxt, respektive der Tiger grölt. Nach einem filigranen Intro ballerts doch ziemlich amtlich aus den Boxen. Der Sound ist für ein Demo schon mal ganz schön beachtlich. Man möchte sogar fast sagen zu viel Bass und nicht wie so häufig zu wenig. Abgesehen davon frickeln sich die 4 Jungens auch noch ziemlich abgedreht durch die 7 Songs, so dass ich hier eigentlich nicht mehr von Demo sprechen mag. Wer melodischen Deathmetal mag, ist hier jedenfalls genau richtig.

Die alten Göteborger hört man trapsen, nur der Sound ist neuer. Dieser klingt schon eher wie aus dem Lager der Metalcorer, aber mit diesen Leuten haben Smilodon wenig zu tun. Dazu sind die Gitarrenläufe zu frickelig, die Hooks zu melodiös und das Songwriting zu wenig auf Beatdowns abgestimmt. So und jetzt mal zum Herzstück der Kiste. Mittlerweile ist es ja so, dass wenn eine Frau in dem Booklet auftaucht, dann denkt man gleich an Tittenfaktor usw. Klappe zu, würde ich in diesem Fall mal sagen. Die gute Luzy hat mehr Eier (stimmlich gesehen) als so mancher Kerl.

In den hohen Lagen muss sie sich mit Angela Gossow von Arch Enemy vergleichen lassen, hat aber ihr gegenüber in den tieferen Regionen eindeutig die Nase vorn. Da geht einiges. Insgesamt ist hier einiges los, auch wenn man sich nach 25 Minuten doch ob der kürze der Demo wundert. So kurzweilig wie es ist, kommt einem die Zeit nicht so lang vor. Aus diesem Grund werde ich auch keinen der Songs speziell hervorheben, weil a) Alle granatengeil sind und b) 25 Minuten im Leben eines Metallers über sind. Also los, rauf auf die HP und gekauft die Kiste. Das ganze kommt mit nem netten Booklet und ist mit 6 Euro sein Geld absolut wert.

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Mourning Caress – Inner exile

Mourning Caress - Inner exile
Mourning Caress – Inner exile

Dabei spielen die Recken tapfer auf, immer mit der nötigen Härte, aber auch immer mit dem bewussten Händchen für feine Melodien. Als Vergleiche kommen mir da spontan In Flames oder Soilwork in einer weniger Core-lastigen Version in den Sinn. Zwar schreit sich Gerrit Mohr hier die Seele aus eben dieser, könnte so auch gut im Metalcore unterwegs sein, kommt aber hier viel besser rüber. Obwohl, leichte Anleihen zum Core sind nicht zu verkennen, ist es doch eine Eigenheit dieser Art von Melodic Death Metal, dass die Grenze fließend verläuft. Dennoch ist dieses Album eindeutig dem Metal zuzuordnen. Einige Riffs könnten auch lockerleicht dem Melodic Metal entrissen sein, hört man zum Beispiel in Track 2 der neuen Scheibe rein.

Mit Growlen haben die Musiker nichts am Hut, bieten dafür aber abwechslungsreiche Tempo- und Melodievariationen in ihren Songs. Schon nach dem zweiten Durchhören der Scheibe bleiben die ersten Melodien hängen und beginnen, den Geist für diese CD zu öffnen.Die Produktion hingegen hätte für mich noch einen Tacken aggressiver ausfallen können, was sich vor allem dadurch äußert, dass gerade vom Schlagzeug und hier von der Doublebase einfach zu wenig Druck ausgeübt wird. Gleichzeitig fehlt ein bisschen Brillianz, die dazu führt, dass in einigen Passagen es nicht einfach ist, die Gitarren voneinander zu unterscheiden. Damit man mich jetzt nicht falsch versteht: Die Produktion ist durchaus nicht schlecht, hätte nur hier und da ein wenig optimiert werden können. Das Cover der CD ist recht dunkel gehalten, was zum Gesamtpaket gut passt. Die Leute von Killustration verstehen halt ihr Handwerk.

Der Titeltrack von „Inner Exile“ ist zugleich der letzte und längste Track der Scheibe, in dem nochmal alles geboten wird, was die Jungs auszeichnet. Ich komme nun zu meiner, ich muss gestehen, nicht ganz objektiven Meinung, was aber daran liegt, dass ich die Band sehr schätze und mich schon auf den Gig mit Lunarsphere hier in meiner Heimatstadt freue. So ergibt sich also ein guter Schnitt aus allem, der mit 3 Gitarren belohnt wird.

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Autor: ArchiVader

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