Wir schreiben Freitag den 13.3.2009.

Freitag der 13.?

Im Volksmund ein böses Datum, das schon seit Jahrhunderten den Menschen Angst einflößt und an dem man es eher meiden sollte, einer schwarzen Katze zu begegnen oder unter Leitern herzulaufen.


Dass dies vollkommener Schwachsinn ist, bewies sich an diesem Freitag dem 13., der nicht besser hätte laufen können. Schließlich gab sich an genau diesem Tag die deutsche Thrash Metal Legende Kreator im Rahmen der „Chaos over Europe – Tour“ die Ehre, Osnabrück zu besuchen, genauer gesagt: die hiesige Halle Gartlage. Mit ihrem neuen, allerorten zu Recht hochgelobtem Album „Hordes of Chaos“ und den drei unterstützenden Bands Emergency Gate, Eluveitie und Caliban besuchten sie die Halle, um alles in Staub und Asche zu zerlegen, was ihnen auch vollends gelang. Aber der Reihe nach:

Opener des Abends war die Melodic Speed Metal Band Emergency Gate aus Bayern. Leider fing diese, entgegen der sonst üblichen Gepflogenheiten, überpünktlich an, so dass ein Großteil des Publikums noch gar nicht anwesend war bzw. sich noch biertrinkend vor der Halle aufhielt. Dies mag mit ein Grund dafür sein, dass das bereits vorhandene Publikum noch nicht so richtig in Wallung gebracht wurde. Als Emergency Gate nach einem 15minütigen Set die Bühne verließen, füllte sich die Halle doch schon ein wenig mehr, viele der Headbanger machten sich bereit für die Pagan/Folk Metal Kapelle Eluveitie.

Soundtechnisch hatten die Schweizer leider ebenfalls nicht die besten Karten, der Ton von Drehleier, Flöte oder der sonstigen Instrumente, die den keltisch angehauchten Folk charakterisieren, klang bestenfalls schlecht heraus, im Grunde jedoch als ein matschiger Einheitsbrei, der von Gitarre, Schlagzeug und Vocals übertönt wurde. Angesichts der sonstigen Livequalitäten dieser Band war dies ein Manko, das überall, wo man hinhörte, angeprangert wurde.Dennoch bildeten einige Fans vor der Bühne einen kleinen Moshpit und es wurde kräftig gebangt – ein Großteil der Halle blieb jedoch leider leer.

Als schließlich Caliban erschienen, blieben nur noch die wirklich eingefleischten Kreator– Fans vor der Halle, um dort auf ihre Helden zu warten. Die Vertreter, vielleicht sogar die Vertreter des deutschen Metalcore brachten das erste Mal an diesem Abend die gesamte Halle in Bewegung. Während in der Mitte der Halle ein größerer Moshpit ausgerufen wurde, in dem die Meute wie verrückt tobte und hin- und hersprang, bereitete sich die Band auf etwas größeres vor. Mit dem Klassiker „I’ve sold myself“ deuteten Caliban schon an, was sie beabsichtigten, und so gelang es ziemlich schnell, das Publikum in der Mitte des Saales zu teilen. Mit den Worten „Linke Seite… bereit? Rechte Seite… bereit? EINS ZWEI DREI VIER…“ stachelte die Gruppe das Publikum noch einmal an, das schließlich zur Bildung einer perfekten Wall of Death aufeinanderzustürmte

Nach weiteren Kraftvollen Songs von Calibans Seite war deren Auftritt nach knappen 45 Minuten vorbei und die Halle füllte sich nochmal um ein Weiteres. Keiner wollte den Auftritt der „Horder des Chaos“, verpassen, alle freuten sich auf Kreator

Eine aufwändige Bühnendekoration und eine fette Leinwand, die hauptsächlich als Backdrop genutzt wurde, bestimmten optisch den folgenden Auftritt der Thrash-Metal-Legenden aus dem Ruhrpott, der gleich zu Beginn von lauten „Kreator“-Rufen und einer ausflippenden Horde vor der Bühne eingeleitet wurde. Die Gitarre setzte ein, „Hordes of Chaos“ wurde angestimmt und die Halle verwandelte sich in ein einziges Schlachtfeld. Die Fans waren in keinster Weise zu stoppen, es wurde gehüpft, gepogt, gebangt und lautstark mitgegröhlt.

Dies setzte sich beim Stück „Warcurse“, das direkt auf „Hordes of Chaos“ folgte, fort. Der eigentlich nicht allzu große Kreator-Frontmann Mille Petrozza wirkte in dem roten Licht, das auf ihn schien, wie ein wahrer Koloss, und bei seinen energetischen Ansagen lief es einem kalt den Rücken hinunter.

Bei den folgenden Hits wie etwa „Pleasure to kill“, „People of the lie“ oder Betrayer“ nahm die Stimmung in der Menge eher zu als ab, und auch die drängenden Aufforderungen zur Zugabe musste nicht allzu lange erfolgen: Ziemlich fix erschienen Kreator wieder auf der Bühne und stimmten nach „Amok Run“ und „Riot of violence“ noch den Mitsinggaranten „Flag of hate“ an.

Ergebnis: Am Ende verließ wirklich jeder der Anwesenden schweißgebadet die Halle Gartlage und somit eines der definitiv besten Konzerte des noch jungen Jahres.

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