Wertung: 3 von 10

Und wieder einmal ein neuer Streich aus der Ecke Gothic Rock mit Frau am Mikro. Doch diesmal kommt’s nicht aus Nationen die weiter nördlich liegen, als wir es tun, nein, sondern aus dem gemütlichen Switzerland stammen die Herren von Chapter II mit der Sängerin Natalie Chandra als Gast, der deutlich viel Spielraum gelassen worden ist.


Unweigerlich wird die Aufmerksamkeit auf nur einen Teil des „Projektes“ gelenkt, in diesem Fall ganz klar auf die Sängerin. Und das ist in den zwölf Songs auf „Angelface“ bewusst oder unbewusst, gewollt oder nicht, auch passiert. Dabei klingt das Konzept doch eigentlich vielversprechend. Was oben als Rock beschrieben wird, sollte im Grundkonzept mit klassischen und Worldmusic-Einflüssen verfeinert sein. Stattdessen bleibt nach dem Hören nur die penetrant rauh-scharfe Stimme der Natalie Chandra zurück.

Diese sogenannte Worldmusic gibt es dann für jeweils wenige Sekunden in folgenden Songs:

Track 1: „Sulphur Anima“ mit schottischen Dudelsack-Klängen im Hintergrund; Track 3: Seventh Our, Kauderwelsch-Sprechgesang nach afrikanischer Art; Track 8: „Stop Looking Away“ und Track 10: „Sekhmet’s Summoning“, nochmal Schottengedudel. Damit hat’s sich auch schon mit dem interessanten Teil des Albums.

An Gespür für Songwriting und Melodien fehlt es nämlich hinten und vorne ein bisschen zu viel. Die 6(!) Herren spielen brav im Hintergrund ihre paar Noten und lassen Frau Chandra den Rest machen. Dass so viele Musiker am Ball sind, ist kaum zu hören, dafür sind die Songs viel zu blass und ohne jeglichen Biss. Melodien, Riffs, Instrumenten-Einsatz und sogar die Lyrics sind zwar solide gemacht, aber höchst mittelmäßig bescheiden und hauen niemanden vom Hocker. Viel mehr vergeht die Lust am Zuhören von Lied zu Lied.

Fans von Lacuna Coil, All Ends, After Forever und den üblichen Verdächtigen könnten „Angelface“ allerdings doch etwas abgewinnen.

Fazit: Der Band würde es besser gehen, wenn man sich mehr auf das Musizieren konzentriert und nicht einer Gastsängerin/ einem Gastsänger „hin“arbeiten muss, um sich dann dahinter zu verstecken. So geht die Seele der eigentlich Band fliegen und das ist Schade.

Tracklist:

  • 01. Sulphur Anima
  • 02. S.D.U.
  • 03. Seventh Our
  • 04. Scorned
  • 05. Stupefy Myself
  • 06. Soho
  • 07. Synchronicity
  • 08. Stop Looking Away
  • 09. Scream
  • 10. Sekhmets‘ Summoning
  • 11. Sometimes
  • 12. Slumber With The Boogeyman