Inspiriert von frühen Gothic Rock Klängen, kommen Charlotte’s Shadow mit ihrem dritten Longplayer „Under The Rain“ daher. Wenig Rock, dafür umso mehr in elektronische Töne gegossene Melancholie und herzzerreißende Trauer, 80er Jahre-Sounds und jede Menge dumpfe, heraus gepresste Stöhn- und Heulgeräusche werden in 30 Minuten den Ohren entgegen geschleudert, besser gesagt, geweint.


Charlotte’s Shadow wurden 2004 in Dublin gegründet, leben momentan in Spanien, und waren zwischenzeitlich in Deutschland stationiert, was genau da jetzt Sache ist, weiß eigentlich niemand und war auch nicht zu recherchieren.

Das neuste Album „Under The Rain“ gibt da schon wesentlich mehr Gesprächsmaterial her.

Mit neun Songs auf knappe 30 Minuten verteilt, wird die CD ihrem eigentlichen Preis von 13,99 Euro (bei Amazon), meiner Meinung nach nicht gerecht. Zudem gibt es in dem Booklet, bestehend aus einer ausklappbaren Seite, ohne Songtexte oder auch nur eine winzig kleinen Danksagung, nichts erwähnenswertes.

Zu allem Übel hauen die Songs auch nichts und niemanden richtig vom Hocker.

Der erste Song „R.I.P.“ fängt dabei noch relativ gut an. Mit Retro-Sounds, die an die 80er erinnern, und groovigen Bassläufen, sieht man noch mehr oder weniger mit einem zugedrückten Auge über den Gesang hinweg.

J.Catala, Sänger, Gitarrist und Keyboarder klingt stimmlich gesehen etwas wie Jyrki 69 von The 69 Eyes. Technisch gesehen, assoziiert man mit seinen Artikulationen herausgeweinte, halb gestöhnte und dabei viele Silben verschluckende und unkontrollierte Laute. Diese Pseudo-„Technik“ ist viel zu dick aufgetragen und macht das ganze Konzept unglaubwürdig und fast schon lächerlich.

Leider zieht sich die Masche die neun Songs hindurch und es wird selten besser, eher im Gegenteil. Es gibt kaum Abwechslungen, man bedient sich immer an denselben Strukturen und am selben Tempo. Die Gitarrenarbeit, trotz zwei Gitarristen in der Band, fällt kaum auf und geht in den künstlichen, kitschigen Gothicsounds unter und bleibt versteckt und blass im Hintergrund. Das erklärt auch ein gewisses Gefühl der Verwaschenheit in der Musik.

Erwähnenswert ist das Tears For Fears-Cover des Songs „Mad World“. Hier wird’s endlich mal rockiger. Vielleicht auch ein bisschen zu heiter für die Atmosphäre des Songs. Gäbe es den unendlich bearbeiteten, angehallten Gesang nicht, wäre diese Version gar nicht mal so schlecht gelungen.

Alles in Allem vom Gerüst her eine gute Idee. Retro-Klänge und frühe Gothic Rock Einflüsse, die mal anders klingen, als der Markt momentan zu bieten hat. Große Mängel befinden sich aber im Gesang und im Songwriting, welches einfach noch nicht funken will.

Tracklist:

  • 01. R.I.P.
  • 02. You’re Cruel
  • 03. Beautiful & Strange
  • 04. Under The Rain
  • 05. Believe In Me
  • 06. I Still Remember
  • 07. Behind The Door
  • 08. Mad World
  • 09. Anything