Es ist auch an der “Time-Zeit” (2007), nach dem “Tumult” aus dem Jahre 2009 erneut ein Werk zu konstruieren, welches keinesfalls als “Zinnober” (2010) zu bezeichnen ist. Es ist gelungen, meine Herren! Dem geneigten Hörer sicherlich bewusst sei darauf hingewiesen, dass auch auf dem vorliegenden Tonträger in erster Linie die klassischen Kammerinstrumente, die Klarinette, das Cello und der Kontrabass, das musikalische Fundament bilden. Mit einer gewissen elektronischen Unterstützung und dem Einsatz stereotechnischer Spielereien wird dem Käufer ein nur selten vorzufindener Facettenreichtum dargeboten. Während des einen Liedes das Haupt kaum still verharren könnend auf Grund des enthusiastischen Schwunges der Darbietung (“Welt im Wahn”, “Running Free”, “Bitten Danken Petitieren”) wird im folgenden Stück bereits romantisch und sanft eine herzergreifende Ballade geboten (“Maria”, “Butterblume“).

Rein musikalisch bleiben die fünf Dandys und ihr Butler bei bereits Altbewährtem und in einer gewissen Befangenheit. Sich aus dieser zu entfernen habe auch sicherlich niemand von ihnen erwartet. Im Großen und Ganzen erscheint es auch als wenig angebracht bereits mit Erfolg Erprobtes zu ändern. So gelingt es auch bei der bereits vierten Langspielvertonung noch immer innovativ und gewinnbringend für die deutsche Musiklandschaft zu wirken. Es wird mit Sicherheit zahlreiche Menschen geben, die zunächst nicht glauben werden, dass es sich überhaupt weitestgehend um klassische Instrumente handle, mit welchen die 14 Stücke aufgenommen wurden. Die textlichen Ergüsse halten sich stilistisch ebenfalls im barocken Gewand, an verschiedensten Stellen gepaart mit düsterer Romantik und ironischem Humor.

Besondere Aufmerksamkeit verdient aber auch der abwechslungsreiche Gesang, der gleich von vier der fünf Herren mal abwechselnd, mal gemeinsam übernommen wird. Dies gibt dem gesamten Klangwerk eine erfreuliche und erstaunliche Abwechslung. Als zusätzliches Präsent fand außerdem die Neuvertonung vom Subway to Sally-Stück “Maria” den Weg auf den Tonträger. Für so manchen sicherlich eine Bereicherung des Albums, konnte es bei meiner Wenigkeit keinen Anklang finden, was mitunter aber auch daran liegen mag, dass es bereits im Original nicht mein Wohlwollen fand.

Die wahre Größe dieser Musiker kommt generell am ehesten zu Tage, wenn diese ihre musikalischen Auf- und Ergüsse in Livevertonung einer größeren Menschenschaar darbieten können. Welche Musiker, außer diese, bedienen sich schon sonst musikalischen Richtungen des “Kammer-Core” und “Heavy Wood” mit derartigem Erfolg, dass weder Haupt noch Fuße ruhig zu verharren in der Lage sind?

Festzuhalten bleibt vor allem Eines: Einem Audiotorium, welches nach unkonventionellen Vertonungen dürstet, sei mit Nachdruck unterbreitet: “Coppelius hilft!”

Tracklist

  • 01. Spieldose
  • 02. Welt im Wahn
  • 03. Reichtum
  • 04. Bitten Danken Petitieren
  • 05. Locked Out
  • 06. Butterblume
  • 07. Keine Kamera
  • 08. I´d change everything
  • 09. Glanz und Eleganz
  • 10. Glaubtet Ihr?
  • 11. Mitten ins Herz
  • 12. Running Free
  • 13. Geschwind
  • 14. Maria (Bonus)

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