Bei einer heißen Suppe aus der Mikrowelle (ja ich bin zu faul zum Kochen), lasse ich mir also die Ereignisse des gestrigen Abends nochmal durch den Kopf gehen:

Nach einigen Problemen zu Beginn mit dem Schlagzeug, die jedoch schnell und gut behoben waren, legten Proud Addiction, die Highschool- Punkemocorer aus Bramsche pünktlich um 20 Uhr los. Für alle die nicht so genau wissen was sie mit der Bezeichnung Highschool- Punkemocore anfangen sollen hier ein Hinweis: Verdammt rockiger Stoff, der so richtig ins Gehör geht und einen mitreisst. Dazu lieferten die drei eine bewegungsreiche Performace ab- zumindest die beiden, die nicht wie Steffen ans Schlagzeug gefesselt waren. Vor allem Songwriter und Hauptsänger Koki war gut am Abgehen.

Es war nicht zu bemerken, dass das Trio normalerweise im Quartett daherkommt und Bassist Patrick ausgefallen war. Souverän regelte die Band das Problem, da sie offensichtlich Bass und Gitarre gleichermaßen beherrschten, so übernahm Koki den verwaisten Bass und machte seine Sache auch ausgesprochen gut.

Die Highschool- Elemente im Gesang, die teilweise an „Teenage Dirtback“ der US-Rocker Wheatus erinnerten, wurden geschickt und an gut gewählten Stellen durch Core- Geshoute durchbrochen. Ausbaufähig waren die Ansprachen zwischen den Songs, aber dieses zog sich durch den ganzen Abend und nicht nur durch das eine Set…

Interessant war, dass Koki und Peter zwischendurch die Instrumente hin und her tauschten, was sehr für die Musikalität der Jungs spricht! Auf Aufforderung geben sie noch zwei Zugaben, die den bisherigen Songs in nichts nachstanden.

Insgesamt ein geiler Auftritt mit echt Hammer-Sounds und -Songs! Das Stageacting war auch nicht zu verachten, man beachte die geilen Sprünge. Immer weiter so!

Dann spielten mit And Embers Rise, pünktlich um 20.50 Uhr, einige ambitionierte Jungmusiker aus Lengerich und Umgebung auf. Damit erfolgte ein großer Bruch der Musikrichtung zu Proud Addiction, die mehr Rock als Core waren. Eingeleitet wurde mit einem stimmungsvollen Intro, das die Fans, die noch nicht vor der Bühne standen, nun auch mit nach vorne lockte.

Gespielt wurde knüppelharter Metalcore, der vor allem die mitgebrachten Fans mitriss, welche auch fleißig am Moshen und Bangen waren. Von viel Stageacting bis auf geschüttelte Haare war nichts zu sehen, was ob der Größe der Bühne und der Anzahl der Musiker aber auch nicht weiter verwunderlich war.

Zeitweise brachten die Fans sogar einen CirclePit zustande, was mich zur Flucht aus der Menge veranlasste. Aufgrund einiger Poger war an Fotografieren die meiste Zeit über sowieso nicht zu denken. In einem Song fanden sich sogar einige Ska-Anleihen.

Als letzen Song gab´s den Titeltack zur Kult-Serie „Powerangers“! Hier wurde dann versucht, einen richtigen Circle Pit aufzubauen was zum Teil auch gelang, aber ob des Gepoge der Teilnehmer nicht lange hielt. Die zweite Zugabe „I Want Out“ von Helloween war dann schon eher was für meine Ohren und so klang dann And Embers Rise aus.

Nach einer etwas längeren Umbaupause, da das Drumkit ausgetauscht werden musste, legten dann die vier Quarkenbrücker von Rusticate los. Was kann man von einer Band erwarten, die schon 3 Alben `rausgebracht haben (warum hab ich keins zum Reviewen? Haben will!!) und schon über 130 Liveshows in Deutschland, Österreich, Slowenien, Holland und in der Schweiz hingelegt haben?

Viel! Denn an Professionalität mangelte es dem Quartett nicht! Die Songs bewegten sich zwischen Postcore und Punkrock, wobei der Core Teil überwog und somit eher von Noisecore gesprochen werden kann, der gefiel. So sah es auch das Publikum, welches sehr angetan war. Während Gitarrist Andreas umstimmte mimte Fronter Manuel dann Lückenfüller, indem er ab und an ein paar Stories `raushaute- ich sag nur Frau und Pferd, den Rest kennt ihr selber ;).

Die noch knapp 40 Leutchen im Saal waren auch fleißig am Nicken und wäre die Musik etwas druckvoller und treibender gewesen, wären sie mit Sicherheit abgegangen – aber so sollte die Musik ja gar nicht sein. Musikalisch und technisch war der Vierer sehr hochwertig und anspruchsvoll; Punkrock mischt sich mit Postcore-Härte (sogar progressive Anleihen waren auszumachen) und hält dabei stringent ein Level.

Rusticate sind definitiv eine ehrliche Liveband, die auch auf das Publikum einzugehen weiß, so warf Carsten einfach seinen Drumstick auf einen Zuhörer, der frecher weise immer in den Ansagpausen tanzte aber dann damit aufhörte sobald es weiterging- der Bezug zum Publik stimmte also auch.

Untermalt wurde das Ganze durch ab und an auftretende progressive Gitarrenwände und einen leicht doomigen Einschlag der Drums; Bassser Dennis schuf einen gelungenen Rhythmusteppich.

Gegen Ende nahmen die Songs dann etwas an Elan zu und bewegten sich von Core mehr in Richtung Punk/ Highschool Rock, so erinnerte mich der Beginn zu „Imoarcial“ etwa an Greenday. Nachdem das Publikum viel Applaus gespendet hatte verließen die vier die Bühne und-

-es folgten die Indiecorer Coarse Coding aus Osnabrück, die sofort sehr melodievoll und eingängig loslegten und die Leute praktisch sofort zum Tanzen anregten. Zu Beginn waren die Songs etwas langsamer, legten dann aber an Fahrt zu. So wurde ein Song zum Beispiel in der „wahnsinnigen speed- Version“ gespielt – sehr geil!

Die Songs gingen sofort ins Ohr und blieben da auch, man konnte sich ihrer praktisch nicht entziehen. Und es ist nicht einfach, beim Tanzen zu fotografieren 😉

Leicht balladesk, dabei aber doch druckvoll, durchzogen von langsamen und „speedigen“ Elementen mit Wechseln von Scream-Passagen und ruhigen Clean Vocals kamen die Songs total geil rüber.

Gespielt wurde auch viele Stücke vom neuen Album „III“, das ich mir wohl auf jeden Fall besorgen werde. Interessant war auch der Delay-Effekt bei den Ansagen…

Mit „Sunnyboy“ kündigte Fronter Tom dann „das letzte Stück- bevor ihr Zugabe ruft“ an und so war es denn auch. Das Quartett legte noch drei Zugaben hin und beschlossen den Abend so rockig und melodiös mit einer Spur von Melancholie und einigen Ohrwürmern.

Abschließend lässt sich sagen: Es war es geiler Abend mit viel überzeugenden Bands, die es echt in sich hatten und die allesamt, obwohl im Core verwurzelt, Musik machten, die teilweise unterschiedlicher nicht sein konnte. So war für alle was dabei und alle waren zufrieden!

Setlist Proud Addiction:

01 Intro

02 No One’s Happy

03 Boring

04 Summertime

05 Give Up

06 And there we go

07 This Aspiration

08 Burning Letters

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Dammit

Dumbass

Setlist And Embers Rise:

01 Terror Will Reign

02 The Cocoon

03 One Way Street

04 Rose Of Sharyn

05 “Der Neue”

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Powerrangers

I Want Out (Helloween- Cover)

Setlist Rusticate:

01 One personal confession

02 The education thing

03 Intoxicated

04 Reason to help you

05 Emergency exit friendship society

06 Consider all the demons of your past

07 Crimson letters

08 Better give me …

09 Imparcial song

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10 Reinventing Axl Rose (Against me Cover)

Setlist Coarse Coding

01 Monkey Race

02 Indecisive Man

03 Empty Head

04 Moving Out

05 Isofrequencely

06 Spider

07 Fragile

08 100

09 I don’t give up

10 Sunny Boy

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Drift Away

Sweet Misery

Save My Darling