Coronavirus: Versuchte Abzockerei in Krisenzeiten (2019-nCoV, SARS-CoV-2 und Covid-19)

In Krisenzeiten sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass man auf Ältere und Schwächere in der Gesellschaft achtet, Nachbarschaftshilfe betreibt und allgemein ein wenig enger zusammenrückt. Gut, in Zeiten von Corona ist das „enger zusammenrücken“ vielleicht nicht ganz wörtlich zu nehmen. Dennoch gibt es immer noch Menschen, die sich die allgemeine Notlage zunutze machen wollen. Falsche Heilversprechen und Corona-Tests, Online-Kriminalität, Enkel- und Neffentricks… Die Liste der Tricks, mit denen die Kriminellen und Betrüger arbeiten, ist lang. Dieser Artikel soll einen aktuellen Überblick über die gängigsten Methoden schaffen, mit denen manche Menschen die Krise schamlos versuchen auszunutzen.

Gesichtsmasken für Metaller: Alltagsmasken zum Schutz vor Coronavirus
Gesichtsmasken für Metaller: Alltagsmasken zum Schutz vor Coronavirus *

Unseriöse und Phishing E-Mails in der Coronakrise

Viele von uns bekommen derzeit eine Flut an E-Mails, um arbeitsmäßig auf dem Laufenden zu bleiben, aber auch verschiedenste andere Institutionen, Geschäfte, Banken etc. schicken Infos an ihre Kunden raus. Das nützen Trickbetrüger aus, um an Ihre sensibelsten Daten zu gelangen. Auf einmal ploppt eine E-Mail auf, die Sie auffordert, eine Software zu installieren, die Sie angeblich für Ihre Arbeit im Homeoffice brauchen. Oder Sie sollen das Passwort Ihres E-Mail-Accounts auf eine Website eintragen, damit ein neues Tool für Videokonferenzen eingerichtet werden kann.

Seien Sie immer misstrauisch bei solchen Aufforderungen, achten Sie genauestens auf den Absender der E-Mail, denn üblicherweise ist es nirgends erforderlich, Passwörter oder sonstige Codes preiszugeben.

Wenn Sie unsicher bei einer Vorgehensweise sind, fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber oder sonstigen zuständigen Stelle nach.

Übermitteln Sie keine Kopie Ihres Ausweises, außer Sie haben eine derartige Vereinbarung getroffen. Haben Sie Ihr Passwort weitergegeben und stellen im Nachhinein fest, dass die Weitergabe unseriös war, ändern Sie es sofort.

Fake-Shops für Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel

Hierbei handelt es sich um Online-Shops, welche Vorauskassa für Ware verlangen, die sie niemals versenden werden. Die aktuelle Corona-Angst wird beispielsweise dazu genutzt, um online Atemschutzmasken zu vertreiben, zumal sie vielerorts im lokalen Handel ausverkauft waren. Folgende Fake-Shops sind inzwischen bekannt:

• globalmasksuppliers.com – hier werden verschiedene Schutzmasken angeboten
• medicalsmilesgmbh.com – vertreibt angeblich Schutzanzüge und Fieberthermometer
• pharmacyfirstgmbh.com – hier soll es sogar Schnelltests und anderes medizinisches Equipment geben

Oftmals locken solche Shops mit extrem günstigen Angeboten. Bevor Sie zuschlagen, sollten Sie aber auf jeden Fall eine kleine Recherche betreiben. Geben Sie den Namen des Shops in Ihre Suchmaschine ein. Möglicherweise finden Sie bereits Warnungen anderer User.

Weiters muss der Shop über Zahlungsmodalitäten, AGB und ein Impressum verfügen. Fehlt etwas davon, ist er wahrscheinlich unseriös.

Haben Sie bereits bestellt und nichts erhalten, versuchen Sie den bezahlten Betrag über den Zahlungsdienstleister zurückzubekommen. Erstatten Sie auf jeden Fall auch Anzeige bei der Polizei.

Enkel- und Neffentricks in der Coronakrise

Eine besonders gemeine Variante, um vor allem älteren Menschen in Krisenzeiten Geld aus der Tasche zu locken. Die Betrüger geben sich beispielsweise am Telefon als Angehörige aus, die Geld für eine vermeintliche Behandlung brauchen. Solche Telefonate sollten Sie sofort abbrechen. Kontaktieren Sie den angeblichen Verwandten unter der Ihnen bekannten Telefonnummer.

Falls jemand unter dem selben Vorwand versucht, Einlass in Ihre Wohnung zu bekommen, lassen Sie denjenigen nicht herein, wenn Sie ihn nicht kennen. Sprechen Sie über die Gegensprechanlage oder bei vorgelegtem Sicherungsbügel der Tür mit der Person. Geben Sie auch kein Geld, Informationen, Bankdaten etc. an Personen weiter, die sich als „Vertretung“ ihrer Verwandten ausgeben.

Prägen Sie sich die Person genau ein, damit Sie der Polizei eine gute Beschreibung liefern können. Notieren Sie wenn möglich das Autokennzeichen. Erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei!

Falsche Polizisten und Corona-Tester

Bevor Sie einem Polizisten, der sich überzeugen will, dass Sie die Ausgangssperre einhalten, oder einem Arzt, der angeblich einen Corona-Test durchführen will, die Tür öffnen, lassen Sie sich auf jeden Fall einen Ausweis bzw. eine Dienstmarke zeigen. In Städten wie Köln wurden tatsächlich Corona-Tests durchgeführt, allerdings haben sich die Mitarbeiter vorher angemeldet und ausgewiesen. Gesundes Misstrauen ist auch angebracht bei Personen, die Haussammlungen für angebliche Corona-Opfer durchführen, vor allem in Orten, wo eigentlich die Ausgangssperre gilt.


Mundschutzversand


Wunderheiler, Scharlatane etc.

Auch beim Corona-Virus hat es nicht lange gedauert, bis der erste Wunderheiler den ultimativen Genesungsweg entdeckt hat. Es kursieren unzählige Fake-News in WhatsApp-Gruppen und Social Media. So gibt es zum Beispiel die Meldung, dass alle 15 Minuten Wasser trinken vor dem Corona-Virus schützt, zumal das Wasser das Virus in den Magen spült, wo es von der Magensäure zerfressen wird. Das ist purer Unsinn. Hat es das Virus nämlich bis in den Mund geschafft, ist es schon zu spät und eine Infektion nicht mehr zu verhindern.

Auch wenn Sie Unmengen von Zwiebeln verspeisen, weil sie antimikrobiell wirken, halten Sie zwar alles mögliche von sich fern, aber keinen Corona-Virus. Denn dass Zwiebeln auch gegen Viren helfen, stimmt leider nicht.

Vielleicht haben Sie auch schon vom Corona-Selbsttest gehört mit dem Luftanhalten für 10 Minuten. Wenn das problemlos funktioniert, haben Sie keine Lungenfibrose und folglich auch kein Corona. Das stimmt NICHT. Eine Lungenfibrose gehört nämlich gottseidank nicht zu den Erstsymptomen des Corona-Viruses. Dieser Test sagt nichts darüber aus, ob Sie infiziert sind oder nicht.

Gefährlich sind auch die Theorien des Herrn Leonard Coldwell, der in einem YouTube-Video sämtliche Verschwörungstheorien unter einen Aluhut bringt. Der Ursprung von Corona sei nämlich das 5G-Netz und Viren per se gibt es eigentlich überhaupt nicht, also können Sie auch nicht von einem solchen getötet werden. Der Link zu diesem Video entfällt, man sollte dem Herrn nicht durch Klicks zu noch mehr Präsenz verhelfen….

Ein mehrfaches Hin und Her gab es auch bei der Empfehlung, Ibuprofen bei Corona-Erkrankung zu meiden. Zuerst kursierte ein unbestätigtes WhatsApp, das vor der Einnahme von Ibuprofen warnte. Von vielen als Unsinn abgetan, gab es schließlich tatsächlich eine Empfehlung der WHO, Ibuprofen bei Verdacht auf Corona nur mit ärztlicher Rücksprache einzunehmen. Offenbar erfolgte inzwischen noch eine genaue Prüfung, denn die WHO hat diese Empfehlung am 19.03.2020 wieder zurückgenommen.

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Autorin: CBDoris

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