Mittelalter in Osnabrück – nach dem Konzert von Faun und der folgenden Prima Nocte von OsnaMetal.de gaben sich als Highlight der Serie die selbsternannten Könige der Spielleute die Ehre: Corvus Corax, die bereits seit 1989 durch die Republik touren, gastierten in der Hasestadt.


Unterstützt wurden sie dabei tatkräftig von Feuerschwanz: Hauptmann Feuerschwanz, Sir Lanzeflott, Johanna von der Vögelweide und wie die illustren Gesellen auch alle hießen, bespaßten das Publikum getreu ihres Mottos Met und Miezen. Und das gleich von Beginn an. Neben vielfältigen Instrumenten kamen dabei heitere Ansagen und vor allem eindeutig zweideutige Texte und allerlei anzügliche Sprüche zum Einsatz, bei denen sich das Schmunzeln nur schwerlich verkneifen liess. Mittelalter-Comedy vom Feinsten also.

Dementsprechend war das Publikum auch von Beginn an bester Laune, und auch die Band gab ihr Bestes – anfänglich zumindest. Irgendwann gegen Mitte des Auftrittes war die Stimmung im Publikum ein wenig abgeflaut, was daran liegen mag, dass sich die anfängliche euphorische Stimmung nun einmal nicht ein ganzes Set durchhalten ließ. Und auch die Polonai…. pardon, der Lindwurm, den die Band zwischendurch initiierte, schaffte es nicht, das Publikum noch einmal toben zu lassen. Zufrieden schien dennoch die Mehrheit.

Die Verschnaufpause war auch gar nicht schlecht, denn der Eskorte des Hauptmannes folgten die erwähnten Könige: Corvus Corax präsentierten nicht minder viel Instrumentarium und versprühten ebenso viel gute Laune wie Feuerschwanz, wenngleich hier das Hauptaugenmerk wesentlich weniger auf Komödiantentum lag. Wie auch ihre Vorband waren sie mit mittelalterlich wirkenden Kleidungsstücken dekoriert und hatten sich überdies mit allerlei Schnickschnack ausstaffiert (was die Ähnlichkeit von Dudelsack-, Schalmei- und Trumscheitspieler Ardor vom Venusberg mit dem Filmkapitän Jack Sparrow noch frappierender deutlich werden ließ). Gleiches gilt für die Bühnendeko, die mit Fahnen und diversen Aufbauten liebevoll (oder berechnend) mittelalterlich-pittoresk ausgeschmückt war.

Nach dem Einstieg „Bibit Aleum“ ging es mit „Urmawi“ umd dem „Mazedonischen Tanz“ weiter und das Publikum war schon vollends im archaisch-stimmgewaltigen Bann der ersten deutschen Mittelalterband, die nach dem Sturz der Mauer aus deren Trümmern aufgestiegen war. Dementsprechend routiniert wirkten sie durchaus, ohne allerdings an einer Stelle den Eindruck zu erwecken, es wäre ihnen langweilig. Statt dessen schäkerten sie mal mehr, mal weniger offensiv mit der weiblichen Groupiefraktion in den ersten Reihen und feierten sich selber.

Am Ende machte sich schließlich allgemeine Erschöpfung breit auf Seiten des Publikums, das dennoch energisch immer neue Zugaben forderte. Doch da auch das beste Konzert sich einmal dem Ende neigen muss, verhallten die letzten Rufe irgendwann vergeblich.

Setlist Feuerschwanz

  • 01 Intro
  • 02 Drachentanz
  • 03 Turnier
  • 04 Feuerkantate
  • 05 Metvernichter
  • 06 Herren der Winde
  • 07 Met und Miezen
  • 08 Glöckner
  • 09 Verteidiger
  • 10 Prima Nocte
  • 11 Teufel
  • 12 Holzwurm
  • 13 Foltermeister
  • 14 Feufelsgeschenk
  • 15 Feuerschwanz
  • 16 Bärentanz
  • 17 Sauflied
  • 18 Habe Mut

Setlist Corvus Corax

  • 01 Bibit Aleum
  • 02 Urmawi
  • 03 Mazedonischer Tanz
  • 04 Balade de Mercy
  • 05 Venus Vina Musica
  • 06 Feralis / Pack
  • 07 Nominalto
  • 08 Titenka
  • 09 Albanischer Tanz
  • 10 In Taberna
  • 11 Ductia
  • 12 Platerspiel
  • 13 Saltarello
  • 14 Dam Dam
  • 15 Fili Neidhardi
  • 16 Chou Chou Sheng

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