Skandinavien bescherte uns ja schon in der Vergangenheit musikalische Neuzugänge wie „The Hives“ oder die „Backyard Babies“. Und auch wenn ich mich mit allen bisherigen Exportschlagern des kalten Nordens nicht so recht anfreunden konnte: Cosmic Ballroom haben mich wirklich begeistert!

Cosmic Ballroom – Your Drug of Choice

Cosmic Ballroom: Your Drug of Choice, Interview und Live

Cosmic Ballroom: Your Drug of Choice, Interview und Live

Ihr bereits dritter Longplayer „Your Drug Of Choice“ strotzt nur so vor Energie! 40 Minuten schwedischer Punk'n'Roll vom Feinsten!

Der Opener „Barely Legal“ geht ohne jede Vorwarnung gleich voll auf die Nüsse. Man muss sich mit dem tempogeladenen Sound der Band nicht lange vertraut machen, man ist einfach sofort mittendrin! Die Songstrukturen sind einfach, der Chorus eines jeden Liedes sitzt spätestens nach dem zweiten Mal einwandfrei.

Nachdem „Dead Generation“ mindestens genau so kracht wie sein Vorgänger, verliert die Platte jedoch vorerst deutlich an Biss. Songs wie „She's Not The Only One“ oder die erste Singleauskoppkung „Celebration“ kommen schon beinah poppig rüber und klingen eher wie zwei dieser achso typischen Partyrock-Songs. Dabei hat die Band doch noch soviel mehr zu bieten! Bei „Time And Again“ nimmt man mal ein wenig das Tempo raus und arbeitet mit Stimmverzerrern, die die sonst so rauhe Stimme von Sänger Johnny Fjalar (die meines Erachtens nach ein wenig an die des „A“-Frontmanns Jason Perry
erinnert) in ein elektronisches Röhren verwandeln.

Wer die Experimentierfreude der vier nicht teilen kann, kann sich dann spätestens ab „Don't Let Me Go This Way“ wieder an 1 A Punkknallern erfreuen.

Trotz einiger weniger starken Songs: Cosmic Ballroom rocken derbe…für Schweden…!

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Label: Roasting House
Genre: Sad´n´Roll
Releasedate: 2005-05-17
Web: http://www.cosmicballroom.com
Punkte: 8

Autor: Fahnie

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Wer am 20. Oktober in abendlicher Stunde das Unicum besuchte, mag überrascht gewesen sein von dem laut-krachenden Rock’n’Roll, der aus dem Veranstaltungsraum zu hören war.

Dabei wird diese Überraschung – je nach Geschmack – wahrscheinlich positiv gewesen sein..

Es spielten Cosmic Ballroom im Rahmen ihrer „Your Drug Of Choice“ – Tour 2005.

Und was die vier Schweden zum Besten gaben, konnte sich durchaus hören lassen.

Eigentlich handelte es sich ja um eine Party der Fachschaft SoWi der Uni Osnabrück. Demzufolge war der größte Teil des Publikums nicht durch die Band angelockt worden und verhielt sich anfangs eher reserviert, während ein paar Fans der Band vor der Bühne Aufstellung nahmen.

Im Verlaufe des Abends jedoch wurde das Publikum zusehends offener. Die Stimmung der Band rockte einfach und griff nach und nach auf das Publikum über. Dieses war zwar bis auf wenige Ausnahmen nicht bereit, zur Musik abzutanzen. Jedoch zog es schon ab „Celebration“, ihrem dritten Stück einen Großteil des Publikums vor die Bühne und der zwischendurch aufbrandende Beifall gab einen kleinen Einblick, warum die Band in ihrer Heimat als erfolgreich gilt.

Damit hat Cosmic Ballroom belegt, dass sie in ihrer Heimat zu Recht bereits als erfolgreiche Combo gefeiert werden. Und es erscheint fast als zwangsläufig, dass man nach ihrem nunmehr vierten Besuch in Deutschland auch hierzulande mehr von schönem, krachenden Rock’n’Roll auf die Ohren bekommt.

Wir freuen uns drauf!

Interview mit Cosmic Ballroom

Im Anschluss an das Konzert von Cosmic Ballroom im Unicum bekamen wir Gelegenheit, uns mit Nilz, Gitarrist der vier Schweden, zu unterhalten und mehr über die sympathischen Jungs zu erfahren.

Dabei stellte sich heraus, dass sie schon auf der Überfahrt auf dem Schiff nach Deutschland jeden Tag Bier getrunken haben – wie sie es auch während und nach jedem Konzert praktizieren. Und warum? “Well, we can – and it’s free“ grinst er. Eindeutig ein Argument, welches man gelten lassen muss. Aber nicht das Einzige!

Wie wir hören, haben Mitglieder der Band Probleme damit, in fremden Betten einzuschlafen. Allein und in fremden Betten, da ist es ja kein Wunder, wenn man sich vor dem Schlafengehen in trauter Runde Mut antrinkt…

Wobei dies in Deutschland streng genommen gar nicht mehr vorkommen dürfte. Die Betten können ihnen hier nicht so fremd sein, immerhin bezeichnet Nilz Deutschland als „zweite Heimat“. Viermal tourten sie schon in der Bundesrepublik, und haben die Menschen positiv in Erinnerung behalten – als nett und, vor allem, als „ähnlich wie in Schweden“, so dass sich die Gruppe hier „wie zu Hause“ fühlt.

Dabei spekulieren die vier jedoch erst einmal gar nichts. Auf die Frage, ob sie erwartet hätten, dass Leute auf dem Konzert tanzten, lächelt Nilz verwundert. Nicht mal ein Ziel in Hinsicht auf die Besucherzahl hätte die Band gehabt – was bei rund 1200 in Deutschland verkauften CDs wohl auch optimistisch gewesen wäre – Wobei sich die Schweden durchaus als erfolgreich bezeichnen können.

Sie spielten schon als Vorband der „Hellacopters“, und, obwohl sie noch keine Nummer–Eins–Hits gelandet haben („natürlich wäre das großartig“), verkaufen sie genug CD´s, um auch neue zu produzieren. Und das reicht ihnen auch (Stichwort von Nilz: „We love what we do and that’s enough“).

Die vier Schweden sind also leicht zufrieden zu stellen. Was sich auch auf die Frage hin zeigt, ob ihnen das Konzert gefallen hat. „Jeder ist im Raum geblieben, niemand ist rausgegangen“.

Da bleibt nur zu sagen: „Wen wundert’s?“ und sich auf das nächste Mal zu freuen, wenn man Neues aus Schweden hört!

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Datum: 19.10.2005
Autor: Tim


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