Wertung: 8 von 10

Ungewohnt – so der erste Eindruck des neuen Silberlings der Briten rund um Dani Filth. Aber nach mehreren Durchläufen gefällt die Platte immer besser.


Schon das Intro „Under Pregnant Skies She Comes Alive Like Miss Leviathan“ verbreitet düstere Stimmung, und mit „Dirge Inferno“ wird das Gaspedal auch kräftig durchgedrückt. Dann folgt mein persönlicher Favorit „Tonight In Flames“, Sprech- und Gesangsparts leiten zu schnellen Riffs über, in der Mitte ein Break in Form einer Klaviermelodie und wieder der Wechsel zum harten Riffing. Fast schon progressiv gehen die Herren dabei vor. Beim folgenden „Libertina Grimm“ hätte man noch ein wenig am Rhythmus ändern können, das Stück wirkt ein wenig einseitig, aber vielleicht liegt genau darin der Charme des Stücks. „The Byronic Man“ ist das untypischte Lied auf dem Album, das liegt vor allem an Gastsänger Ville Valo von HIM. Darauf folgt mit „I Am The Thorn“ ein typischer Cradle Of Filth Song, nur teilweise elektrisch verzerrte Gesangparts wirken ungewöhnlich, machen den Song aber auch zu etwas besonderem. „Cemetery And Sundown“ glänzt mit einer tollen Melodie, spart aber auch nicht mit der nötigen Härte. Das sehr progressiv wirkende „Lovesick For Mina“ besticht vor allem durch seinen ruhigen Anfang, und seine schnellen Tempiwechsel. Der Song enthält auch viele längere langsame Parts und einen sehr ruhigen Pianoschluss, welcher zu „The Foetus Of A New Day Kicking“ überleitet. Der reine Instrumentalsong „Rise Of The Pentagram“ beginnt mit einem vom ’Hellraiser’ gesprochenen Gedicht. Im Vergleich zu den andren Songs ist dieses Stück sehr ruhig geraten, was der Qualität aber keinen Abbruch tut. Beim heftigem „Under Huntress Moon“ bilden cleane Gesangparts und Chöre den Hintergrund, was die düstere Atmosphäre noch verstärkt. Als letzter Song auf dem Album steht die eigenwillige Heaven 17 Coverversion “Temptation“ über diesen Song kann ich nicht viel schreiben, da ich das Original nicht kenne. Als Gastsängerin wurde Liv Kristine von Leave’s Eyes verpflichtet. Die Produktion von Rob Caggiano (u.a. Anthrax, Bleeding Through) und Andy Seap (u.a. Arch Enemy, Trivium) überzeugt auf ganzer Länge, der Sound kommt gut rüber, und die Instrumente sind auch beim ersten Hören klar voneinander zu unterscheiden. Ich persönlich habe mich vorher nicht allzu sehr mit dieser Band beschäftigt, aber dieses Album hat mich echt aus den Socken gehauen. Ein sehr überzeugendes Album, dass sich auch Leute anhören sollten, die mit Cradle Of Filth nicht sehr viel anfangen können (so wie ich).

Anspieltipps:

Dirge Inferno

Tonight In Flames

Lovesick For Mina

Rise Of The Pentagram

Von mir gibt es vier von fünf Punkten für Thornography, weil es ein sehr gelungenes Album ist, zwar nicht der Überhammer, aber echt sehr gut.