Wertung: 7 von 10

Der gute, alte Rumpel-Thrash mit Schwarzwurzeleinschlag ist einfach nicht kaputtzukriegen! Venom und Sodom in den Achtzigern, Desaster in den Neunzigern und im neuen Millenium also nun Cruel Force.


Wird hier das Rad neu erfunden? Ganz sicher nicht! Aber das verlangt ja auch gar keiner. Solange es noch Bands da draußen gibt, die den „wahren“ Spirit transportieren, sollte man ihnen auch verdammt noch mal ein bisschen Support zukommen lassen!

Cruel Force sind eine solche Band. Die Jungs aus Süddeutschland haben mit ihrem Debut „Under The Sign Of The Moon“ ein Ausrufezeichen im deutschen Underground gesetzt. Die LP (Vinyl, Leute!) erschien bereits im Sommer 2011 und nun schiebt das sympathische Label „Kneel Before The Master’s Throne“ eine CD-Version nach (wer sich mit der Bestellung beeilt, kann auch noch ein limitiertes Backpatch mit dem Motiv des Albumcovers ergattern, welches der Erstauflage beiliegt).

Die hier dargebotenen Songs sind sehr atmosphärisch und bleiben schon nach dem ersten Hördurchgang im Kopf hängen. Schön catchy ist das Ganze und wird noch unterstützt durch den Fakt, dass fast die Hälfte der Songs eher im Midtempo angesiedelt sind. Wie bereits erwähnt, gewinnt man mit dieser Mucke ganz sicher keinen Innovationspreis aber das Gesamtpaket überzeugt auf ganzer Linie: Produktion, Albumcover und das Foto auf dem Backcover sind allesamt schön old-school und peinlich-evil. Die Songtexte triefen nur so vor satanischen Klischees. Und die in diversen Interviews getätigten Aussagen sind so offensichtlich auf Provokation ausgelegt, dass man unmöglich die geradezu kindliche Freude der Protagonisten am Spiel mit den Schablonen übersehen kann.

Warum ist das Ganze trotzdem „true as fuck“ und wirkt absolut nicht aufgesetzt, wie bei anderen, hier ungenannten, Kirmeskapellen? Die Antwort: Songs! Richtige, echte, gute Songs! Als da wären: „Infernal Winds“: Ein Uptempo-Kracher, der mit einem schönen „Ugh!“-Schrei von Sänger Carnivore eingeleitet wird (Tom Warrior lässt grüßen) und einem hernach die Birne abschraubt! Das Highlight des Albums stellt dann der Titeltrack „Under The Sign Of The Moon“ dar: Der über 8 Minuten lange Song startet im Midtempo, welchem ein schöner Knüppelpart im Mittelteil folgt und kling wieder im Midtempo aus. Erinnert sehr an epische Bathory. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist der dann folgende Song „Chants Of Mayhem“: Eingeleitet von wahren Drums of Doom (sollten sich Manowar vielleicht mal anhören, um noch was zu lernen) folgt ein episches Gitarrenriff, dann ein Break, erneut ein „Ugh!“ und ab geht die wilde Fahrt!

Für alle Fans des Oldschool-Metal sei hiermit also eine eindeutige Kaufempfehlung ausgesprochen. Unterstützt diese Jungs, die von sich selbst behaupten: „Our Steel Is Blessed With The Spell Of The Dead, And We’re Seeking For Victory Of Hell’s Revenge“. (aus „Black Oath Of Death“)

Tracklist:

  • 01. De Ventus Mahemium (Intro)
  • 02. Infernal Winds
  • 03. Black Witch Of Doom
  • 04. Obscure Evil
  • 05. Under The Sign Of The Moon
  • 06. Chants Of Mayhem
  • 07. Black Oath Of Death
  • 08. Ancient Black Spirit
  • 09. The Gallows Prayer