Als ein Mensch, dem die Band vorher nur vom Hörensagen bekannt war, begab ich mich Abends gegen 20.00 in die Lagerhalle, um mir das anzutun, wovon ich im Vorfeld schon einiges gehört hatte:

Cultus Ferox, eine Combo aus Berlin, deren Mitglieder vorher in Gruppen wie Corvus Corax, Wolgemut und Varius Coloribus aktiv waren. Und da allenthalben von einem furiosen Spektakel auf der Bühne geschrieben und geredet wurde, harrte ich gespannt der Dinge, die da kommen sollten.

Um es kurz zu machen: Ich hatte nicht zuviel erwartet.

Als die Spielmänner langsam auf die Bühnenplanken einzogen, war zunächst alles in eine mystische Atmosphäre getaucht, so dass sie nur schemenhaft sichtbar waren.

Und nach einer kurzen Pause warteten die Spielleute dann mit einem krachenden Intro auf, welches sofort mitriss.

Sie boten eine Show, die ihrem Ruf alle Ehre machte. Beeindruckend war nicht nur, dass jeder Musicus immer wieder ein anderes Instrument hervorholte, wodurch sich ein mannigfaltiges Repertoire ergab. Denn als viel ergiebiger für den Betrachter erwies sich die folkloristische Bühnenshow. Diese setzte sich zusammen aus der pittoresken Bekleidung der Darsteller, welche gleichermaßen Piraten- als auch Mittelalterbilder bediente und für sich genommen bereits eine malerische Bühnenshow ergab.

Zusätzliche Augenweide boten die Tänzerinnen, welche bei einigen Stücken auftraten und durch Schleier- und Fackeltänze nicht nur den männlichen Part des Publikums auf ihre Seite zog.

Letzteres mag allerdings ob der knappen Bekleidung, welche die attraktiven Körper hervorhob, sich durchaus erfreut gezeigt haben.

Absoluter Höhepunkt war, als nach der „Bernsteinhexe“ die „Wolfsballade“ ertönte, ein Stück, welches sich durch weibliche Gesangseinlagen von den anderen Stücken hervorhob. Und was für mich persönlich eines der ungeschlagen besten Stücke der Gauklerbande ist.

Die Stimmung, welche bis dahin schon begeistert war, schäumte dann vollends über, als nach der „Wolfsballade“ „Aussatz“ erklang – ein Stück des neuen Albums „Unbeugsam“, welches Cultus Ferox – Anhängern bereits als Highlight des Minialbums „Aufbruch“ bekannt ist.

Trotz der nur knapp 60 Anwesenden vor der Bühne herrschte eine grandiose Stimmung.

Diese führte dann letztendlich dazu, dass alle Zugaben der Gruppe gespielt werden mussten. Aber selbst dann gab sich das Publikum nicht zufrieden, so dass sich Spielmann Steffano di Pannoptico genötigt sah, noch einmal zu erscheinen, um zu verkünden, dass das Spielmannsvölkchen kein Stück mehr vorbereitet hatte. Dennoch ließen die Mannen sich durch die begeisterte Menge überzeugen, ein Stück ihres Sets zu wiederholen, so dass die Zuschauer sich noch einmal den Klängen des Stückes „Götterdämmerung“ hingeben konnten.

Alles in allem war es trotz des geringen Zuspruchs ein überzeugender Abend, der sowohl sicherlich sowohl den Fans als auch den ob der Begeisterung höchst überraschten und erfreuten Spielleuten von Cultus Ferox in Erinnerung bleiben wird. Bleibt nur zu hoffen, dass sie nach diesem gelungenem Auftakt eine ähnlich erfolgreiche Reise mit womöglich größerem Zuspruch erleben werden. Gute Reise, Matrosen!

Setlist Cultus Ferox:

01 Intro

02 Blinder Sänger

03 Blendwerk

04 Götterdämmerung

05 Albane

06 Mutter Erde

07 Sahra

08 Lamento

09 Riementanz „Holt ran“

10 AnDro

11 Disfrutamos

12 Bernsteinhexe

13 Wolfsballade

14 Aussatz

15 Schurkentanz

16 Tamfanae

17 Brenner

18 Cantiga

19 Goddesses

20 Verlorene Seelen

21 Würge Maria

22 Zorn Gottes

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Location: xxxxx
Datum: xxxxx
Autor: xxxxxxxx


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