Haarspraylaune garantiert! Die fünf norwegischen Jungs von Da Vinci haben dabei an alles gedacht, was Ende der Achtziger guten Melodic Rock ausgemacht hat: Fette Keyboardpassagen, kreischende Gitarren à la Malmsteen und schmachtender Gesang mit meist beziehungstechnischem Inhalt.Der Vergleich zu den Genrekollegen von Europe darf gerne gezogen werden, da Da Vinci sich nicht hinter ihnen verstecken brauchen, jedoch der Einfluss von Europe’s ein Jahr zuvor veröffentlichtem Über-Album „The Final Countdown“ unüberhörbar ist.

Die Songs von „Da Vinci“ sind mit gängigen Arrangements bestückt, so dass sie direkt ins Ohr gehen und zum Mitsingen auffordern. Besonders hervorstechend sind meiner Meinung nach die Balladen des Albums wie „Tarquinia“, in dem der Keyboarder der Band, Dag Selboskar, voll auf seine Kosten kommt, „Young Desperado“, das einem Vergleich mit „Carrie“ (Europe) nicht entkommen kann und dem Bonustrack „Ain’t no goodbyes“. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass das Album nur Schnulzen enthält. Da Vinci können auch mit ihren Mid-Tempo Rocknummern durchaus überzeugen, als da wären „Forever in my heart“, „Dreamin“, „Corina“ oder „She’s a he“. Lediglich die beiden Stücke „Look at me now“ und „Light my fire“ (Nein, kein Cover des The Doors Klassikers) können mich nicht wirklich überzeugen. Dieses fällt jedoch nicht weiter ins Gewicht, da das Album an sich jeden Fan der guten alten Achtziger begeistern wird und auch für „Höranfänger“ des 80er Melodic Rock gut zugänglich ist. Holt die Leggins und Pudelperücken aus den Schränken, Da Vinci sind zurück!