Wertung: 10 von 10

Glenn Danzig (resp.: Schinkengott): der kleine Mann mit den dicken Muckis, der Macke im Kopf und der genialsten Stimme dieses Planeten: Was wären wir ohne ihn? Völlig im Arsch natürlich, denn wir hätten nie den Soul im Metal entdeckt und nie so genialen Songs wie „Mother“, „Dirty Black Summer“ oder „Little Whip“ lauschen dürfen.


Im Jahre 1990 erblickte das zweite Studioalbum seiner nach ihm benannten Band das Licht der Metal-Welt. Zuvor hatte er sich bekanntermaßen schon mit den Misfits und Samhain einen Namen im rockigen Underground gemacht. Sein besonderes Markenzeichen und Alleinstellungsmerkmal: Eine Stimme zum niederknien! So voller Volumen uns Schmalz, dass er damit auch einem Dean Martin Konkurrenz hätte machen können. Und da diese Art von Gesangsorgan eigentlich gar nicht zu Punk oder Metal passt, haben wir hier einen schönen Beweis für die These „Gegensätze ziehen sich an“! Oder so… Zumindest bekommen die von Glenn dargebotenen Songs demgemäß einen unvergleichlichen Reiz, die sie weit über das Normalmaß hinausheben.

Schon das 1988 veröffentliche, selbstbetitelte Danzig-Debüt hatte aufhorchen lassen. Der bereits erwähnte Über-Hit „Mother“ dürfte jedem halbwegs Musikinteressierten ein Begriff sein. Allerdings lag das Songwriting auf dem Erstling noch nicht auf einem durchgehend hohen Niveau. Dieses wurde dann mit dem Zweitwerk „Danzig II: Lucifuge“ mehr als wettgemacht und hier passte alles zusammen: Geniale Songs, die ein verdammt hohen Abwechslungsreichtum bieten, die Stimme vom Schinkengott und eine Produktion von Rick Rubin, die Maßstäbe setzt.

11 Songs:

#1: „Long Way Back From Hell“: Der straighte Opener haut einem schon mal tierisch eins in die Kauleiste und man is drin im Sog! Das Riff und die Stimme packen zu und ziehen einen hinab in die kommenden 49 Minuten Rock-Großtat.

#2: „Snakes Of Christ“: Hier lässt man es nicht mehr ganz so gradlinig krachen, sondern packt den Hörer auf die fiese Art am Schlafittchen: Das heulende Riff macht Angst, Mann!

#3: „Killer Wolf“: Der Blues ist da! Und wie!!! Zum heulen schön und mit einem Text, der vor lauter sexuellen Anspielungen der Mutti die Schamesröte ins Gesicht treibt.

#4: „Tired Of Being Alive“: Ein Solo auf der Elektrischen von John Christ, ein Drumfill von Chuck Biscuits und dann das Hauptriff: Helm ab zum Gebet und das Haupthaar wird durch die Luft gewirbelt! Die Gesangslinie im Refrain is mal sowas von gut…

#5: „I’m The One“: Delta-Blues-Song, nur mit Begleitung einer akustischen Gitarre: Hier gehen Danzig ganz weit zurück in die Ursuppe des Blues.

#6: „Her Black Wings“: Der Single-Hit: man erinnert sich immer gerne an das stylische schwarz-weiß-Video, welches damals auf MTV rauf- und runter gedudelt wurde. Vom Aufbau her auch wieder ein ruhigerer Song, dessen beschwörender Refrain aber sofort süchtig macht.

#7: „Devil’s Plaything“: Um Torfrock zu zitieren: „Volle Granate, Renate“; ein unglaublich guter Akustikeinstieg mit der über alles thronenden Stimme von Glenn und dann das Break: Unfassbar, was hier abgeht! Nix mehr mit Contenance oder so’m Quatsch: Hier wird das Fenster aufgerissen und die Nachbarn dürfen einen dabei beobachten, wie man mit knallroter Birne und hervorquellenden Adern den Text in die vom Vollmond erhellte Nacht rausschreit!

#8: „777“: Wer bis jetzt noch nicht wusste, wozu Geige, Banjo und Steel-Guitar zu leisten im Stande sind, der wird nach diesem Lied hier keine Fragen mehr stellen; obwohl, die eine Frage bleibt dann doch noch: Warum setzen eigentlich nicht mehr Metalbands auf jene Instrumente?

#9: „Blood & Tears“: Der traurigste Schmusesong aller Zeiten! Hier ist erhöhte Abnutzungsgefahr für das Schnuffeltuch in Sicht und auch die härteste Metalbraut wird bei diesem Song zur willenlosen Gespielin in den Armen eines jeden Nietenpapstes.

#10: „Girl“: Ja, wo wir grade vom weiblichen Geschlecht sprechen: Obwohl der Titel eine verträumte Ballade zu prophezeien scheint, spricht dann das Eröffnungsriff eine ganz andere Sprache: Als vorletzten Song des Albums bieten uns Danzig nochmal das volle Pfund und die Nachbarn schütteln nur noch mit dem Kopf.

#11: „Pain In The World“: Schleppend, düster und klaustrophobisch: So klingt es aus, das Album. Im Vergleich zum zuvor Gehörten fällt dieser Song leider ein wenig ab. Aber zum Glück gibt es ja die Repeat-Taste und somit kann die wilde Fahrt sofort wieder von vorne losgehen.

Zum Schluss bleibt noch zu sagen, dass die ersten vier Danzig-Alben alle Pflichtprogramm darstellen. Danach hat sich der gute Glenn leider in Elektronik-Spielereien verloren, ist aber seit dem 2004er Release „Circle Of Snakes“ wieder auf dem Weg der Besserung. Auch sehr empfehlenswert: Die Doppel-CD „The Lost Tracks Of Danzig“ von 2007, auf der sich viele Outtakes und alternative Versionen von Songs aus der gesamten Schaffensphase der Band befinden.

Tracklist:

  • 01. Long Way Back From Hell
  • 02. Snakes Of Christ
  • 03. Killer Wolf
  • 04. Tired Of Being Alive
  • 05. I’m The One
  • 06. Her Black Wings
  • 07. Devil’s Plaything
  • 08. 777
  • 09. Blood & Tears
  • 10. Girl
  • 11. Pain In The World

TOPSCORE

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